Russland Geschlossene Stadt - Obninsk

Schild und Wappen von Obninsk
Obninsk liegt 100 Kilometer südwestlich von Moskau. Die Stadt schmückt sich mit dem Beinamen "Erste Wissenschaftsstadt Russlands". So steht es auch auf dem Schild am Ortseingang. Bildrechte: dpa
Schild und Wappen von Obninsk
Obninsk liegt 100 Kilometer südwestlich von Moskau. Die Stadt schmückt sich mit dem Beinamen "Erste Wissenschaftsstadt Russlands". So steht es auch auf dem Schild am Ortseingang. Bildrechte: dpa
Obninsk
Bis 1948 war Obninsk nur eine Siedlung mit etwas mehr als 150 Einwohnern gewesen. Das änderte sich Anfang der 1950er-Jahre. Bildrechte: IMAGO
Haus der Kultur in Obninsk
Damals war Obninsk zum Zentrum der sowjetischen Atomenergie bestimmt worden. Tausende Zwangsarbeiter errichteten binnen weniger Jahre Wohnhäuser, Straßen, einen Kulturpalast (im Bild), Institute und ... Bildrechte: dpa
Leipnitz Institut in Obninsk
... das erste industriell genutzte Atomkraftwerk der Welt. Am 27. Juni 1954 wurde das AKW "AM-1" (Friedliches Atom Nr. 1) in Betrieb genommen. Es hatte eine Leistung von fünf Megawatt und konnte 10.000 Haushalte mit Strom versorgen. Konzipiert wurde das AKW im physikalischen Institut der Stadt. Dort wurde in den folgenden Jahren das gesamte Atomprogramm der UdSSR entwickelt. (Im Bild: Physikalisches Institut Obninsk) Bildrechte: dpa
Haus der Wissenschaft in Obninsk
"Die Energienutzung der Welt ist in eine neue Epoche eingetreten. Es geschah am 27. Juni 1954. Und die Menschheit ist noch weit davon entfernt, die Bedeutung dieser neuen Epoche zu erfassen", jubelte der Obninsker Atomphysiker Anatoli Alexandrow damals. Das Uran kam übrigens aus der DDR, aus der "Wismut" im Erzgebirge. Bildrechte: dpa
Eine Studentin der Arbeiter- und Bauernfakultät (ABF) in Jena liest in der sowjetischen Tageszeitung 'Prawda', undatierte Aufnahme von 1958 (Mängel in der Bildqualität vorlagebedingt).
In der Parteizeitung "Prawda" wurde nicht über die sensationelle Nachricht aus Obninsk gejubelt. Es gab nur eine dürre Meldung: Sowjetischen Wissenschaftlern sei es erstmals gelungen, mittels Kernspaltung Energie zu gewinnnen. In welchem Ort dies geschehen war, verschwieg die Zeitung. Obninsk gab es ja offiziell gar nicht... Bildrechte: dpa
Haus der Medizinischen Forschung Obninsk
Denn Obninsk war eine "geschlossene Stadt". Sie war auf keiner Karte verzeichnet und von einem Stacheldrahtzaun umgeben, der von Soldaten streng bewacht wurde. Die Einwohner benötigten Sondergenehmigungen, um Obninsk verlassen und wieder betreten zu dürfen. Bildrechte: dpa
Ein U-Boot als Denkmal in Obninsk
In der geheimen Stadt Obninsk wurde in den 1960er-Jahren auch das erste Trainingszentrum für sowjetische Atom-U-Bootbesatzungen errichtet. Geübt wurde an einem kleinen Atomreaktor. Bildrechte: dpa
Gesundheitsministerium in Obninsk
Obninsk war zwar eine verbotene Stadt, wuchs über die Jahrzehnte aber stetig. Über 100.000 Menschen lebten Anfang der 1990er-Jahre in der "sozialistischen Musterstadt". Vor allem Wissenschaftler zogen wegen der vielen Institute in die geheime Stadt. Bildrechte: dpa
Dolina Wohnanlage in Obninsk
2002 wurde das erste AKW der Welt stillgelegt und demontiert. Seither gibt es die Stadt Obninsk auch offiziell. Sie gehört nicht mehr zum System der "geschlossenen Städte". Und sie wächst weiter, seitdem sich zahlreiche, auch ausländische Unternehmen in der Stadt angesiedelt haben. Mittlerweile haben auch die ersten Hotels und Pensionen eröffnet. Die hatte damals schließlich niemand benötigt...
(Quelle: Melanie Arndt, Friedliches Atom Nr. 1, zeitgeschichte online.)
(Über dieses Thema berichtete der MDR auch in "Die Wismut und das Uran", 04.12.2011, 23.40 Uhr.)
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