100 Tage Hungerstreik von Oleg Senzow

Oleg Senzow
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Der in Russland inhaftierte ukrainische Filmemacher Oleg Senzow hat am Dienstag den hundertsten Tag seines Hungerstreiks angetreten. Seit dem 14. Mai 2018 verweigert der 42-Jährige, der in einer Strafkolonie im äußersten Norden Russlands festgehalten wird, die Nahrungsaufnahme.

Nach Angaben seiner Cousine Natalia Kaplan schwebt Senzow in Lebensgefahr. Bemühungen um seine Freilassung waren bislang vergeblich. Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP sagte sie: "Er hat einen sehr schwachen Herzschlag von 40 Schlägen pro Minute", sagte Kaplan. "Er beklagt, dass sein Herz schmerzt, dass er schwach ist und er versucht, nicht zu oft aufzustehen, um seine Kräfte zu schonen."

Senzow war 2014 auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim festgenommen worden. Die Behörden warfen ihm vor, Brandanschläge organisiert zu haben. Der Aktivist und Dokumentarfilmer wies dies zurück, wurde aber zu 20 Jahren Haft verurteilt. Er will seinen Hungerstreik erst beenden, wenn Russland alle ukrainischen "politischen Gefangenen" freilässt.

Auch deutsche Prominente haben sich für seine Freilassung Senzows engagiert und sich bereits 2015 mit einem offenen Brief direkt an Präsident Wladimir Putin gerichtet. Zu den Unterzeichnern gehörten unter anderen Corinna Harfouch, Bruno Ganz, Fatih Akin und Iris Berben.

(cwe/ahe/dpa)

Über dieses Thema berichtet MDR-Aktuell auch im TV: MDR | 26.06.2018 | 17:45 Uhr