Bei einer Demonstration in Budapest hält ein Demonstrant die letzte Ausgabe der Népszabadság.
Bildrechte: IMAGO

Oppositionszeitung an Orbán-Vertrauten verkauft

Die Einstellung der Oppositionszeitung "Nepszabadsag" hatte für Proteste in Ungarn, aber auch im Ausland gesorgt. Nun ist das Blatt an Geschäftsleute verkauft worden, die enge Verbindungen zur Regierung haben.

Bei einer Demonstration in Budapest hält ein Demonstrant die letzte Ausgabe der Népszabadság.
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Am 8. Oktober 2016 war die Zeitung der ungarischen Opposition, "Nepszabadsag", ohne Vorwarnung eingestellt worden. Das traditionsreiche Blatt hatte desöfteren kritisch über die Regierung Viktor Orbáns berichtet. Die Einstellung der Zeitung hatte der österreichische Eigentümer mit hohen Verlusten begründet. Die Schließung hatte für Proteste in Ungarn selbst, aber auch im Ausland gesorgt. Orbán, so hieß es, wolle die Medien seines Landes zu bloßen Verlautbarungsorganen der Regierung degradieren.

Am Abend des 25. Oktober 2016, zwei Wochen nach der Einstellung, ist "Nepszabadsag" an Geschäftskreise verkauft worden, denen enge Kontakte zur Regierung Orbán nachgesagt werden. Der neue Eigentümer ist die Opimus Group AG und wird dem Oligarchen Lörinc Meszaros zugerechnet. Und wie es der Zufall will - Meszaros gilt als enger Vertrauter des Ministerpräsidenten Orbán.

Ungewisse Zukunft

Die Zukunft des einstigen Oppositionsblattes ist ungewiss. In einer Mitteilung der neuen Eigentümer hieß es kurz nach der Übernahme am 25. Oktober 2016 lapidar: "Die Opimus Press AG wird sich nach der betrieblichen Überprüfung des neu erworbenen Portfolios zuerst und prioritär mit der Möglichkeit des Neustarts der Tageszeitung "Nepszabadsag" befassen und umgehend die entsprechenden Entscheidungen treffen."

Auf der Webseite der ungarischen Opposition hieß es, es sei angesichts des neuen Eigentümers doch eher unwahrscheinlich, dass die Zeitung "im alten Geist" weitergeführt werden könne.

Zuletzt aktualisiert: 26. Oktober 2016, 10:55 Uhr