Ukraine - Billigland nur für ausländische Touristen

Blick über einen Parkplatz zu einem Denkmal.
Das britische Unternehmen MoveHub hat unlängst den Lebenserhaltungkosten verschiedener Länder untersucht. Das Ergebnis: Die Ukraine ist noch vor dem Nachbar Moldau das billigste Land Europas – und das drittbilligste Land der Welt. Bildrechte: MDR/Denis Trubetskoy
Blick über einen Parkplatz zu einem Denkmal.
Das britische Unternehmen MoveHub hat unlängst den Lebenserhaltungkosten verschiedener Länder untersucht. Das Ergebnis: Die Ukraine ist noch vor dem Nachbar Moldau das billigste Land Europas – und das drittbilligste Land der Welt. Bildrechte: MDR/Denis Trubetskoy
Blick auf eine Straße und Wohnhaäuser
Diese Einordnung als Billigland ist dem extrem günstigen Wechselkurs der ukrainischen Währung geschuldet. Seit der Maidan-Revolution 2013/2014 hat der Hrywnja etwa 150 Prozent seines Wertes gegenüber dem Euro verloren, mittlerweile bekommt man 32 Hrywnja für einen Euro. Bildrechte: MDR/Denis Trubetskoy
kleines Restaurant
Die Hauptstadt Kiew ist zwar die mit Abstand teuerste Stadt des Landes, doch so billig wie hier kann man in der Ukraine kaum essen und trinken. Das gilt auch für gehobenere Lokale. Besonders fallen aber Selbstbedienungsrestaurants wie das beliebte Pusata Chata auf. Bildrechte: MDR/Denis Trubetskoy
Ein Kassenbon
Für 84 Hrywnjas, also für umgerechnet weniger als drei Euro, gibt es hier zwei Gerichte und ein kleines Getränk. Hinzu kommt, dass das traditionelle ukrainische Essen, das in den Pusata Chatas serviert wird, richtig gut schmeckt. Diese Schnellrestaurants sind ein Mekka für ausländische Touristen. Bildrechte: MDR/Denis Trubetskoy
Großer Einkaufsmarkt von innen.
Ein ganz normaler Kiewer Supermarkt muss Vergleiche mit den Angeboten im westlichen Ausland nicht fürchten. Die Auswahl und Qualität der Produkte, die größtenteils selbst in der Ukraine hergestellt werden, sind ähnlich hoch. Allerdings ist der Lebensmittelmarkt der vermutlich einzige Bereich, in dem die Preise vergleichbar mit denen in Deutschland sind. Bildrechte: MDR/Denis Trubetskoy
Volles Ladenregal
Milchprodukte zum Beispiel sind im Durchschnitt nur zehn Prozent billiger als in Deutschland. Das Mineralwasser ist – ebenfalls durchschnittlich – in der Ukraine sogar teurer. Unterm Strich sind die Preise in Kiew ein bisschen niedriger als etwa in Berlin, der Unterschied ist aber minimal. Bildrechte: MDR/Denis Trubetskoy
Straßenszene
Krass ist der Preisunterschied allerdings bei Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Eine Fahrt mit der Kiewer U-Bahn kostet lediglich fünf Hrywnjas, der Preis einer Busfahrt liegt bei sechs Hrywnjas – beides ein Bruchteil von einem Euro. Bildrechte: MDR/Denis Trubetskoy
Autos an der Tankstelle.
Auch das Taxifahren ist in der Ukraine extrem billig. Bei kurzen Wegen innerhalb der Stadt bezahlt man nur etwa zehn Hrywnjas pro Kilometer, wenn man beliebte Apps Uklon oder Uber benutzt. Bei einer Fahrt vom Flughafen Boryspil ins Stadtzentrum, fast 40 Kilometer, kommt man selten auf mehr als umgerechnet elf Euro. Empfehlenswert ist jedoch, das Taxi immer über eine App bzw. bei einem ausgesuchten Anbieter zu bestellen. Sonst läuft man als Ausländer Gefahr, abgezockt zu werden. Außerdem ist der Zustand der Autos oft nicht zufriedenstellend. Bildrechte: MDR/Denis Trubetskoy
Menschen auf der Straße
Und im Zentrum von Kiew kann man bereits für rund 40 Euro eine Nacht in einem Mittelklassehotel verbringen. Am Stadtrand gibt es ein gutes Hotelzimmer schon für 20 Euro. Ausländer können derzeit also preiswert in der Ukraine urlauben. Die Kehrseite ist: Das Billigland ist zugleich ein armes Land, denn der normale Ukrainer hat ein durchschnittliches Einkommen von 230 Euro im Monat. Für ihn sind selbst die niedrigen Preise zu teuer.
(Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell auch im TV: 10.04.2016 | 19:30 Uhr.)
Bildrechte: MDR/Denis Trubetskoy
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