Russische Nationalflagge
Welche Kontakte hat US-Präsident Donald Trump zu Russland? Bildrechte: IMAGO

Serie: Trumps Russland-Kontakte Der Mann fürs Schmierige

Er ist der Mann hinter den Kulissen: der PR-Berater Rinat Akhmetshin. In den USA betreibt er Lobbyarbeit für reiche russische Landsleute. Auch war er im Juni 2016 beim Treffen mit Trump Junior dabei. Sich in der Öffentlichkeit zeigen, will Akhmetshin am liebsten aber nicht.

von Maxim Kireev

Russische Nationalflagge
Welche Kontakte hat US-Präsident Donald Trump zu Russland? Bildrechte: IMAGO

Kompromittierendes Material über die einstige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton - mit diesem Versprechen hatte die russische Anwältin Natalia Weselnitzkaja im Juni 2016 Trump Junior für ein geheimes Treffen geködert. Mit dabei bei der Begegnung im Trump Tower in New York war der russische Lobbyist Rinat Akhmetshin.

Treffen war "wenig spektakulär"

"Ich hätte nie gedacht, dass das Treffen so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht", zeigte sich Akhmetshin im Juli überrascht, als das geheime Treffen publik wurde. Seiner Ansicht nach war die Begegnung wenig spektakulär. Die Amerikaner hätten sie so schnell wie möglich beenden wollen, als sie gemerkt hätten, dass sie keine wirklich interessanten Informationen bekommen würden, erklärte er der Agentur Associated Press.

Spekulation über Geheimdienst-Tätigkeit

Doch wer ist Akhmetschin und was hatte er auf dem Treffen zu suchen? Der 1967 in der Sowjetunion Geborene bleibt lieber der Strippenzieher hinter den Kulissen. Fotos von ihm gibt es in den einschlägigen Agenturen keine. Akhmetschin, der inzwischen in den USA lebt, bezeichnet sich selbst als Lobbyist und PR-Berater. Zu seinen Kunden zählen meist reiche Russen, die Konflikte mit anderen Landsleuten oder der US-Justiz haben.

Über Akhmetschins Vergangenheit wird viel spekuliert. Vermutet wird, dass er früher für den sowjetischen Geheimdienst tätig war - im Bereich Auslandsaufklärung. Er selbst streitet das ab.

Welche Aufträge Akhmetschin bekommt

Andrej Milnitschenko
Rechts im Bild der russische Milliardär Andrej Milnitschenko Bildrechte: IMAGO

Bei vielen seiner in den USA lebenden russischen Landsleute gilt Akhmetschin als der Mann für heikle Aufträge. Mittels seines " Internationalen Eurasischen Institutes für wirtschaftliche und politische Studien" bietet der Lobbyist seine Dienste in Washington an. Darunter fällt offenbar auch die Besorgung gehackter Daten.

Die Dienste von Akhmetschin hat nach Medienberichten u.a. der russische Milliardär Andrej Milnitschenko in Anspruch genommen, der 2015 von der kasachischen International Mineral Group (IMG) wegen Wirtschaftsspionage verklagt worden war. Vermutet wird, dass er von Akhmetschin rund 50 Gigabyte gehackte Daten erhielt, für ein Honorar von rund 80.000 Euro. Aufgeklärt werden konnte die Sache nie, denn der kasachische Konzern zog seine Klage zurück. Lobbyist Akhmetschin erklärte in einer Befragung lediglich, er habe die Daten über Dritte erworben.

Immobilienfirma als Bindeglied

Doch wie haben sich Akhmetschin und die für Trump Junior so wichtige russische Anwältin Natalia Weselnitzkaja kennengelernt? Die Wege der beiden kreuzen sich offenbar beim Unternehmen Prevezon. Beide hatten für die auf Zypern ansässige Immobilienfirma gearbeitet. Akhmetschin organisierte für das Unternehmen eine Schmierenkampagne gegen den im russischen Gefängnis verstorbenen Anwalt und Wirtschaftsprüfer Sergej Magnitzkij. Dieser hatte den Diebstahl von über 200 Millionen Euro aus der russischen Staatskasse aufgedeckt. Ein Teil des Geldes soll bei Prevezon liegen, deren Konten von USA inzwischen eingefroren wurden.

Sanktionen nach ungeklärtem Tod

Lobbyist Akhmetschin organisierte in Washington die Erstaufführung eines Films über Magnitzkij. Den Streifen wollte die russische Anwältin Natalia Wesselnitzkaja im Europaparlament zeigen. Der Film zweifelt an Magnitzkijs Ermittlungsergebnissen. Als der russische Wirtschaftsprüfer Magnitzkij 2009 unter ungeklärten Umständen in einem russischen Gefängnis verstarb, verhängten die USA ein Einreiseverbot gegen eine Reihe russischer Beamter. Anwältin Wesselnitzkaja und Lobbyist Akhmetschin, die genau diese Klientel von Russen vertreten, wollten beim Wahlkampfteam des später gewählten US-Präsidenten Donald Trump Lobbyarbeit für ihre Kundschaft betreiben. Doch offenbar stießen sie auf taube Ohren.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im Radio: MDR | 12.07.2017 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Oktober 2017, 14:55 Uhr