Russland Geschlossene Stadt - Ozersk

Ortseingangsschild von Osjorsk, 2011
1945 beschloss die sowjetische Führung, eine geschlossene Stadt zu bauen, in der die sowjetische Atombombe hergestellt werden sollte. Vorbild war die geheime Stadt Richland in den USA, wo die Atombombe, die später auf Nagasaki abgeworfen wurde, gebaut worden war. Die geheime Stadt wurde von Tausenden Gulag-Häftlingen im Ural, in der Nähe der Stadt Tscheljabinsk, errichtet. Sie trug zunächst den Namen "Basis Nummer 10", später wurde sie "Tscheljabinsk-40" genannt. Erst seit 2001 heißt die Stadt tatsächlich Ozersk. Bildrechte: IMAGO
Warnschild mit der Aufschrift
Auch in Ozersk herrschte nach der Detonation Panik. Straßen und Häuser wurden von Wasserfahrzeugen der Stadtverwaltung abgespritzt und über Radio und Lautsprecher wurden die Einwohner aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen. Noch heute sind viele Viertel in Ozersk Sperrgebiet. Bildrechte: IMAGO
Ortseingangsschild von Osjorsk, 2011
1945 beschloss die sowjetische Führung, eine geschlossene Stadt zu bauen, in der die sowjetische Atombombe hergestellt werden sollte. Vorbild war die geheime Stadt Richland in den USA, wo die Atombombe, die später auf Nagasaki abgeworfen wurde, gebaut worden war. Die geheime Stadt wurde von Tausenden Gulag-Häftlingen im Ural, in der Nähe der Stadt Tscheljabinsk, errichtet. Sie trug zunächst den Namen "Basis Nummer 10", später wurde sie "Tscheljabinsk-40" genannt. Erst seit 2001 heißt die Stadt tatsächlich Ozersk. Bildrechte: IMAGO
Die kerntechnische Wiederaufbereitungsanlage Majak in Russland
Im Sperrgebiet wurde die Atomanlage "Majak" (Leuchtturm) errichtet. Tausende Wissenschaftler und Techniker, die die Bombe bauen sollten, wurden anschließend nach Ozersk umgesiedelt. Sie bekamen hübsche Wohnungen und ihr Gehalt lag weit über dem Landesdurchschnitt. (Im Bild: Mauer um die Atomanlage "Majak" in Ozersk.) Bildrechte: IMAGO
Igor Kurtschatow
Geleitet wurde das geheime Projekt vom sowjetischen Atomphysiker Igor Kurtschatow. Nur drei Jahre später, 1948, konnte im streng abgeschotteten Ozersk der erste Atomreaktor der UdSSR in Betrieb genommen werden. Ozersk gilt somit als Geburtsort der sowjetischen Atombombe. (Im Bild: Igor Kurtschatow, 1959.) Bildrechte: IMAGO
Verwaltungsgebäude des Produktionsverbundes 'Majak', 2011
Ozersk ist eine durchaus freundliche Stadt mit hellen Häusern im "Stalinbarock", breiten Straßen und Parkanlagen. 82.000 Menschen leben heute in der geschlossenen Stadt, die von einem doppelten Stacheldrahtzaun umgeben ist, der vom Geheimdienst Tag und Nacht bewacht wird. Wenn die Einwohner ihre Stadt einmal verlassen wollen, müssen sie ein Visa beantragen. Besuch von außerhalb dürfen sie nicht empfangen. (Im Bild: Verwaltungsgebäude der "Majak"-Fabrik im Zentrum von Ozersk.) Bildrechte: IMAGO
Gedenken an die Opfer des Kyshtym Unglücks im ehemaligen Kernreaktor der Chemiefabrik Majak.
Am 29. September 1957 ereignete sich in der Atomanlage "Majak" ein Unglück: Ein Stahltank, gefüllt mit 80 Tonnen einer hoch radioaktiven Flüssigkeit, explodierte. (Im Bild: Gedenkveranstaltung am Ort des Unglücks in der Fabrik "Majak".) Bildrechte: IMAGO
Kyschtyn Denkmal
Die Explosion in der Fabrik "Majak" in Ozersk war in der UdSSR mehr als 30 Jahre lang ein streng gehütetes Staatsgeheimnis. Erst 1990 erfuhr die Öffentlichkeit von dem Unfall in der Plutoniumfabrik. Wie viele Menschen bei der Explosion selbst und an den Spätfolgen starben, ist nicht bekannt und wird wohl nie mehr herauszufinden sein. (Denkmal für die Opfer der Nuklearkatastrophe in Ozersk.) Bildrechte: IMAGO
Container werden 2011 in der nuklearen Wiederaufarbeitungsanlage Majak auf Waggons geladen
Auf dem "Majak"-Gelände befinden sich heute mehrere Reaktoren, eine Wiederaufarbeitungsanlage und mehrere Lager für spaltbares Material. Bildrechte: IMAGO
Zug mit Spezialbehältern zum Transport radioaktiver Stoffe, 2005
Viele europäische Länder transportieren mittlerweile ihren radioaktiven Abfall nach Ozersk, in die "Majak"-Fabrik, zur Wiederaufarbeitung oder Lagerung. (Im Bild: Ein Transport aus dem bulgarischen AKW Kosloduj.) Bildrechte: IMAGO
Hinweisschild in einer Halle der Wiederaufbereitungsanlage Majak, 2005
Umweltschützer halten die Aufbereitungsanlage "Majak" für ein Sicherheitsrisiko, weil ihrer Meinung nach die Anlagen hoffnungslos veraltet sind und zudem recht lax mit Sicherheitsbestimmungen umgegangen wird. Im November 2017 wurde im südlichen Ural eine Konzentration des radioaktiven Ruthenium gemessen, die den erlaubten Grenzwert um das 1000fache überstieg. Es wird vermutet, dass die Strahlung aus der Wiederaufbereitungsanlage "Majak" bei Ozersk stammt.
(Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell auch im TV: 24.11.2017 | 17:45 Uhr.)
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