Geschlossene Stadt - Paldiski

Russische Kinder beobachten 1995 Soldaten aus Estland in der ehemaligen russischen Kasernenstadt Paldiski
Nach dem Abzug der russischen Truppen übernahm die estnische Marine die Militäranlagen und den Hafen der Stadt. In die alten Kasernen zogen nun estnische Soldaten ein. Bildrechte: IMAGO
Roter Leuchtturm in Paldiski
45 Kilometer von der estnischen Hauptstadt Tallinn entfernt befindet sich die idyllische Halbinsel Pakri mit dem kleinen Ostseestädtchen Paldiski. Bis 1993 war die gesamte Halbinsel ein streng geheimes Areal der sowjetischen Marine. Niemand, nicht einmal estnische Regierungsvertreter, durfte das Sperrgebiet betreten. Bildrechte: IMAGO
Ruinen sowjetischer Militäranlagen am ehemaligen Atom-U-Boot-Standort Paldiski, 2010
Die gesamte Fläche des Sperrgebiets betrug mehr als 65 Quadratkilometer. Es war komplett mit Stacheldraht umzäunt und wurde wie eine Staatsgrenze bewacht. (Im Bild: Ehemaliger Wachturm auf der Steilküste.) Bildrechte: IMAGO
Paldiski (Estland): Eine Mutter mit ihrem Kind vor einem typischen Sowjet-Plattenbau in der estnischen Stadt Paldiski (Baltischport), die westlich von Tallinn liegt.
Die etwa 16.000 Einwohner der Stadt benötigten Sondergenehmigungen, die sie bei der Stadtverwaltung beantragen mussten, wenn sie einmal hinaus wollten. Fremde durften die Stadt nicht betreten. Die meisten Einwohner von Paldiski lebten in eilends aus dem Boden gestampften Plattenbauten. Bildrechte: dpa
Blick auf rostige Militärfahrzeuge, die die Russen nach ihrem Abzug auf dem Gelände des Marine-Ausbildungszentrums stehengelassen haben, aufgenommen im estnischen Paldiski im September 1994
1993 zogen die russischen Soldaten nach über 50 Jahren Besatzung ab. Das riesige Sperrgebiet fiel an den nun unabhängigen estnischen Staat zurück. Paldiski wurde wieder zu einer offenen Stadt. Das größte Problem: die Hinterlassenschaften der russischen Streitkräfte ... Bildrechte: dpa
Russische Kinder beobachten 1995 Soldaten aus Estland in der ehemaligen russischen Kasernenstadt Paldiski
Nach dem Abzug der russischen Truppen übernahm die estnische Marine die Militäranlagen und den Hafen der Stadt. In die alten Kasernen zogen nun estnische Soldaten ein. Bildrechte: IMAGO
Ruinen sowjetischer Militäranlagen am ehemaligen Atom-U-Boot-Standort Paldiski der sowjetischen Marine.
Die Halbinsel Pakri und das Städtchen Paldiski waren eine bedeutende Militärbasis und vor allem ein wichtiger U-Boot-Hafen der sowjetischen Marine an der Ostsee. Bildrechte: IMAGO
Kinder spielen auf einem Spielplatz in der estnischen Stadt Paldisk.
Mitten im Sperrgebiet lag Paldiski. Anfang des 19. Jahrhunderts war das Ostseestädtchen ein beliebter Ferienort gewesen. 1945 war es damit vorbei. Paldiski wurde vom sowjetischen Militär zur geschlossenen Stadt erklärt. Sie verschwand von den Landkarten und war von nun an von der Außenwelt komplett abgeschottet. Bildrechte: dpa
Toreinfahrt auf das Gelände der beiden Atomreaktoren im estnischen Paldiski im September 1994
1962 avancierte der Marinestützpunkt Paldiski zur wichtigsten Ausbildungsstätte für Besatzungen nuklearbetriebener U-Boote. Zwei Kernreaktoren wurden in der Stadt in Betrieb genommen. An ihnen wurden die zukünftigen U-Boot-Mannschaften ausgebildet. (Im Bild: Einfahrt auf das Gelände der beiden Atomreaktoren in Paldiski.) Bildrechte: dpa
Blick auf das Gelände des Marine-Ausbildungszentrums im estnischen Paldiski 1994, nachdem es von den Russen geräumt worden ist
Die abgebrannten Brennelemente der 1990 stillgelegten Kernreaktoren wurden sukzessive nach Russland abtransportiert, die Reaktoren selbst in einen Sarkophag eingeschlossen. 1994 vereinbarten Russland und Estland vertraglich, dass Estland für die kontaminierten Einrichtungen, die verseuchten Böden und den radioaktiven Abfall allein verantwortlich ist. (Im Bild: Ehemaliges Marine-Ausbildungszentrum 1994.) Bildrechte: dpa
Ruinen sowjetischer Militäranlagen am ehemaligen Atom-U-Boot-Standort Paldiski der sowjetischen Marine .
Weder die Stadt Paldiski noch der estnische Staat waren in der Lage, die ökologische Schäden zu beseitigen. Das schwedische Außenministerium gründete daher ein internationales Expertenteam, um Estland bei der enormen Aufgabe, eine Fläche von 65 Quadratkilometern zu rekultivieren, zu unterstützen. (Im Bild: Ruinen sowjetischer Militäranlagen in einem Wald bei Paldiski.) Bildrechte: IMAGO
Kinder beim spielen in der ehemaligen russischen Kasernenstadt Paldiski
In Paldiski sank die Einwohnerzahl nach dem Abzug der russischen Soldaten auf 4.000. Russen machen auch heute noch den Großteil der Bevölkerung aus. Sie leben nach wie vor in den tristen sowjetischen Plattenbauten. Bildrechte: IMAGO
mehrere Panzer
Im Frühjahr 2015 erlebte Paldiski den größten Truppenaufmarsch seit Abzug der russischen Soldaten - Hunderte Fahrzeuge der britischen Armee landeten im Hafen von Paldiski an. Der Konvoi zog dann weiter zu einem Nato-Manöver im Westen Estlands.
(Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell auch im TV: 01.04.2015, 17:45 Uhr.)
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Ruinen sowjetischer Militäranlagen am ehemaligen Atom-U-Boot-Standort Paldiski, 2010
Die gesamte Fläche des Sperrgebiets betrug mehr als 65 Quadratkilometer. Es war komplett mit Stacheldraht umzäunt und wurde wie eine Staatsgrenze bewacht. (Im Bild: Ehemaliger Wachturm auf der Steilküste.) Bildrechte: IMAGO