Behinderte protestieren in Sejm.
Bildrechte: Katarzyna Pierzchala

Menschen mit Behinderung geben Protest im polnischen Parlament auf

Behinderte protestieren in Sejm.
Bildrechte: Katarzyna Pierzchala

40 Tage hatten sie das polnische Parlament besetzt. Nun hat das "Komitee protestierender Eltern behinderter Menschen" seinen Kampf aufgegeben. Am Sonntag verließen die Eltern und ihre behinderten Kinder den Sejm in Warschau und wurden von hunderten Unterstützern mit Jubel empfangen. Es sei eine Entscheidung des Verstandes und für die Gesundheit ihrer Kinder gewesen, sagte die Sprecherin der Aktion Iwona Hartwich auf einer Kundgebung vor dem Parlament. "Wir haben über 40 Tage hinweg die Verachtung der Regierung gesehen. Sie will der schwächsten Gruppe der Gesellschaft nicht helfen", sagte Hartwich, die mit ihrem Sohn Kuba im Parlament ausgeharrt hatte.

Das Komitee hatte erreicht, dass die Sozialrenten für Menschen mit Behinderung ab September auf umgerechnet 250 Euro angehoben werden. Es hatte zudem einen höheren Pflegezuschuss von 120 Euro gefordert. Das lehnt die PiS-Regierung weiterhin ab. Stattdessen bietet sie kostenlose Sachleistungen an, etwa Rollstühle oder Windeln. Hartwich kündigte an, den Protest mit anderen Mitteln fortzuführen.

Rückblick auf die Parlamentsbesetzung

Polen kämpfen für die Rechte von Behinderten.
Auch draußen auf den Straßen demonstrieren Eltern mit ihren gehandicapten Kindern für mehr Hilfe. Am 12. Mai nahmen sie beim "Marsch für die Freiheit" in Warschau teil. Ein Massenprotest gegen die Politik der regierenden national-konservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS). Bildrechte: Marta Bogdanowicz/ Spacerowiczka
Polen kämpfen für die Rechte von Behinderten.
Auch draußen auf den Straßen demonstrieren Eltern mit ihren gehandicapten Kindern für mehr Hilfe. Am 12. Mai nahmen sie beim "Marsch für die Freiheit" in Warschau teil. Ein Massenprotest gegen die Politik der regierenden national-konservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS). Bildrechte: Marta Bogdanowicz/ Spacerowiczka
Polen kämpfen für die Rechte von Behinderten.
"Gehandicapt sind wir durch Zufall - Diskriminiert werden wir aber von der Regierung", steht auf diesem Plakat. Bildrechte: Marta Bogdanowicz/ Spacerowiczka
Behinderte protestieren in Sejm.
Bisher liefen Kompromissvorschläge von beiden Seiten ins Leere. Bildrechte: Katarzyna Pierzchala
Behinderte protestieren in Sejm.
Schon 2009 protestierten die Eltern mit ihren Kindern im Sejm. "Damals standen die PiS-Politiker Schulter an Schulter mit uns. Und jetzt, wo sie an der Macht sind, wollen sie davon nichts mehr wissen und wollen nicht helfen", so Hartwich. Bildrechte: Katarzyna Pierzchala
Behinderte protestieren in Sejm.
Einen ersten kleinen Erfolg konnten sie mit ihren bisherigen Protesten verbuchen: Die Sozialrente wird ab September angehoben - auf umgerechnet knapp 250 Euro. Ihre Forderung nach einem monatlichen Pflegezuschuss bleibt. (Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell auch im TV: 27. 05. 2018, 17:45 Uhr.) Bildrechte: Katarzyna Pierzchala
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Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: TV | 25.05.2018 | 17:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Mai 2018, 12:30 Uhr