Anke Domscheidt-Berg
Bildrechte: MDR/RBB/Hoferichter & Jacobs

Kämpferin für Geschlechtergerechtigkeit Anke Domscheit-Berg

"Leider werden Frauen so sozialisiert, dass Macht für sie etwas Anrüchiges und Negatives und vor allem etwas Unweibliches ist."

Anke Domscheidt-Berg
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Anke Domscheit-Berg, Jahrgang 1968, wächst in Premnitz, einer Kleinstadt bei Rathenow, auf. Nach dem Abitur studiert sie in Halle Textilkunst. Im Herbst 1989 wird sie politisch aktiv: Sie schreibt Aufrufe gegen das DDR-Regime. "Vorher konnte man sich extrem gut rausziehen aus dem Politischen in der DDR", sagt sie. "Man konnte einfach so vor sich hin leben. 1989 war das vorbei. Egal, wo man war, die Themen waren politisch. [...] Und man musste 'ne Meinung haben." Damals lernt sie eine Lektion fürs Leben. Sie habe erfahren, dass selbst die größten, unmöglich erscheinenden gesellschaftlichen Veränderungen erreichbar sind. Mit 28 Jahren hat Anke Domscheit-Berg einen DDR-Studienabschluss, einen hessischen Bachelor und einen englischen Master. Sie arbeitet als Unternehmensberaterin, Unternehmerin und Publizistin.

Politisch engagiert sie sich erst bei Bündnis 90/Die Grünen, später bei der Piratenpartei Deutschland. Seit 2017 ist sie parteilose Bundestagsabgeordnete in der Linksfraktion. Mit Leidenschaft und Überzeugung tritt sie für ihre Positionen ein, was oft zu Auseinandersetzungen führt. Ihr Thema ist der Einsatz für mehr Geschlechtergerechtigkeit. Sie fordert eine Parität in den Parlamenten. Das sei dringend nötig, denn: "Männer entscheiden mehrheitlich über unsere Körper, über unsere Kleidung, über unsere Berufschancen, über unsere Bezahlung, über Mütterrenten und solche Geschichten, über Vereinbarkeitsklauseln, über gleiche Bezahlung. Und das finde ich hochproblematisch."


Über dieses Thema berichtet der MDR im TV: "Ostfrauen - Wege zum Glück" | 08.03.2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. März 2019, 11:27 Uhr