Studie Ostdeutsche Frauen in den Eliten

Ostdeutsche Frauen sind präsent. Sie überholen vielerorts nicht nur die Männer aus dem Osten, sondern auch die westdeutschen Frauen. Fraglos haben Ostfrauen relativ häufig bundesdeutsche Führungspositionen erreicht.

Symbolfoto - erfolgreiche Geschäftsfrau
Von den wenigen Ostdeutschen, die es bis in die Eliten geschafft haben, sind überdurchschnittllich viele Frauen. Bildrechte: imago/PhotoAlto

30 Jahre nach dem Mauerfall sind Ostdeutsche in den bundesdeutschen Führungspositionen weiterhin stark unterrepräsentiert. Unter den Ostdeutschen, die es in Führungspositionen geschafft haben, finden sich überproportional viele Frauen.

Je höher die Position, desto präsenter

Je höher die Leitungsposition ist, die von einem Ostdeutschen besetzt ist, desto häufiger handelt es sich um eine Frau. In vielen der untersuchten Bereiche erreichen die Frauen unter den Ostdeutschen in Führungspositionen bereits heute einen Anteil von etwa 50 Prozent. Der Anteil übersteigt damit bei Weitem die Repräsentanz westdeutscher Frauen in Führungspositionen.

Aufstieg nach der Jahrtausendwende

Merkel-Knick: Nach der Jahrtausendwende gab es in vielen der untersuchten Bereiche einen stärkeren Anstieg der Frauenanteile, besonders von Ostfrauen. Es fällt auf, dass dieser zeitlich mit dem Aufstieg Angela Merkels zur Bundeskanzlerin zusammenfällt.

Ostfrauen: Die Starken unter den Schwachen

Bei den 30 deutschen DAX Konzernen sind unter den vier ostdeutschen Vorstandsmitgliedern drei und damit 75 Prozent Frauen. Dem stehen die Westdeutschen mit nur 10 Prozent gegenüber.

Während an der Spitze der 100 größten Unternehmen Westdeutschlands nur in 2 Prozent der Fälle Frauen stehen, liegt der Frauenanteil an der Spitze der 100 größten ostdeutschen Unternehmen bei 9 Prozent. Unter den Ostdeutschen, die ermittelt werden konnten, liegt der Frauenanteil sogar bei einem Viertel.

Insgesamt sind die Ostdeutschen in den deutschen Elitepositionen weiterhin zum Teil stark unterrepräsentiert. Innerhalb dieser unterrepräsentierten Gruppe gibt es einen deutlich überdurchschnittlich hohen, zum Teil sogar überproportional hohen Anteil von Frauen.


Erhebung im Rahmen des Projekts "Ostfrauen" des Rundfunk Berlin Brandenburg und des Mitteldeutschen Rundfunks in Zusammenarbeit mit Hoferichter & Jacobs und der Universität Leipzig.


Über dieses Thema berichtet der MDR im TV: "Ostfrauen - Wege zum Glück" | 08.03.2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. März 2019, 15:57 Uhr