Wie man im Osten zu Geld kam

Wohlhabend in der DDR

40 Millionäre soll es angeblich in der DDR gegeben haben. Zu ihnen zählten Künstler und Wissenschaftler, aber auch Handwerker. Als reichster Bürger galt Anwalt Wolfgang Vogel, DDR-Unterhändler bei Häftlingsfreikäufen.

Prof. Manfred von Ardenne am Schreibtisch seines Instituts in Dresden (SW-Aufnahme von 1988)
Physiker Manfred von Ardenne Der Physiker Manfred Baron von Ardenne (1907-1997), der zu seinen Glanzzeiten zwei Patente pro Woche anmeldete, betrieb auf dem Dresdener Weißen Hirsch ein Privatinstitut mit rund 500 Mitarbeitern. Ardenne, im Volksmund der "rote Baron" genannt, brachte es auf Spitzeneinnahmen und residierte standesgemäß in einer prachtvollen Villa neben seinem Institut. Die SED hatte Ardenne gar ein "ewiges Konto" eingerichtet, von dem er sich nach Lust und Laune bedienen durfte. Bildrechte: imago/Ulrich Hässler
Heinz Bormann
Modeschöpfer Heinz Bormann Heinz Bormann, genannt der "Dior der DDR", arbeitete seit 1945 als Modeschöpfer und Textilunternehmer in Magdeburg. Die "Bormann Kommanditgesellschaft" florierte und machte aus ihrem Gründer einen vermögenden Mann. 1972 wurde die Bormann KG verstaatlicht und unter dem Namen "VEB Magdeburger Damenmoden" weitergeführt. Bormann selbst wirkte zunächst noch als Betriebsleiter, zog sich 1974 aber aus gesundheitlichen Gründen in seine Villa am Stadtrand von Magdeburg zurück. Heinz Bormann starb 1989, 61-jährig. (Quelle: Ulrike Köpp, Heinz Bormann, der Dior der DDR. In: Utopie kreativ 2001) Bildrechte: MDR/Archiv Bormann
Günther Fischer und Manfred Krug
Komponist Günther Fischer und Schauspieler & Sänger Manfred Krug "Ein gescheites Auto, ein Boot, 'ne dufte Küche – ich bin billig zu unterhalten", bekannte der Komponist Günther Fischer einmal mit der ihm eigenen Ironie. Fischer, der die Musiken für rund 200 DEFA-Filme und etwa 80 Produktionen in den USA, England, der Schweiz und in der BRD komponierte, residierte in zwei Häusern (eines zum Wohnen, das andere zum Arbeiten) an einem See bei Berlin, besaß eine luxuriöse Yacht und fuhr einen weißen "Jaguar". Rechts neben ihm im Bild Manfred Krug, der seinerseits zu den bestbezahlten Schauspielern der DDR zählte, Antiquitäten sammelte und einen weißen Mercedes fuhr. (Quelle: Spiegel, 39/1992) Bildrechte: MDR/Klaus Winkler
Prof. Manfred von Ardenne am Schreibtisch seines Instituts in Dresden (SW-Aufnahme von 1988)
Physiker Manfred von Ardenne Der Physiker Manfred Baron von Ardenne (1907-1997), der zu seinen Glanzzeiten zwei Patente pro Woche anmeldete, betrieb auf dem Dresdener Weißen Hirsch ein Privatinstitut mit rund 500 Mitarbeitern. Ardenne, im Volksmund der "rote Baron" genannt, brachte es auf Spitzeneinnahmen und residierte standesgemäß in einer prachtvollen Villa neben seinem Institut. Die SED hatte Ardenne gar ein "ewiges Konto" eingerichtet, von dem er sich nach Lust und Laune bedienen durfte. Bildrechte: imago/Ulrich Hässler
Unternehmer Klaus Felgentreff
Fuhrwerksunternehmer und Rossschlächter Klaus Felgentreff Die offensichtlichen "Kapitalisten" im Sozialismus waren Handwerker und kleine Unternehmer. Der Mangel an Kapazität und Material machte sie zu ungekrönten Königen im Land. Einer dieser "Kapitalisten" war Klaus Felgentreff aus Albersdorf bei Leipzig. Der gelernte Schlachter fuhr mit seinem 1963 von den Eltern übernommenen "Fuhrwerksunternehmen" Millionen ein - ca. 18 Millionen Mark betrug der jährliche Umsatz. Von 1985 an betrieb Felgentreff nebenbei auch noch eine sehr einträgliche Pferdeschlachterei. Nach dem Ende der DDR führte der umtriebige Spediteur und Rossschlächter sein Unternehmen als "Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungsbetrieb Klaus Felgentreff GmbH" weiter. Klaus Felgentreff, der sich selbst als den "Rockefeller von Leipzig" sah, starb 2012 im Alter von 73 Jahren. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Antiquitätenhändler Sigfried Kath aus Pirna
Antiquitätenhändler Siegfried Kath Für Siegfried Kath – einen ebenso genialen wie ehrgeizigen Geschäftsmann - war die DDR keineswegs ein streng reglementiertes Land, sondern geradezu - Eldorado. 1961 war der 24-jährige Kath aus der BRD in den Osten gekommen. Wenige Jahre später eröffnete er in Pirna einen Antiquitätenladen. Die Geschäfte liefen glänzend, weil Kath immer exquisite Sachen auf Lager hatte – Meissener Porzellan, alte Uhren und mittelalterliche Handschriften. Er lieferte natürlich auch - auf geheimen Wegen und gegen entsprechende Honorierung - in den Westen. 1972 begann er eine Geschäftsbeziehung, die ihn zügig zum mehrfachen Millionär machen sollte - Kath lieferte Antiquitäten an Schalk-Golodkowskis Imperium "Kommerzielle Koordinierung". 1975 war es mit dem Geldscheffeln aber vorbei - Kath war unvorsichtig geworden und hielt sich für unantastbar. Er wurde verhaftet und schließlich in die Bundesrepublik abgeschoben. Siegfried Kath starb 2008. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Amiga Musikproduzent René Büttner
Amiga-Chefredakteur René Büttner über reiche Rock- und Schlagerstars Rund ein Dutzend Millionäre gab es unter den Sängern und Rockern der DDR, so jedenfalls berichtet Dr. René Büttner, von 1978 bis 1989 Chefredakteur der volkseigenen Plattenfirma "Amiga". Bei ihm "saßen sie reihenweise vorm Schreibtisch". Büttner verdiente vergleichsweise läppische 2.000 Mark im Monat, tröstete sich aber damit, "dass die Millionäre davon abhängig waren, ob ich sie presse oder nicht …" (Quelle: Spiegel, 39/1992)

(Über dieses Thema berichtete der MDR auch im TV: Heute im Osten - Die Reportage | 29.03.2014 | 18:00 Uhr)
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Reich nach 1989

Thomas Kaul, Unternehmer 6 min
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6 min

1990 wurde Thomas Kaul Unternehmer. Damals war er 21 und hatte nichts, heute besitzt er über 150 Immobilien und Grundstücke in 1a-Lage.

MDR FERNSEHEN Sa 29.03.2014 16:18Uhr 05:33 min

https://www.mdr.de/geschichte/stoebern/damals/video258144.html

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Hubert Himmelreich 4 min
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4 min

"Mit seinen Händen und seinem Grips" hat sich Autohändler Hubert Himmelreich 1990 sein Imperium aufgebaut. Sicherheiten hatte er anfangs keine, aber Selbstvertrauen.

Mo 05.09.1994 13:57Uhr 03:44 min

https://www.mdr.de/geschichte/stoebern/damals/video258102.html

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Video

Radebeul - Residenzen, Villen, kleine Schlösser

Blick auf eine Straße, an deren Ende ein Haus mit einem Turm steht.
Schöne Sichtachse - es war sicherlich kein Zufall, dass die Baumeister am Ende der Carlstraße diese Villa mit Türmchen errichtet haben. Oberhalb ist der Wasserturm zu sehen. Bildrechte: MDR/Diana Köhler
Blick auf eine Straße, an deren Ende ein Haus mit einem Turm steht.
Schöne Sichtachse - es war sicherlich kein Zufall, dass die Baumeister am Ende der Carlstraße diese Villa mit Türmchen errichtet haben. Oberhalb ist der Wasserturm zu sehen. Bildrechte: MDR/Diana Köhler
Ein sehr großes Haus mit vielen Balkonen vor einem Weinberg
Weit über der Stadt thront das sanierte Bilz-Sanatorium, in dem sich heute Eigentumswohnungen befinden. Bildrechte: MDR/Diana Köhler
Blick auf ein verfallenes Gebäudeensembles
Die Sanierung ist dringend notwendig. Bildrechte: MDR/Diana Köhler
Eine lebensgroße Plastik mit einem Speer steht vor einer schönen Villa.
Im Garten der Villa stehen die "Wachen". Die Villa wurde 1888 durch die sehr umtriebigen Gebrüder Ziller gebaut. Bildrechte: MDR/Diana Köhler
Eine schöne Villa steht in einem Garten.
Für die Sanierung der Villa Sonnehof auf der Bilzstraße im Ortsteil Radebeu-Oberlößnitz wurde 2010 der Bauherrenpreis vergeben. Bildrechte: MDR/Diana Köhler
Ein Pfosten, auf dem eine Hausnummer und eine Plakette angebracht sind.
Die Plakette wurde im Eingangsbereich der 1885/86 errichteten Villa angebracht. Bildrechte: MDR/Diana Köhler
Blick durch einen Garten zu einer schönen Villa
Blick durch den Garten. Bildrechte: MDR/Diana Köhler
Ein älteres Haus mit zwei Haupthäusern und einem Zwischenteil, der beide Seiten verbindet.
Gebäudeensemble wie diese sind typisch in Radebeul. Bildrechte: MDR/Diana Köhler
Sonne scheint auf ein Eingangstor, in dem ein Spinnennetz hängt.
Noch verwunschen harrt dieses Grundstück auf der Weinbergstraße aus. Bildrechte: MDR/Diana Köhler
Zwei Fensterläden mit einem ausgeschnittenen Herz.
Auch die Fensterläden haben morbiden Charme. Bildrechte: MDR/Diana Köhler
Ein sehr altes und unsaniertes Haus, das an einer kleinen Straße steht.
Doch bald werden hier und ... Bildrechte: MDR/Diana Köhler
Blick auf das Gelände eines verfallenen Gebäudeensembles.
... hier die Baufahrzeuge rollen. Das Grundstück zählt zu den letzten Filetstücken der Stadt und wurde jetzt verkauft. Bildrechte: MDR/Diana Köhler
Eine romanische Straße, die abwärts führt. Links und rechts befinden sich Häuser und Steinbruchmauern.
Die Weinbergstraße führt von der Oberlößnitz zum Weingut Hoflößnitz und ist beliebt - bei Spaziergängern, Radfahrern und Immobilienmaklern. Bildrechte: MDR/Diana Köhler
Ein helles Haus mit einem roten Dach und einer Turmspitze, das wie ein kleines Schloss aussieht.
Das Hotel "Villa Sorgenfrei" steht quasi symbolisch für den Wohlstand in Radebeul. Übernachtungen und Familienfeiern sind nur etwas für Menschen mit großem Geldbeutel. Bildrechte: MDR/Diana Köhler
Ein schwarzer Rennwagen steht auf einem Parkplatz.
Das wird auch beim Blick auf den Parkplatz deutlich. Bildrechte: MDR/Diana Köhler
Ein Baum steht links von einer schönen rosafarbenen Villa.
Die Villa Falkenstein zählt zu den bedeutendsten und schönsten Radebeuler Villen. Für die Sanierung gab es 1998 den Bauherrenpreis der Stadt. Bildrechte: MDR/Diana Köhler
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Eine schöne Villa steht in einem Garten.
Für die Sanierung der Villa Sonnehof auf der Bilzstraße im Ortsteil Radebeu-Oberlößnitz wurde 2010 der Bauherrenpreis vergeben. Bildrechte: MDR/Diana Köhler

Unfassbar reich - Die Millionäre Osteuropas

Eine Frau im Pelz und ein Mann vor einem Flugzeug 5 min
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5 min

Der 41-Jährige Bauunternehmer Oleg Gluschenko aus St. Petersburg hat sich zur Entspannung ein kleines Sportflugzeug geleistet. Jetzt träumt der Millionär von einem Düsenflugzeug.

MDR FERNSEHEN So 10.04.2005 16:05Uhr 05:02 min

https://www.mdr.de/geschichte/stoebern/damals/video186636.html

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Ostblogger vor Ort

Frauen in russischen Luderschulen.
"In der Schule "Schenskij Mir" - das bedeutet “Frauenfrieden” - lerne ich, wie ich durch meditativen Tanz erotischer werde. Dieser Crashkurs wirkt etwas bizarr auf mich. Doch die Trainerin hat tatsächlich eine sehr anziehende Wirkung auf mich. Der Kurs kostet 66 Euro und ist für die meisten Moskauerinnen erschwinglich. In der Schule wimmelt es von Frauen - jeden Alters." Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Über dieses Thema berichtete der MDR auch im TV:

Über dieses Thema berichtete der MDR auch im TV:

Geschichte Mitteldeutschlands: Wolfgang Vogel - Der DDR-Anwalt mit dem goldenen Mercedes | 02.08.2015 | 21:00 Uhr
Heute im Osten - Die Reportage: Plötzlich reich - Die Millionäre des Ostens | 29.03.2014 | 18:00 Uhr