Reisetipps in Osteuropa Mostar: Von der Ruinenstadt zum Touristenmagneten

Blick auf den Fluss Neretva in der Altstadt von Mostar, Bosnien.
Mostar ist eine multiethnische Stadt in Bosnien und Herzegowina. In ihr leben seit Jahrhunderten Christen, Juden und Muslime gemeinsam. Das muslimische Erbe zeigt sich etwa durch die 1557 erbaute Karađozbeg-Moschee östlich des Flusses Neretva. Bildrechte: MDR/Alexander Hertel
Blick auf den Fluss Neretva in der Altstadt von Mostar, Bosnien.
Mostar ist eine multiethnische Stadt in Bosnien und Herzegowina. In ihr leben seit Jahrhunderten Christen, Juden und Muslime gemeinsam. Das muslimische Erbe zeigt sich etwa durch die 1557 erbaute Karađozbeg-Moschee östlich des Flusses Neretva. Bildrechte: MDR/Alexander Hertel
Blick in eine orientalische Gasse mit Andenken-Läden in Mostar, Bosnien.
Die muslimischen Bosniaken sind eines der drei "konstitutiven Völker" Bosniens. Zu denen zählen auch katholische Kroaten und orthodoxe Serben. Lange Zeit war die Region Teil des osmanischen Reiches. Die Altstadt, die im 16. Jahrhundert erbaut wurde, zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Bildrechte: MDR/Alexander Hertel
Blick aus der Altstadt von Mostar auf die alte Brücke.
Weltberühmtes Wahrzeichen der Stadt ist die "Stari Most“ - deutsch: "Alte Brücke". Sie verbindet den Ost- und den Westteil der Stadt und wurde 1566 erbaut. Anfang der 1990er-Jahre wurde die Brücke auch zum Symbol des Bosnien-Krieges. Bildrechte: MDR/Alexander Hertel
Spanische IFOR-Soldaten patrouillieren an der Grenzlinie zwischen Ost-und Westmostar (Bosnien-Herzegowina)
Damals zerfiel der Vielvölkerstaat Jugoslawien, zu dem Bosnien gehörte. Es kam zu kriegerischen Auseinandersetzungen in den Teilrepubliken, ab 1992 auch in Bosnien. In Mostar kämpften erst kroatische und bosniakische Truppen gegen serbische, dann gegeneinander. Bildrechte: dpa
Das durch den Krieg zerstörte Mostar ohne die Stari Most.
1993 beschossen kroatische Truppen gezielt die alte Brücke und zerstörten sie. Nach Ende des Bosnienkrieges 1996 verband jahrelang nur eine von den Vereinten Nationen errichtete Hängebrücke die beiden Stadtteile. 2004 wurde die Steinbrücke wiedererrichtet. Bildrechte: IMAGO
Zerbombtes mehrstöckiges Gebäude an einer Kreuzung im Zentrum von Mostar, Bosnien.
Noch heute erinnern Ruinen entlang der ehemaligen Front an die Zerstörung und Teilung der Stadt, die auch nach dem Wiederaufbau der Brücke anhält. Im Ostteil leben heute fast ausschließlich Bosniaken, im Westteil ethnische Kroaten. Administrativ gehören beide Teile zu unterschiedlichen Städten. Bildrechte: MDR/Alexander Hertel
Zwei Männer in Badehose lehnen an einem Geländer auf der alten Brücke in Mostar, Bosnien.
Dem zum Trotz entwickelt sich die Stadt wieder zum Besuchermagneten. Besonders wegen der "Stari Most" und ihrer tollkühnen Brückenspringer. Diese messen sich seit Jahrhunderten in der Kunst, möglichst spektakulär von der Brücke in die Neretva zu springen. Bildrechte: MDR/Alexander Hertel
Ein Mann in Badehose sammelt von Touristen Geld ein auf der alten Brücke in Mostar, Bosnien.
Mehrmals täglich sammeln die Springer Geld von den zahlreichen Touristen ein. Haben sie etwa 50 Euro zusammen, macht sich einer von ihnen zum Sprung bereit. Bildrechte: MDR/Alexander Hertel
Blick vom Fluss hinauf auf die alte Brücke in Mostar, Bosnien.
Der ist alles andere als ungefährlich. 27 Meter sind es vom höchsten Punkt der Brücke bis in den Fluss. Durch die Höhe kann sich das Wasser beim Aufprall wie Beton anfüllen. Jährlich sterben Touristen bei dem Versuch, die Profis nachzuahmen, was streng verboten ist. Bildrechte: MDR/Alexander Hertel
Mann in Neoprenanzug springt unter den Augen von Touristen von der alten Brücke in Mostar, Bosnien.
Die Profis überstehen den Sprung dank jahrelangem Training schadlos. Nach dem Sturz in die Tiefe kehren sie unter Applaus auf die Brücke zurück, wo sich auch ihr offizieller Springer-Club befindet. Allen politischen Problemen zum Trotz trainieren dort Männer aller Ethnien Mostars gemeinsam.

Über dieses Thema berichtete der MDR auch in:
LexiTV | 04.02.2013 | 15:00 Uhr
Bildrechte: MDR/Alexander Hertel
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