Republik Moldau/Moldawien

Unterwegs in der Republik Moldau

Die Land zwischen der Ukraine und Rumänien mit seinen gut drei Millionen Einwohnern gilt als Armenhaus Europas. Einst Teil der Sowjetunion, versucht die Republik Moldawien seit August 1991 ihren eigenen Weg zu gehen.

Menschen mit roten Fahnen vor einer Tribühne
Mai-Demonstration 2014 in der moldauischen Hauptstadt Chisinau: Ein Meer roter Fahnen mit Hammer und Sichel, den Insignien der kommunistischen Bewegung. Bildrechte: Mila Corlateanu
Menschen mit roten Fahnen vor einer Tribühne
Mai-Demonstration 2014 in der moldauischen Hauptstadt Chisinau: Ein Meer roter Fahnen mit Hammer und Sichel, den Insignien der kommunistischen Bewegung. Bildrechte: Mila Corlateanu
Ein großes , mehrgeschossiges Wohnhaus im stalinistischen Baustil. Davor ein Denkmal für die Gefallenen des "Großen Vaterländischen Krieges".
"Hotel Chisinau". Auch in der moldauischen Hauptstadt ist der sogenannte stalinistische Zuckerbäckerstil allgegenwärtig. Im Vordergrund ein Denkmal zur Erinnerung an den "Großen Vaterländischen Krieg". Bildrechte: MDR/Mila Corlateanu
Ein dreigeschossiger Plattenbau
Eine Berufsschule in Chisinau, in der in rumänischer Sprache unterrichtet wird. Rumänisch ist neben dem Russischen Amtssprache in Moldau. Bildrechte: Mila Corlateanu
Tisch in einem Café
Café in Chisinau. Auf dem Tisch ein Kärtchen mit dem Hinweis: Reserviert Bildrechte: Mila Corlateanu
Eine Turnhalle mit Flachdach und Parkettboden. Vorne stehen einigen Leute, weiter hinten sitzen Menschen auf Stühlen, die in mehreren Reihen aufgestellt sind.
Festveranstaltung in einer Grundschule in Chisinau. Bildrechte: Mila Corlateanu
Blick in einen Laden mit gekachelten Wänden. Vorne eine Vitrine mit Fischen und Pasten.
Auslage in einem Fischladen Bildrechte: Mila Corlateanu
Ein schmuckloser Speisesaal. In dem flachen Raum mit türkisfarbenen, viereckigen Säulen, stehen nur Tische und Stühle.
Sachlich und nüchtern: Die Kantine eines Betriebes in der moldauischen Hauptstadt. Bildrechte: Mila Corlateanu
Blick von der Straße in ein sehr einfaches Ladengeschäft. Drinnen ist es sehr dunkel. Vor dem Geschäft, unter einem Vordach, stehen Plastikflaschen und Gläser. In Regalen liegen Lebensmittel.
Ein Geschäft auf dem zentralen Markt in Chisinau: Es gibt Wasser, Sonnenblumenöl in großen Plastikflschen und ausländische Servietten. Bildrechte: Mila Corlateanu
Marktstand mit Obst und Gemüse
Das Angebot auf dem Markt der Hauptstadt ist durchaus reichhaltig. Die einstige Sozialistische Sowjetrepublik Moldawien nannte man früher "Garten und Weinberg der UdSSR". Bildrechte: Mila Corlateanu
Frauen mit Kopftüchern stehen an einer Straße und bieten Obst und Gemüse in Kartons an
Bereits auf den zum Markt führenden Straßen bieten ambulante Händler ihre Waren an: Obst und Gemüse aus eigenem Anbau. Bildrechte: Mila Corlateanu
Ein imposantes rundes Gebäude aus Beton. Es ähnelt einem Stadion.
Der Zirkus in Chisinau. Von 1981 bis 2004 gab es hier große Vorstellungen. Bis zu 2.000 Menschen fanden im Haus Platz. 2008 wurde der Zirkus von einer Firma aus Zypern geleast. Doch der Vertrag wurde 2011 wieder aufgelöst, weil sie ihre Zusage, das Haus zu sanieren, nicht gehalten hatte. Bildrechte: Mila Corlateanu
Blick in ein Tal. Zwischen Bäumen stehen Häuser und eine Kirche.
Vor den Toren der Stadt ... Bildrechte: Mila Corlateanu
Landwirtschaft an der Grenze zu Transnistrien: Ein Traktor fährt auf einem unbestellten Feld unmittelbar an einem Zaun entlang.
Feldarbeit an der Grenze: 1992 hat sich ein kleiner Teil des Landes als Transnistrien abgespalten. Bildrechte: Mila Corlateanu
Ein Handwagen, der mit Mais beladen ist. Die Fracht ist mehrere Meter hoch gestapelt.
Handarbeit: Nach dem Zerfall der Sowjetunion und der 1991 errungenen Unabhängigkeit Moldaus kam die Wirtschaft des Landes teilweise zum Erliegen. Noch heute ist in der Landwirtschaft oft Handarbeit an der Tagesordnung, weil Maschinen fehlen. Bildrechte: Mila Corlateanu
Lenin-Denkmal in Chinisau
Und er schaut noch immer übers Land: Lenin. Bildrechte: Mila Corlateanu
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Weg zur Unabhängigkeit

Blutige Zusammenstöße in Moldawien (03.11.1990) 1 min
Bildrechte: DRA
Moldawien erklärt sich für unabhänig 2 min
Bildrechte: Deutsches Rundfunkarchiv
Menschen in einem Wahlbüro 1 min
Bildrechte: Deutsches Rundfunkarchiv

Transnistrische-moldauische Republik

Das Leben in einer abgespaltenen Republik

Die "Transnistrische Moldauische Republik" wird von keinem Staat der Welt anerkannt. Dennoch hat Transnistrien ein Parlament, einen Präsidenten, eine Verfassung, eine eigene Währung und sogar eine Nationalhymne.

Staatswappen von Transnistrien mit Hammer und Sichel steht auf einem Aufsteller in Tiraspol
Die "Transnistrische Moldauische Republik" - wie die offizielle Staatsbezeichnung Transnistriens lautet - wird von keinem anderen Land der Welt anerkannt. Völkerrechtlich gehört der winzige Staat zu Moldawien. Dennoch hat Transnistrien einen Präsidenten, ein Parlament, eine Verfassung, eine Armee, eine Währung (die an den Dollar gekoppelt ist) und auch eine Nationalhymne ("Rühmt die Gärten und Fabriken"). Auf der Nationalflagge Transnistriens sind - weltweit einzigartig - Hammer und Sichel abgebildet; der Geheimdienst heißt KGB und das Parlament Oberster Sowjet. Gern wird das Land als "letzter Rest der UdSSR" beschrieben. Bildrechte: IMAGO
Staatswappen von Transnistrien mit Hammer und Sichel steht auf einem Aufsteller in Tiraspol
Die "Transnistrische Moldauische Republik" - wie die offizielle Staatsbezeichnung Transnistriens lautet - wird von keinem anderen Land der Welt anerkannt. Völkerrechtlich gehört der winzige Staat zu Moldawien. Dennoch hat Transnistrien einen Präsidenten, ein Parlament, eine Verfassung, eine Armee, eine Währung (die an den Dollar gekoppelt ist) und auch eine Nationalhymne ("Rühmt die Gärten und Fabriken"). Auf der Nationalflagge Transnistriens sind - weltweit einzigartig - Hammer und Sichel abgebildet; der Geheimdienst heißt KGB und das Parlament Oberster Sowjet. Gern wird das Land als "letzter Rest der UdSSR" beschrieben. Bildrechte: IMAGO
Wegweiser zeigen die Richtung nach Chisinau und Odessa
Kishinew 76 Kilometer, Odessa 102 Kilometer - das zeigt ein Wegweiser in der Hauptstadt Tiraspol an und verweist damit auch auf die geostrategische Lage der "Transnistrischen Moldauischen Republik", einem schmalen Fleckchen Land, eingezwängt zwischen Moldawien und der Ukraine. Bildrechte: IMAGO
Velika Kisnitsa Grenzübergang im transnistrischen Teil des moldauisch-ukrainischen Grenzgebietes
Die Grenze zwischen Transnistrien und Moldawien wird seit 1992 von einer russischen Friedenstruppe bewacht. Transnistrien war bis 1940 als autonome Republik Teil der Ukraine. 1940 schlug Stalin sie aber Moldawien zu. Als die UdSSR zerfiel, widersetzten sich die Bewohner Transnistriens - mehrheitlich Russen und Ukrainer - einer wie sie behaupteten drohenden "Rumänisierung" Moldawiens und forderten einen eigenen Staat. Der Konflikt gipfelte in einem sechswöchigen Bürgerkrieg, in dem mehr als 1.000 Menschen starben. Die Auseinandersetzung, bei der auf Seiten der Separatisten heimlich auch russische Freiwillige kämpften, wurde schließlich von der 14. Russischen Armee unter General Lebed beendet und die "Transnistrische Moldauische Republik" ausgerufen - ein Phantomstaat mit einer halben Million Einwohner im Osten Moldawiens, knapp 230 Kilometer lang und an manchen Stellen kaum breiter als 40 Kilometer. Bildrechte: IMAGO
Landschaft Transnistrien
Landschaft mit weitem Himmel an der Grenze zwischen Transnistrien und der Republik Moldau. Bildrechte: IMAGO/Reporters
Die Doppelbotschaft von Abchasien und Süd-Ossetien
In Tiraspol befinden sich genau zwei Botschaften: die von Abchasien und die von Südossetien. Beides ebenfalls Staaten, die (außer von Russland) offiziell nicht anerkannt sind. Beide Botschafter teilen sich ein Büro. Bildrechte: Kati Molnar
Riesiges Plakat vor dem städtischen Kulturhaus in Tiraspol zeigt den transnistrischen Präsidenten Igor Smirnow beim Händeschütteln mit Russlands Präsidenten Medwedew vor der Kulisse des Moskauer Kremls
Der schmucke und aufwändig sanierte Kulturpalast in Tiraspol. Das riesige Plakat davor zeigt Igor Smirnov, von 1992 bis 2011 Transnistriens Präsident, und Dmitri Medwedew, den Ministerpräsidenten der Russischen Föderation. Transnistrien ist von Moskau sowohl politisch als auch wirtschaftlich abhängig. Russland liefert kostenlos Gas, zahlt kleine Zusatzrenten an die Pensionäre und errichtet Krankenhäuser. Anerkannt hat Russland Transnistrien aber nicht. Und auch wenn die überwältigende Mehrheit der Transnistrier immer wieder fordert, an Russland angeschlossen zu werden - es passiert nichts. Ganz offensichtlich scheint es den Machthabern im Kreml günstiger zu sein, alles in der Schwebe zu lassen. Sie haben auch so absolute Kontrolle. Und auch 2.000 Soldaten im Land stationiert. Angeblich, um Munitionsdepots aus Zeiten der UdSSR zu sichern. Bildrechte: IMAGO
Leninstatue in Tiraspol
Revolutionsführer Lenin ist noch überall im Land präsent: vor dem Parlamentsgebäude, vor Stadtverwaltungen, auf Plätzen und in Parkanlagen. "Land der Lenin-Statuen" wird Transnistrien genannt. Nirgendwo soll es mehr Lenin-Statuen geben als hier. Bildrechte: IMAGO
Zwei Frauen mit Hund auf dem Arm warten an einem Zeitungskiosk in Tiraspol.
Ein Zeitungskiosk in Tiraspol. Die staatlich gelenkten und kontrollierten Medien in Transnistrien haben eine wichtige propagandistische Funktion. So schüren sie etwa Ängste vor einer angeblichen Bedrohung durch Rumänien, Moldawien und die USA und beschreiben Transnistrien als eine Speerspitze der Slawen im Kampf gegen verderbliche westliche Werte. Zeitungen aus Moskau und gar aus Chisinau sind durchaus erhältlich, aber so teuer, dass sie sich kaum jemand leisten kann. Bildrechte: IMAGO
Sowjetische Kinder spielen Fußball zwischen Plattenbauten in Ribniza
Plattenbauten aus den 1970er-Jahren prägen das Bild der Transnistrischen Städte. Bildrechte: IMAGO
Ein ältere Frau mit blauem Einkaufsbeutel geht durch eine heruntergekommene Plattenbausiedlung aus der Sowjetzeit in Tiraspol
Damals waren es Vorzeigesiedlungen mit fließend warmem Wasser und Fernheizung. Heute sind die Blöcke oft heruntergekommen, das Geld für eine Sanierung aber fehlt. Es bleibt nur hier wohnen, wer sich nichts anderes leisten kann. 200 Euro beträgt übrigens das durchschnittliche Monatseinkommen in Transnistrien. Bildrechte: IMAGO
Zwei junge Frauen flanieren auf der Strasse des 25. Oktober in Tiraspol.
Tiraspol ist keine heruntergekommene, ärmliche Stadt. Im Gegenteil. Die alten Oberleitungsbusse verkehren pünktlich, die Fassaden der alten zweigeschossigen Häuser im Zentrum sind frisch getüncht, die Trottoirs ordentlich gepflastert. Auf den Straßen schweben oft große Limousinen mit getönten Scheiben vorbei - Transnistrien gilt als Mekka des Schmuggels und Schwarzhandels. Bildrechte: IMAGO
auf dem Djnestr in Transistrien
Ein Ausflugsdampfer auf dem Dnjestr. Der Fluss schlängelt sich durch die Hauptstadt Tiraspol und bildet an vielen Stellen auch die natürliche Grenze zu Moldawien. Bildrechte: Mila Corlateanu
Fluss in Tiraspol (Dnjestr)
Die Parkanlagen und Promenaden entlang des Dnjestr sind so gepflegt und sauber wie in den sowjetischen Propagandafilmen der 1950er-Jahre; kein Papier und keine Zigarettenkippen auf den Wegen, die Papierkörbe immer geleert. Eine der touristischen Attraktionen ist übrigens die Festung Bender oberhalb des Dnjestr - hier soll der Baron Münchhausen auf der Kanonenkugel geritten sein. Bildrechte: Mila Corlateanu
Niederlassung des ganz Transnistrien beherrschenden Sheriff-Konzerns vor Plattenbauten in Tiraspol.
Das erfolgreichste Unternehmen des Landes heißt "Sheriff". Es ist ein Mischkonzern, den zwei Polizisten 1993 gegründet haben. "Sheriff" gehören Tankstellen, eine Kaviarfabrik, diverse Großbäckereien und Supermärkte, eine Mercedes-Vertretung, ein Luxus-Hotel, eine Schnapsbrennerei, ein großes Spielcasino sowie der Fußballclub "Sheriff Tiraspol". Bildrechte: IMAGO
Moskwitsch fährt über die Dorfstrasse in Tschobrutschi
Hinter der Hauptstadt Tiraspol: staubige Wege, gesäumt von Apfelbäumen, Weinbergen und kleinen Gärten, in den die Leute Obst und Gemüse anbauen. Bildrechte: IMAGO
Eine Marktfrau in Tiraspol
Marktfrauen, wie hier auf dem zentralen Markt in Tiraspol, halten Obst und Gemüse aus eigenem Anbau feil und versuchen sich damit ihre kargen Renten aufzubessern. Bildrechte: Mila Corlateanu
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