Roma: Leben am Rande der Gesellschaft

Roma in Osteuropa

Fremdenfeindliche Gewalt in Osteuropa

Kosice, Usti nad Labem, Ostrava - in Osteuropa kam und kommt es immer wieder zu rassistisch motivierten Angriffen auf Roma. In Ungarn gab es sogar Todesopfer. Überall leben die Roma meist in großer Armut in Slums.

Anhänger der rechtsextremen Partei DSSS greifen eine Roma-Unterkunft im tschechischen Ostrava an. Die Polizei kann den Übergriff unter Tränengaseinsatz verhindern.
Ostrava, Tschechien Im September 2013 versuchten Anhänger der rechtsextremen Partei DSSS in Ostrava eine Roma-Unterkunft zu stürmen. Nur ein Großaufgebot der Polizei konnte die Erstürmung der Unterkunft verhindern. Die Neonazis skandierten: "Tschechien den Tschechen!" und "Zigeuner - geht arbeiten!" Bildrechte: IMAGO
Anhänger der rechtsextremen Partei DSSS greifen eine Roma-Unterkunft im tschechischen Ostrava an. Die Polizei kann den Übergriff unter Tränengaseinsatz verhindern.
Ostrava, Tschechien Im September 2013 versuchten Anhänger der rechtsextremen Partei DSSS in Ostrava eine Roma-Unterkunft zu stürmen. Nur ein Großaufgebot der Polizei konnte die Erstürmung der Unterkunft verhindern. Die Neonazis skandierten: "Tschechien den Tschechen!" und "Zigeuner - geht arbeiten!" Bildrechte: IMAGO
Arbeiter beenden in der nordböhmischen Stadt Usti Nad Labem (Aussig) die Arbeiten an einer zwei Meter hohen Mauer, die gebaut wurde, um ein mehrheitlich von Roma bewohntes Viertel und eine tschechische Wohnsiedlung zu trennen.
Usti nad Labem, Tschechien 1998 organisiert die Stadtverwaltung von Usti nad Labem die Gettoisierung der Roma - ihr Stadtviertel wurde von dem überwiegend von Tschechen bewohnten Viertel zunächst durch durch einen Stacheldrahtverhau getrennt. Dann gingen von der Stadtverwaltung beauftragte Bauarbeiter daran, eine 65 Meter lange und 1,80 Meter hohe Mauer zu errichten. Das Quartier der Roma war fortan von dieser Mauer umgeben und vom Rest der Stadt abgetrennt. Der Bürgermeister pries das Bauwerk als Symbol von "Recht und Ordnung". Bildrechte: dpa
Romadorf in Ungarn
Ungarn Zwischen 2008 und 2009 verübten Rechtsextreme in Ungarn landesweit zehn Anschläge auf Roma. Sechs Menschen starben bei den Terrorakten, 55 Menschen wurden teils schwer verletzt. Die drei Haupttäter wurden 2013 festgenommen und zu lebenslanger Haft verurteilt. Bildrechte: IMAGO
Ein Wohnblock aufgenommen am 22.06.2013 im Stadtteil Lunik 9 in Kosice, Slowakei. Ab der Fertigstellung 1970 wurden in dem Stadtteil Roma angesiedelt. Heute leben dort mehr als 6000 Menschen.
Kosice, Slowakei Lunik 9 ist eine Plattenbausiedlung in der slowakischen Stadt Kosice. 6.000 Roma leben hier unter ärmlichsten Verhältnissen. 2013, Kosice war gerade Kulturhauptstadt Europas, veranlasste die Stadtverwaltung den Bau einer Mauer um die Siedlung herum. Grund für die Erichtung des Bauwerks waren Klagen der in der Nachbarschaft wohnenden Slowakenen, die sich duch die Roma belästigt fühlten. Proteste der EU nützten nichts. Bildrechte: IMAGO
Mitglieder einer Bürgerwehr patrouilliert in der Stadt Gyongyospata in Ungarn.
Gyöngyöspata, Ungarn Ostern 2011 begann eine neofaschistische Bürgerwehr namens "Für eine bessere Zukunft" eine mehrwöchige Belagerung des von Roma bewohnten Dorfes Gyöngyöspata in Ungarn... Bildrechte: IMAGO
Roma in Gyöngopasta
Gyöngyöspata, Ungarn Die Mitglieder der Bürgerwehr übernahmen die Polizeigewalt im Dorf und spielten sich als Staatsgewalt auf. Sie terrorisierten die Roma und hielten schließlich noch eine Wehrsportübung hinter dem Dorf ab. Die Polizei griff nicht ein und die Regierung in Budapest rechtfertigte die Untätigkeit der Sicherheitskräfte mit dem Hinweis auf die von der Verfassung garantierte "Versammlungsfreiheit". Der amerikanische Geschäftsmann Richard Field evakuierte mit Hilfe des "Roten Kreuz" die Frauen und Kinder des Ortes. Bildrechte: IMAGO
Fackelzug der rechtsradikalen Partei JOBBIK und diverser paramilitaerischer Organisationen im Rahmen ihrer volksverhetzenden Kampagne gegen Zigeunerkriminalitaet.
Hejoszalonta, Ungarn Im April 2011 versetzten die rechtsnationale Partei Yobbik und andere paramilitärische Organisationen die in dem Dorf Hejoszalonta wohnenden Roma in Angst und Schrecken. Bildrechte: IMAGO
Fackelzug der rechtsradikalen Partei JOBBIK und diverser paramilitaerischer Organisationen.
Hejoszalonta, Ungarn Stundenlang marschierten die Rechtsnationalen durch die Straßen des Dorfs. Die Sicherheitskräfte schritten nicht ein. Die Roma mussten das gespenstische Treiben bis weit in die Nacht hinein geduldig ertragen. Bildrechte: IMAGO
Alle (8) Bilder anzeigen

Tschechien

Eingliederung der Roma 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Arbeitslosigkeit in Tschechien nimmt zu, als Sündenbock müssen die Roma herhalten. Die Benachteiligung der Roma beginnt schon in der Schule.

Mi 16.10.2013 19:30Uhr 02:50 min

https://www.mdr.de/zeitreise/stoebern/damals/video197832.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Kinder im Kindergarten. 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dass es auch anders geht, beweist man im nordböhmischen Obrnice: Dort leben Tschechen und Roma friedlich miteinander.

Do 05.12.2013 21:45Uhr 02:57 min

https://www.mdr.de/zeitreise/stoebern/damals/video197834.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Bunte Krawatten und Fliegen 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Rumänien

Roma an Müllhalde abgeschoben

In Cluj-Napoca hat die Stadtverwaltung Roma direkt an einer Mülldeponie zwangsangesiedelt. Sie rechnet damit, dass die Männer, Frauen und Kinder vom Müll leben. Recycling auf rumänisch.

Das Gelände von Pata Rat am Stadtrand von Cluj-Napoca (Rumänien) wird seit den 1970er-Jahren für Abfall genutzt.
Das Gelände von Pata Rat am Stadtrand von Cluj-Napoca wird seit den 1970er-Jahren für Abfall genutzt. Drei Mülldeponien sind seither dort entstanden. Laut einer Studie des Europäischen Zentrums für die Rechte der Roma (ERRC) ist Pata Rat aufgrund der Schadstoffe in der Luft und im Boden "völlig ungeeignet zum Leben". Dennoch leben rund um die Deponien über 1.500 Roma. Ein Teil von ihnen arbeitet auf der Halde. Bildrechte: Adrian Dohotaru
Das Gelände von Pata Rat am Stadtrand von Cluj-Napoca (Rumänien) wird seit den 1970er-Jahren für Abfall genutzt.
Das Gelände von Pata Rat am Stadtrand von Cluj-Napoca wird seit den 1970er-Jahren für Abfall genutzt. Drei Mülldeponien sind seither dort entstanden. Laut einer Studie des Europäischen Zentrums für die Rechte der Roma (ERRC) ist Pata Rat aufgrund der Schadstoffe in der Luft und im Boden "völlig ungeeignet zum Leben". Dennoch leben rund um die Deponien über 1.500 Roma. Ein Teil von ihnen arbeitet auf der Halde. Bildrechte: Adrian Dohotaru
Schaufelbagger zum Umgraben des Mülls: Auf dem Reklameschild wirbt die Stadt Cluj-Napoca für Abfallrecycling.
Schaufelbagger zum Umgraben des Mülls: Auf dem Reklameschild wird für Abfallrecycling und eine saubere Stadt geworben. In Wirklichkeit lässt sich Cluj-Napoca den Müll erst auf den Deponien von Roma sortieren. Würde es diese billigen Tagelöhner nicht geben, wäre die Umweltverschmutzung durch die Deponien deutlich höher. Bildrechte: Adrian Dohotaru
Arbeiter auf der rumänischen Mülldeponie von Pata Rat (Rumänien), Krähen fliegen über der Halde
Rumänien gehört in Sachen Mülltrennung zu den Schlusslichtern der EU. Nur ein Bruchteil des Mülls wird überhaupt getrennt, bevor er auf Deponien wandert. Bildrechte: Adrian Dohotaru
Roma sortieren den Müll auf der Deponie von Pata Rat (Rumänien) und suchen nach Essbarem
Bis zum Jahr 2020 hat sich Rumänien verpflichtet, mindestens 50 Prozent des Hausmülls zu trennen. Bei Nichterfüllung muss das osteuropäische Land laut EU-Regelung eine Strafe von 200.000 Euro pro Tag an die EU-Kommission zahlen. Bildrechte: Adrian Dohotaru
Rumänien produziert EU-weit pro Kopf die kleinste Menge an Hausmüll
Auch wenn Rumänien beim Recyceln hinterherhinkt, eine gute Nachricht gibt es dennoch aus dem Land: Rumänien produziert EU-weit pro Kopf die kleinste Abfallmenge: 254 Kilogramm pro Jahr. Die Deutschen liegen bei 616 Kilogramm pro Person. Bildrechte: Adrian Dohotaru
Sinti-Familie in Siebenbürgen sammelt Altmetall auf einer Müllkippe
Die Stadtverwaltung von Cluj-Napoca hat einen Teil der Roma rund um die Deponie von Pata Rat zwangsangesiedelt und offenkundig darauf gesetzt, dass die Roma versuchen werden, vom Müll zu leben. Bildrechte: IMAGO
Roma wohnen in improvisierten Bretterverschlägen neben der Müllkippe von Pata Rat (Rumänien)
An Selbstironie fehlt es den Roma, die neben den Deponien leben nicht. Sie haben ihre Siedlungen nach Dallas I und Dallas II benannt - als Kontrast zum Reichtum in der  US-Erdölstadt Dallas. Wer nahe des Müllberges lebt, gehört zu den Ärmsten der Armen. Gewohnt wird in improvisierten Verschlägen aus Holz, Presspappe und Kunststoffplatten, oft ohne Wasser, Strom und Kanalisation, dafür mit Schweinestall. Bildrechte: Adrian Dohotaru
Zwei Hände halten drei Mobiltelefone
Ob die Mobiltelefone noch funktionieren? Schwer zu sagen. Der Finder jedenfalls will sie ausprobieren. Bildrechte: Adrian Dohotaru
Abfalltonnen für Flaschen, Papier und Plastik in der rumänischen Hauptstadt Bukarest
Abfalltonnen für Flaschen, Papier und Plastik gibt es in Cluj-Napoca seit dem Jahr 2011. Laut Eurobarometer der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2013 sind jedoch nur 50 Prozent der Rumänen bereit, ihren Hausmüll zu trennen, bevor er auf die Deponie gelangt. In allen anderen EU-Ländern erklären sich deutlich mehr Menschen dazu bereit. In Deutschland sind es 98 Prozent der Befragten. Bildrechte: Annett Müller/MDR
Der Anthropologe Adrian Dohotaru (rechts) heuerte im November 2015 als Tagelöhner auf der Mülldeponie in Pata Rat an. Links neben ihm ein Roma, der seit Jahren den Müll auf der Deponie sortiert.
Der Anthropologe Adrian Dohotaru (rechts) heuerte im November 2015 als Tagelöhner auf der Mülldeponie in Pata Rat an. Eine Arbeit, die in der Regel nur Roma machen: Der 22-jährige Gabi arbeitet seit zwölf Jahren auf der Halde. Dohotaru blieb hingegen nur drei Tage lang. Bildrechte: Adrian Dohotaru
Alle (10) Bilder anzeigen

Ungarn

Foto von einem Baby, im Hintergrunde die Ungarische Flagge. 4 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bulgarien

Rosenernte 6 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Rosenöl aus Bulgarien ist ein Exportschlager. Doch für viele Roma hat der Rosenduft eine bittere Note, denn für einen Hungerlohn pflücken sie zwei Monate im Akkord die Blüten.

MDR FERNSEHEN Sa 31.05.2008 17:59Uhr 05:59 min

https://www.mdr.de/zeitreise/stoebern/damals/video153482.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Slowakei

Gruppe von Jungs beim Fußballtraining. 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Eine der wenigen Ausnahmen Integration der Roma

Integration der Roma

Die Roma in der Slowakei leben zumeist in Elendsvierteln an den Rändern der Städte. Die Gemeinde Záhorská Ves versucht, die Roma zu integrieren - mittels Fußball.

Fr 02.12.2016 17:45Uhr 01:53 min

https://www.mdr.de/heute-im-osten/video-66040.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Über dieses Thema berichtete der MDR auch im TV:

Über dieses Thema berichtete der MDR auch im TV:

HEUTE IM OSTEN in MDR Aktuell | 02.12.2016 | 17:45 Uhr
HEUTE IM OSTEN - Das Magazin | 25.05.2014 | 16:00 Uhr
MDR Aktuell | 16.10.2013 | 19:30 Uhr
MDR Aktuell | 05.12.2013 | 21:45 Uhr