Schamanen, Heiler und Hexer

Der Heiler Braco mit seiner Tochter auf der Straße.
Braco, Kroatien Von Medizin habe er keine Ahnung und er sei ein ganz gewöhnlicher Mensch, sagt Braco von sich. Dabei wird der 1967 in Zagreb geborene Heiler in seiner Heimat verehrt wie ein Heiliger und auch zu seinen Auftritten in Deutschland, Slowenien, Bosnien, Israel, Österreich und der Schweiz pilgern täglich bis zu 7.000 Menschen. Seine Heilmethode: der "gebende Blick". Sieben Sekunden steht Braco reglos da und schaut still in die Menge. Auf diese Weise will er seine Patienten unter anderem von Krebs, Diabetes, Allergien oder Lähmungen geheilt haben. Bildrechte: dpa
Ein blonder Mann in Anzug und Krawatte hält sich beide Hände an die Schläfen und schaut sehr angestrengt.
Valeriu Borgos, Rumänien "Ich dringe in das Unterbewusstsein der Patienten ein und bewirke dort eine Selbstheilung", beschreibt der Geistheiler Valeriu Borgos seine wundersame Tätigkeit. Borgos, 1955 in Siebenbürgen geboren, machte sich in Deutschland in den 1980er Jahren einen Namen, als er die Schauspielerin Hildegard Knef von einer schlimmen Krankheit befreite. In Israel ist Borgos, der als Heiler im Universitätskrankenhaus von Tel Aviv fest angestellt ist, eine Berühmtheit: Er hat eine eigene Fernsehsendung und seine Heilerfolge sind längst legendär. Bildrechte: IMAGO
Dschuna Dawitaschwilli, 1995
Dschuna, Russland Dschuna war seit Anfang der 1980er Jahre die geheime Heilerin des Kremls und galt als eine Art weiblicher Rasputin. Zu ihren Patienten gehörten Leonid Breschnew, Eduard Schewardnadse, Boris Jelzin. Und auch Michail Gorbatschow soll ihre Fähigkeiten geschätzt haben. "Ständig sind Limousinen der Staatsführung vor Dschunas Wohnung vorgefahren", erinnert sich ihr damaliger Ehemann. Einer der ersten, den Dschuna, die mit bürgerlichem Namen Jewgenia Dawitaschwili hieß, mittels Handauflagen heilte, war der legendäre Moskauer Sänger und Schauspieler Wladimir Wyssozki gewesen. Später kamen auch Federico Fellini und Robert de Niro zu Behandlungen zu ihr nach Moskau. Mit dem Ende der UdSSR war Dschuna, die gern mit ihrer orientalischen Herkunft kokettierte und sich als "assyrische Prinzessin" präsentierte, zu einer Berühmtheit avanciert. Sie trat im Fernsehen auf und gründete eine "Akademie für Alternative Wissenschaften". Dschuna starb im Sommer 2015. Sie wurde nur 65 Jahre alt. Bildrechte: dpa
Der Heiler Braco mit seiner Tochter auf der Straße.
Braco, Kroatien Von Medizin habe er keine Ahnung und er sei ein ganz gewöhnlicher Mensch, sagt Braco von sich. Dabei wird der 1967 in Zagreb geborene Heiler in seiner Heimat verehrt wie ein Heiliger und auch zu seinen Auftritten in Deutschland, Slowenien, Bosnien, Israel, Österreich und der Schweiz pilgern täglich bis zu 7.000 Menschen. Seine Heilmethode: der "gebende Blick". Sieben Sekunden steht Braco reglos da und schaut still in die Menge. Auf diese Weise will er seine Patienten unter anderem von Krebs, Diabetes, Allergien oder Lähmungen geheilt haben. Bildrechte: dpa
Ein altes, etwas schiefes Haus im Schnee.
Die Hexen von Bielsk Podlaski, Polen In den kleinen, vom Nebel umwehten Dörfern um Bielsk Podlaski herum, in Ostpolen, an der Grenze zur Ukraine, dort, wo es neben den fast leeren Straßen den letzten Urwald Europas gibt, sind sie zu Hause: die Hexen oder – wie sie sich fast noch lieber nennen – die Flüsterinnen. Es sind durchweg sehr alte Frauen, die christlich-orthodoxe Gebete mit heidnischen Bräuchen vermengen und behaupten, auf diese Weise Menschen heilen zu können: Epileptiker, Somnambule, Lahme, Aussätzige, Leukämiekranke, allesamt Menschen, bei denen die herkömmliche Medizin versagt hat. Und die kommen in Scharen – aus allen Regionen Polens, aus der Ukraine, aus Österreich und Deutschland. An manchen Wochenenden sind die Dörfer der Flüsterinnen mit Autos komplett zugestellt. Die Bezahlung ist übrigens freiwillig. Manche geben eine Tafel Schokolade, andere ein paar Münzen. Nur von den Kranken aus dem Ausland nehmen die Hexen gern auch ein paar Scheine. Bildrechte: IMAGO
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