Sa 25.11. 2017 18:00Uhr 14:30 min

Heute im Osten - Reportage

Billigfleisch dank Billiglohn -

Die Tricks der Fleischindustrie

Komplette Sendung

Schweinehälften auf einem Fliesband.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Sa, 25.11.2017 18:00 18:15
Die Arbeit im Schlachthof ist hart: Tiere treiben, betäuben, schlachten, Fleisch im Akkord zerlegen, Schweinedärme auswaschen. Der Bedarf an Mitarbeitern ist groß: Eine einzige Schlachtfabrik in Weißenfels, gleich vor den Toren Leipzigs, betrieben von Tönnies, beschäftigt 1.700 Arbeiter, die sechs Tage die Woche im Zweischichtbetrieb schlachten und zerlegen.

Die wenigsten Arbeiter kommen aus der Region. 70 Prozent sind Arbeitskräfte aus Osteuropa, meist Rumänen. Sie machen die Jobs, die kaum einer machen will, angeblich zum Mindestlohn. Doch über Tricks sind sie bei Subunternehmern beschäftigt, die sie oftmals abzocken.

Die "Heute im Osten - Reportage" zeigt, wie Osteuropäer ausgebeutet werden und ihre Träume vom guten Lohn zerplatzen, damit Deutschland noch billiger schlachten kann.

Bilder zur Sendung

Vom Subunternehmer um Lohn geprellt

Tönnies gehört zu den größten Schlachtbetrieben Deutschlands. Allein in Weißenfels gibt es zwischen 1.700 bis 2.100 Beschäftigte. Die Mehrheit der Angestellten - Leiharbeiter aus Osteuropa, angeheuert von Subunternehmen.

Die Tönnies Gruppe Schlachthof in Weißenfels.
Blick auf den Schlachthof von Tönnies in Weißenfels. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben acht Produktionsstätten in Deutschland und den Niederlanden mit rund 10.000 Beschäftigten. Bildrechte: IMAGO
Die Tönnies Gruppe Schlachthof in Weißenfels.
Blick auf den Schlachthof von Tönnies in Weißenfels. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben acht Produktionsstätten in Deutschland und den Niederlanden mit rund 10.000 Beschäftigten. Bildrechte: IMAGO
Constantin Aurelian
Tönnies arbeitet wie viele andere Fleischbetriebe in Deutschland mit Leiharbeiterin in Osteuropa. Auch der 29-jährige Constantin Aurelian verdingte sich zwischenzeitlich in einem Schlachtbetrieb in Nordrhein-Westfalen. Ein Subunternehmen hatte ihn angeheuert. Bildrechte: TVNTV GmbH/MDR
Aurelians Wohnung, ein ehemaliger Schweinestall
Aurelian stammt aus der südrumänischen Stadt Caralasi, einer strukturschwachen Region. Sein zu Hause ist ein umgebauter Schweinestall. Bildrechte: TVNTV GmbH/MDR
Constantin Aurelian mit seinen beiden Töchtern
Aurelian hatte gehofft, in Deutschland ein gutes Gehalt zu verdienen, um seine zwei Töchter und seine Frau in Rumänien zu versorgen. Doch angesichts vieler unbezahlter Überstunden und der harten Arbeit kündigte er schließlich beim Subunternehmen. Bildrechte: TVNTV GmbH/MDR
Schlachtfabrik_Tönnies
Blick in den Schlachtbetrieb von Tönnies im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück. Der Konzern lässt Schweine und Rinder schlachten, zerlegen und verarbeiten. Bildrechte: TVNTV GmbH/MDR
Schweinehälften werden am Band zerlegt
Die Tiere werden im Akkord zerlegt, eine körperlich schwere Arbeit. Dass es im Unternehmen Zwölf-Stunden-Schichten gibt, wie so manche Mitarbeiter von Tönnies beklagen, dementiert die Firma. "Gerade bei den Arbeitszeiten entsteht oftmals ein Missverständnis über geleistete Arbeitsstunden, die sogenannte Nettoarbeitszeit", heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. Bildrechte: TVNTV GmbH/MDR
Schweinefleisch auf Fließbändern bei Tönnies
Das verarbeitete Fleisch wird nach Angaben von Tönnies zu über 50 Prozent ins Ausland exportiert. | Über dieses Thema berichtet der MDR auch im Fernsehen | 25. November 2017 | 18:00 Uhr. Bildrechte: TVNTV GmbH/MDR
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