Skifahren in Osteuropa: Billiger und besser?

Fast die Hälfte aller Ski-Urlaube wird in Österreich verbracht. Wem das zu langweilig ist, der sollte mal auf die Alternativen in Osteuropa schauen. Hier ausgewählte Empfehlungen - für Anfänger und Fortgeschrittene.

Pauschal kann man über das Skifahren in Osteuropa schon einmal festhalten, dass es sehr viel günstiger ist als im Wallis oder Südtirol. Ein Skilehrer für 10 Euro pro Stunden wie er in Georgien zur Verfügung steht, wird man wohl in der Schweiz niemals finden. Neben günstigen Preisen wird auch Nervenkitzel geboten.

Mazedonien: Mit dem Pistenbully auf den Gipfel

Popova Sapka war einst ein beliebtes Skigebiet in Mazedonien. Durch den Krieg ging auch hier vieles wirtschaftlich bergab. Langsam gelingt es, den Winter-Tourismus hier wieder aufzubauen. Bis man mit den großen Skigebieten wieder mithalten kann, wird es jedoch noch dauern. Daher setzt mazedonischer Skisport auf außergewöhnliche Erlebnisse. 

Rote Pistenraupe in Mazedonien.
Im Bully rauf, im Tiefschnee runter: das geht in der Šar Planina. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Eigeninitiative haben Mazedonier den Extrem-Skisport wieder ins Land geholt. Da Skilifte noch selten sind, behelfen sich die Veranstalter des Tiefschnee-Skifahrens in der Šar Planina, dem Shar-Gebirge, mit Pistenbullys. Bis zu zehn Mal werden die Touristen damit auf den Gipfel gefahren, um dann im unberührten Tiefschnee die Pisten herunterzufahren.

Rumänien: Mit dem Helikopter auf die Piste

Die Rumänischen Karpaten, die zweitgrößte Gebirgskette Europas, bietet noch Freiraum beim Skifahren. Durch die dünne Besiedelung und geringere Umweltauflagen kann sich hier ein Extremsport-Tourismus entwickeln, denn es sonst so nur in Kanada oder Russland gibt. Der dreifache Snowboard-Europameister Martin Freinademetz brachte aus seinem Heimatland Österreich das Heli-Skiing nach Rumänien.

Nachdem er die Gebiete in den Alpen für zu klein befand, testete er die Gebiete in den "Transsilvanischen Alpen" aus. In Rumänien hat er mehr als 100 Kilometer Gebirgskette, die er mit dem Helikopter ansteuern kann. Von Sibiu (Hermannstadt) fliegt er für 500 Euro am Tag die Skifahrer auf die Gipfel. Ein Extremsport-Event, das für diesen Preis in Kanada undenkbar wäre. Außerdem gibt es in Rumänien keine Skifahr-Tradition, was noch mehr Platz auf den Pisten bietet.

Skifahren in der City oder überm Donauknie

Bibiana Barth neben pinkfarbenen Pistenschild
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Warschau: Abfahrt in der City

Warschau ist eine der wenigen Großstädte mit einem eigenen Skiberg. Szczęśliwicka Górka heißt der Hausberg der Warschauer, der im Sommer für Trockenrodeln und im Winter zum Skifahren genutzt werden kann. Von 10 bis 20 Uhr ist die Piste täglich geöffnet und viele Hauptstädter nutzen diese Zeit für eine kurze Abfahrt.

Wenngleich die Piste mit 200 Metern anspruchsvollen Skisportlern nicht gerecht wird, so kann es doch eng werden auf der Strecke. Die Schlepp- und Sessellifte haben eine Gesamtkapazität von fast 2.000 Personen pro Stunde bei knapp zwei Minuten Fahrzeit zur Bergstation.

Über dieses Thema berichtete der MDR auch im TV: SACHSENSPIEGEL | 24.11.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Februar 2018, 17:53 Uhr