Warschau/Smolensk Warum ein Flugzeugabsturz Polen noch heute beschäftigt

10.04.2013 Gedenkfeier in Warschau an die Opfer des Absturzes der polnischen Präsidentenmaschine im russischen Smolensk - drei Jahre nach dem Unglück. Auf dem Bild ist links in der Menschenmasse Jaroslaw Kaczyniski, Bruder des verstorbenen polnischen Präsidenten Lech Kaczynski zu sehen.
Nicht nur zum Jahrestag, sondern jeden Monat, versammeln sich Anhänger der Partei "Recht und Gerechtigkeit" vor dem Präsidentenpalast und fordern die Aufdeckung der Wahrheit um den Absturz von Smolensk. Die offiziellen Untersuchungsergebnisse zweifeln sie an. Bildrechte: IMAGO
lech und maria Kaczynski
Präsident Lech Kaczynski ist an diesem Tag auf dem Weg zu einer Gedenkfeier für 20.000 polnische Offiziere und Intellektuelle, die kurz nach Beginn des Zweiten Weltkrieges von Angehörigen des sowjetischen Volkskommissariats für Innere Angelegenheiten (NKWD) ermordet wurden. Bildrechte: imago/Eastnews
18.04.2010. Staatsbegräbnis des beim Flugzeugabsturz getöteten polnischen Präsidenten Lech Kaczynski und dessen Ehefrau Maria. Ein Sarg wird zur Wawel-Burg in Krakau getragen. Die Burg gilt als heilige Stätte, in der jahrhundertelang Herrscher residierten.
Die Särge von Lech und seiner Frau Maria Kaczynski werden am 18.04.2010 in der Königsgruft im Wawel von Krakau beigesetzt. In der Bevölkerung gibt es Proteste gegen diese Entscheidung. Kaczynskis Leistungen würden nicht in einer Reihe stehen mit den dort beigesetzten Königen, Heiligen und Nationalhelden. Bildrechte: IMAGO
10.12.2015 Gedenkfeier für die Opfer des Absturzes der polnischen Präsidentenmaschine nahe des russischen Smolensk - 5 Jahre nach dem Unglück. Auf dem Treppchen mit Mikrofon in der Hand steht der polnische Ex-Premier Jaroslaw Kaczynski. Sein Bruder Lech Kaczyniski war bei dem Unglück ums Leben gekommen.
Jaroslaw Kaczynski spricht bis heute von einem Anschlag auf die Maschine seines Bruders. Jeden 10. eines Monats beginnt er mit einer Messe zum Gedenken an Lech, abends spricht er zu seinen Anhängern vor dem Präsidentenpalast. Bildrechte: IMAGO
Flugabsturz einer polnischen Tu-154 im russischen Smolensk nahe des Flughafens. An Bord der Maschine saßen am 11. April der polnische Präsident Lech Kaczynski und zahlreiche andere Regierungsmitglieder.
10. April 2010 um 8:56 Uhr – die polnische Präsidentenmaschine mit Lech Kaczynski und 95 hochrangigen Politikern und Militärs an Bord stürzt während des Landeanfluges nahe der russischen Stadt Smolensk ab. Bildrechte: IMAGO
Wrackteile liegen 2010 an der Absturzstelle eines Flugzeugs
Zum Zeitpunkt des Absturzes herrscht am Flughafen dichter Nebel. Die Tupolew Tu-154 zerschellt komplett. Bildrechte: IMAGO
Gedenkstätte für Opfer des Massakers von Katyn
Das Massaker fand im April und Mai 1940 auf Befehl Stalins in einem Wald bei Katyn statt. Bildrechte: IMAGO
Ausgrabungen in Katyn
1942 entdeckte die deutsche Wehrmacht die Massengräber und exhumierte die Leichen ein Jahr später. Die Sowjetunion hatte das Verbrechen jahrzehntelang geleugnet und das Massaker dem NS-Regime angelastet. Erst 1990 übernahm Michail Gorbatschow die Verantwortung für das Geschehen und entschuldigte sich beim polnischen Volk. Bildrechte: IMAGO
Überreste der Todesopfer vom Absturz der Präsidentenmaschine am 10. April 2010 werden in Särgen nach Warschau gebracht und mit Militärehren dort am Flughafen empfangen.
In Polen herrscht Bestürzung über die Tragödie – das Land verliert seinen Staatspräsidenten und wieder einen Teil seiner Elite. Bildrechte: IMAGO
10.04.2013 Gedenkfeier in Warschau an die Opfer des Absturzes der polnischen Präsidentenmaschine im russischen Smolensk - drei Jahre nach dem Unglück. Auf dem Bild ist links in der Menschenmasse Jaroslaw Kaczyniski, Bruder des verstorbenen polnischen Präsidenten Lech Kaczynski zu sehen.
Nicht nur zum Jahrestag, sondern jeden Monat, versammeln sich Anhänger der Partei "Recht und Gerechtigkeit" vor dem Präsidentenpalast und fordern die Aufdeckung der Wahrheit um den Absturz von Smolensk. Die offiziellen Untersuchungsergebnisse zweifeln sie an. Bildrechte: IMAGO
Flugabsturz einer polnischen Tu-154 im russischen Smolensk nahe des Flughafens. An Bord der Maschine saßen am 11. April 2010 der polnische Präsident Lech Kaczynski und zahlreiche andere Regierungsmitglieder.
Der polnische Pilot hätte sich aufgrund des dichten Nebels nicht zu einer Landung entschließen dürfen. Die polnische Untersuchungskommission gibt aber auch den russischen Fluglotsen eine Mitschuld – sie haben Abweichungen der Maschine vom Kurs zu spät ans Cockpit zurück übermittelt. Bildrechte: IMAGO
Untersuchungsausschuss zu Flugzeugabsturz bei Smolensk, 2010
Noch 2010 gründen die Abgeordneten der PiS-Partei einen eigenen Untersuchungsausschuss. Sie glauben nicht, dass die von der linken Koalition eingesetzte Untersuchungskommission unabhängig ermittelt. Bildrechte: IMAGO
Antoni Macierewicz und Jaroslaw Kaczynski, 2013
Die Leitung des PiS-Gremiums übernimmt Verteidigungsministers Antoni Macierewicz. Er vertritt zusammen mit Jaroslaw Kaczynski von Beginn an die Theorie eines Anschlages. Ergebnis der PiS-Untersuchung: es war ein Anschlag. Denn kurz vor dem Absturz der Maschine habe es zwei Explosionen an Bord gegeben. Im März 2015 legt schließlich die polnische Militärstaatsanwaltschaft ihren Untersuchungsbericht vor. Hauptschuld am Absturz tragen demnach die beiden Piloten. Erneut wird den russischen Fluglotsen eine Mitschuld vorgeworfen. Der Bericht bestätigt damit die Ergebnisse der von der linken Regierungskoalition unter Donald Tusk eingesetzten Untersuchungskommission. Bildrechte: IMAGO
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