Erste Pressekonferenz: Sobtschak kritisiert Krim-Annexion

Die Fernsehmoderatorin und Präsidentschaftskandidatin Xenia Sobtschak hat auf einer Pressekonferenz ihren Wahlstab vorgestellt. Für Aufsehen sorgten aber vor allem ihre Aussagen über die Krim.

Chef ihres Wahlstabs wird Igor Malaschenko. Der hat 1996 bereits den Wahlstab von Boris Jelzin geleitet und war einer der Gründer des russischen Fernsehsenders NTV. Außerdem gehören prominente Journalisten und Bürgerrechtler zu Sobtschaks Beraterstab.

Bei der Pressekonferenz, zu der rund 200 russische und ausländische Journalisten gekommen waren, beantwortete Sobtschak auch erste Fragen zu ihren politischen Standpunkten.

"Krim ist Ukrainisch"

So erklärte die 35-jährige auf die Frage einer ukrainischen Journalistin: "Vom Standpunkt des internationalen Rechts her ist die Krim Ukrainisch. Punkt." Der Anschluss der Krim an Russland sei ein Verstoß gegen das Memorandum von Budapest aus dem Dezember 1994 gewesen.

In dem hatten Russland, Großbritannien und die USA der Ukraine territoriale Integrität garantiert. Im Gegenzug hatte die Ukraine auf Atomwaffen aus sowjetischen Beständen verzichtet. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte 2014 allerdings erklärt, das Memorandum habe seine Rechtskraft verloren, da in Kiew ein verfassungswidriges Regime installiert worden sei. 

Verzicht zugunsten Nawalnys

Ihre eigene Kandidatur bezeichnete Xenia Sobtschak als "Kandidatur gegen alle". Gleichzeitig betonte sie, sie werde ihre Kandidatur zurückziehen, falls der Oppositionelle Alexej Nawalny für die Wahl zugelassen werden sollte. Dessen Zulassung ist wegen einer gegen ihn verhängten Bewährungsstrafe aber unsicher. Die offizielle Registrierung der Kandidaten hat noch nicht begonnen.

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL auch im: TV | 04.11.2016 | 17:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2017, 17:33 Uhr