Reiseziel Abchasien "Riviera der Sowjetunion" im Dämmerschlaf

Verlassener Bahnhof
Wichtig für den touristischen Erfolg war eine Eisenbahnstrecke entlang der Schwarzmeerküste, die in der Stalinzeit abschnittsweise bis 1945 fertiggestellt wurde. Viel Wert legte man dabei auf die prächtigen Bahnhöfe. Einer der größten befindet sich in der abchasischen Hauptstadt Sochumi. Bildrechte: IMAGO
Küste entlang des Kaukasus aus der Luft aufgenommen
Sonnig-mildes Klima, eine lange Küste und die Berge des Kaukasus: Das ist Abchasien. Die Region am Schwarzen Meer bietet alles, was sich Urlauber wünschen. Doch in Deutschland ist sie den wenigsten bekannt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Strand mit Badegästen
Von 1921 bis 1931 war Abchasien eine eigenständige Sowjetrepublik. Danach wurde es auf Stalins Befehl in die Georgische Sowjetrepublik eingegliedert – offiziell deshalb, weil die Kollektivierung der Landwirtschaft nicht schnell genug vorankam. Was sich hingegen schon damals prächtig entwickelte, war der Tourismus. Bereits in den Zwanzigern begann Abchasiens Aufstieg zur "roten Riviera". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Verlassener Bahnhof
Wichtig für den touristischen Erfolg war eine Eisenbahnstrecke entlang der Schwarzmeerküste, die in der Stalinzeit abschnittsweise bis 1945 fertiggestellt wurde. Viel Wert legte man dabei auf die prächtigen Bahnhöfe. Einer der größten befindet sich in der abchasischen Hauptstadt Sochumi. Bildrechte: IMAGO
Verlassenes Amra-Restaurant auf Stelzen
Abchasien galt in der Sowjetzeit als mondän und war bei den sowjetischen Touristen ein äußerst begehrtes Urlaubsziel. Doch das sollte sich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion jäh ändern – davon zeugen heute die verfallenen Strandanlagen. Bildrechte: IMAGO
Wohnblock mit fahrenden Autos davor
Anfang der 1990er-Jahre führte Abchasien einen blutigen Unabhängigkeitskrieg gegen Georgien. Seine Spuren sind in Sochumi auch heute noch allgegenwärtig – wie an diesen beiden Plattenbauten mit zahlreichen Einschusslöchern zu sehen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Das ehemalige abchsische Parlament
Sochumi lag damals im Mittelpunkt des Kampfgeschehens. Das abchasische Parlamantsgebäude brannte 1993 und ist zu einem Symbol dieses Krieges geworden. Bildrechte: IMAGO
Schiffswrack aufgebockt am Ufer
Die Folgen des Krieges - Abwanderung fast der Hälfte der Bevölkerung und wirtschaftliche Sanktionen der GUS-Staaten - brachten Abchasien an den Rand des wirtschaftlichen Ruins. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Luftaufnahme Strand
Erst 2008 erkannte Russland, als erstes Land der Welt, Abchasien als unabhängiges Land an. Inzwischen wird Abchasien von fünf Staaten der Welt anerkannt. Deutschland ist nicht darunter. Von einer echten Unabhängigkeit kann aber kaum die Rede sein. Abchasien hängt am russischen Tropf, russische Zuwendungen stellen einen Großteil des "Staats"-Haushalts dar. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Frau im Bikini mit zwei Kindern am Strand
Und auch im Tourismus spielt der große Nachbar eine zentrale Rolle. Die steinigen aber wunderschön in die Kulisse des Kaukasus passenden Strände des Landes sind in Westeuropa nahezu unbekannt. Und auch wegen der ungeklärten völkerrechtlichen Lage Abchasiens bleiben Gäste aus anderen Ländern als Russland aus. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Zwei Frauen an Stranpromenade
Etwa 1,5 Millionen Touristen kommen jährlich ins Land, das selbst nicht einmal eine Viertelmillion Einwohner hat. Der Tourismus ist daher einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Abchasiens. Die meisten Gäste stammen, wie diese zwei Damen, aus Russland. Sie loben die "freundlichen Menschen“ und sind von den hiesigen Stränden begeistert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Hotel Abchasia, einst das bekannteste Hotel der Stadt
Ein Problem bleibt aber die veraltete Infrastruktur, die größtenteils noch aus der Sowjetzeit stammt. Das ehemals bekannteste Hotel Sochumis, das "Hotel Abchasia" (im Bild), ist nur noch eine Ruine. Neue Hotels wurden seit dem Sezessionskrieg Anfang der Neunziger nur selten gebaut. Viele Touristen übernachten daher in Privatunterkünften. Bildrechte: IMAGO
Kinder spielen am Strand im Hintergrund Hausbootwrack, das aus dem Wasser ragt
Dass sich die Lage grundlegend ändert, ist wegen des Konflikts mit Georgien, das die Unabhängigkeit seiner abtrünnigen Provinz nicht anerkennen will, unwahrscheinlich. Und so wird die einstige "rote Riviera" wohl noch lange in einem postsowjetischen Dämmerschlaf verharren. (Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL im TV am 15.06.2018, 17.45 Uhr) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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