Nadine und Falk Wegener gemeinsam an einem See
Nadine und Falk Wegener gemeinsam an einem See Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Für das Wunschkind nach Tschechien Wenn der Traum vom Baby grenzenlos ist

Der Babytourismus in Tschechien boomt. Nicht nur wegen des Preises. Ein gelockertes Embryonenschutzgesetz macht hier vieles möglich, was woanders verboten ist. So zum Beispiel die Eizellspende - ein Tabu in Deutschland.

Nadine und Falk Wegener gemeinsam an einem See
Nadine und Falk Wegener gemeinsam an einem See Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Familienplanung ist gut und schön, doch nicht immer klappt es mit dem Nachwuchs. Diese Erfahrung machen auch in Deutschland Jahr für Jahr tausende Paare. Dann beginnt für viele eine Odyssee: Von Arzt zu Arzt, von Klinik zu Klinik. Doch die Möglichkeiten sind in Deutschland begrenzt. So verbietet das Embryonenschutzgesetz beispielsweise eine Eizellspende. Anderswo ist das möglich. Deshalb versuchen viele Paare, denen deutsche Ärzte nicht helfen können, ihr Glück zum Beispiel in Tschechien.

Osteuropa

Nadine und Falk wollen sich ihren Kinderwunsch in Prag erfüllen

Nadine im OP, kurz vor der Entnahme ihrer Eizellen
Für Nadine ist heute ein wichtiger Tag. Sie ist aufgeregt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Nadine und Falk in der der Unica-Klinik
Vor einem halben Jahr ging alles los: Unweit des Prager Zentrum hatten Nadine und Falk ihren ersten Termin mit Dr. Tomáš Frgala von der tschechischen Klinik. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Nadine und Falk im Gespräch mit Arzt Dr. Frgala
Dr. Frgala kennt Nadines Vorgeschichte. Eine natürliche Schwangerschaft ist bei der 42-Jährigen ausgeschlossen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Nadine in ihrem Wohnzimmer in Erkner
Zur Vorbereitung der Eizellenentnahme hat sich Nadine wochenlang Hormone gespritzt. Eine aufreibende Prozedur. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Nadine während der OP in Prag
In der anschließenden Operation in Tschechien werden Nadine Eizellen entnommen, ... Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Eine Frau sieht durch ein Mikroskop
... um diese dann künstlich zu befruchten (im Bild). In einem Embryolator stehen die befruchteten Eizellen unter ständiger Beobachtung. Zunächst läuft alles gut. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ein Monitor zeigt eine Eizelle
Doch dann folgt die Ernüchterung. Die meisten Eizellen hören auf sich zu teilen. Nur ein einziger der zwölf Embryonen entwickelt sich normal. Nur dieser Eine kann in dem Speziallabor auf genetische Krankheiten untersucht werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Nadine und Falk in ihrem Garten in Erkner
14 Tage später in Erkner. Die Stimmung ist gedrückt. Die Chancen auf ein eigenes Kind sind enorm gesunken. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Nadine im OP, kurz vor der Entnahme ihrer Eizellen
Für Nadine ist heute ein wichtiger Tag. Sie ist aufgeregt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ein Mann sitzt auf einem Gang auf einem Stuhl
Auch ihr Mann Falk ist nervös. Er wartet vor der Tür in einer Kinderwunsch-Klinik in Tschechien. Hier soll ihr Traum von einem eigenen Baby endlich in Erfüllung gehen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Nadine und Falk gemeinsam an einem See
Seit zehn Jahren versucht das Paar ein Kind zu bekommen. Mehr als 30.000 Euro haben sie schon in ihren Kinderwunsch investiert. Doch bisher sind alle zehn künstlichen Befruchtungsversuche in Deutschland gescheitert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Nadine und Falk im Auto
Was ihnen bleibt, ist der Weg über die Grenze. In Tschechien werben manche Kliniken mit über 70 Prozent Erfolgsaussichten. Denn hier ist die Gesetzeslage anders als in Deutschland. Wie Nadine und Falk nehmen 3.000 deutsche Paare pro Jahr den Weg nach Tschechien in Kauf - in der Hoffnung aufs Wunschkind. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Nadine und Falk im Gespräch mit Arzt Dr. Frgala
Damit es nun in der tschechischen Kinderklinik klappt, will Dr. Frgala die Eizellen von Nadine vor und nach der Befruchtung aufwändig genetisch untersuchen. Und nur die besten werden dann eingesetzt. In Deutschland ist dieses Auswahl-Verfahren laut Gesetz nur in Extremfällen erlaubt - denn jeder Embryo soll dieselbe Chance auf Leben haben. Hier in Tschechien sieht man das anders. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ein Mann und eine Frau sitzen vor einem Laptop.
Heute sollen die Ergebnisse aus dem tschechischen Gen-Labor kommen. Das Paar ist aufgeregt und wird endlich erfahren, ob die letzte befruchtete Eizelle überhaupt eine Chance hat. Beide halten fest an ihrem Traum von einem Leben mit Kind – auch wenn sie dabei Grenzen überschreiten müssen. (Über dieses Thema berichtete der MDR im TV: 13.04.2019 | 18:00 Uhr) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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In der Heute im Osten-Reportage: "Letzte Hoffnung Tschechien. Wenn der Traum vom Baby grenzenlos ist" begleiten wir Nadine und Falk W. Die beiden sind seit 24 Jahren ein Paar. Seit zehn Jahren versuchen sie, ein Kind zu bekommen. Bisher erfolglos. Nach etlichen missglückten künstlichen Befruchtungen geben ihre Ärzte in Berlin auf. Was bleibt, ist der Weg über die Grenze. In Tschechien werben manche Kliniken mit einer Erfolgsaussicht von mehr als 70 Prozent. Die Gesetzeslage ist anders als in Deutschland, die Ärzte haben mehr Spielräume. Nadine und Falk haben sich für eine Klinik in Prag entschieden. Mit gemischten Gefühlen machen sie sich auf den Weg über die Grenze. Für das Paar vielleicht die letzte Chance auf das ersehnte Babyglück …

Interviews zum Thema


Über dieses Thema berichtet HEUTE IM OSTEN im TV: Letzte Hoffnung Tschechien. Wenn der Traum vom Baby grenzenlos ist | 13.04.2019 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. April 2019, 16:45 Uhr