Tschechien: Wirtschaft und Verkehr

Wirtschaft und Verkehr

Osteuropa

Big Business in Piesteritz - Ein Milliardär aus Tschechien kauft im Osten ein 14 min
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Osteuropa

Blick auf die Kühltürme des Kraftwerkes. 5 min
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Jurte statt Großstadtapartment

Umweltbewusst leben ist auch in Tschechien in Mode. Vojtěch Veselý ist noch weiter gegangen: Er hat der Großstadt gänzlich Lebewohl gesagt und lebt stattdessen in einer Jurte in Nordböhmen.

Hütten auf einer Wiese
Diese Jurte steht nicht in der Mongolei, sondern in Valeč im Norden Tschechiens, unweit der deutschen Grenze. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Hütten auf einer Wiese
Diese Jurte steht nicht in der Mongolei, sondern in Valeč im Norden Tschechiens, unweit der deutschen Grenze. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Eine Frau und ein Mann mit Hund und Schafen auf einer Wiese
Die Jurte gehört Vojtěch Veselý und seiner Lebensgefährtin Lenka. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Straßenbahnen und Autos in einer Stadt
Viele Jahre haben Vojtěch und Lenka in Prag gelebt, doch irgendwann hatten sie genug von Hektik, Stress und muffiger Büroluft. Ihre Idee: einen eigenen Biobauernhof gründen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ziegen auf einer Wiese
20.000 Euro haben die Beiden investiert, um Land zu pachten, Tiere und Arbeitsgeräte zu kaufen ... Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Zimmer mit Hochbett
… und natürlich, um Baumaterial für die Jurte zu erwerben. Heute zahlen sie keine Miete und keine Heizkosten mehr – und das Wasser kommt aus der eigenen Quelle. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ein Mann vor zwei Bildschirmen
Sogar einen Internetanschluss gibt es hier. Auf diesem Weg verkaufen die beiden Obstsaft und Bioschaffleisch. "Reich werden wir damit nicht", sagt Vojtěch, "aber wir geben ja auch fast nichts aus". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Eine Frau mit Schafen auf einer Wiese
In Tschechien liegen die Beiden damit voll im Trend. Relativ betrachtet gibt es in unserem Nachbarland bereits doppelt so viel Fläche für Biolandwirtschaft wie in Deutschland. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Dorfstraße
Die neuen Bauern sind auch ein kleiner Hoffnungsschimmer für die von Abwanderung betroffenen ländlichen Gebiete Tschechiens. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Gewächshaus
Vojtěch und Lenka haben unterdessen schon ihr nächstes Projekt im Auge. In einer verfallenden Schlossorangerie wollen die Beiden ein Café eröffnen. Natürlich nur mit ökologisch erzeugten Produkten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Vaclav Klaus 2 min
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Freie Fahrt gen Ost 1 min
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Autos aus der ČSSR

Tatra und Škoda - die Luxuslimosine und das Volksauto - das sind die Automarken der Tschechoslowaken. Seit 1991 ist der Škoda ein "Volkswagen", gehört zum VW-Konzern in Wolfsburg.

Škoda Superb
Škoda Superb 1946 wurde auch die Produktion eines höchst erfolgreichen Modells aus der Vorkriegszeit wiederaufgenommen – des Škoda Superb. Der Superb war eine Luxuslimousine, die 1934 erstmals vom Band gerollt war. Stalin zählte sie zu seinen Lieblingsautos (im Bild: Stalins Škoda Superb aus dem Jahr 1942). 1949 wurde die Produktion des Superb eingestellt – im Arbeiterstaat sollte es keine protzigen Luxuslimousinen mehr geben, lautete die Begründung. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Škoda Superb
Škoda Superb 1946 wurde auch die Produktion eines höchst erfolgreichen Modells aus der Vorkriegszeit wiederaufgenommen – des Škoda Superb. Der Superb war eine Luxuslimousine, die 1934 erstmals vom Band gerollt war. Stalin zählte sie zu seinen Lieblingsautos (im Bild: Stalins Škoda Superb aus dem Jahr 1942). 1949 wurde die Produktion des Superb eingestellt – im Arbeiterstaat sollte es keine protzigen Luxuslimousinen mehr geben, lautete die Begründung. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Rotes Skoda Felicia Cabrio Modell auf einer Wiese
Škoda Felicia Als ein "sensationelles Cabriolet" wurde der Škoda Felicia bei seiner Vorstellung 1960 gefeiert. Er war schlank, elegant und die Instrumente im Innenraum waren in der Manier von Sportwagen im Halbkreis um den Fahrer herum angeordnet. Die Höchstgeschwindigkeit des heute Höchstpreise erzielenden Cabriolets betrug 130 km/h. Bildrechte: dpa
Skoda MB 1000
Škoda MB 1000 Den größten Erfolg hatte Škoda mit seinem 1964 erstmals vom Band gelaufenen Škoda MB 1000. Das Modell wurde in den folgenden Jahrzehnten einige Male überarbeitet und gilt als der Exportschlager der Automobilbauer in Mladá Boleslaw schlechthin. Der Škoda MB 1000 musste freilich auch viel Spott über sich ergehen lassen: In der DDR hießen die MB 1000 "Böhmisch-mährisches Schnellrostmobil", weil sie außerordentlich schnell rosteten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Skoda Forman
Škoda Forman Der Škoda Forman ist das erste von Škoda entwickelte Modell nach dem Ende des Staatssozialismus. 1990 kam es auf den Markt und wurde bis 1994 produziert. Seit 1991 ist Škoda nun auch dem Namen nach, was er in der ČSSR immer gewesen ist - ein "Volkswagen"; in jenem Jahr übernahm die Wolfsburger Volkswagen AG das traditionsreiche tschechische Unternehmen. Škoda stieg über die Jahre zu einem der führenden Fahrzeughersteller der Welt auf und verkaufte 2012 so viele Autos wie nie zuvor in der Firmengeschichte. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Tatra 603
Tatra 603 "Für die Liebhaber von Anmut, Stil und Geschwindigkeit" - so bewarben die Tatra-Werke ihren 1955 der Öffentlichkeit vorgestellten Tatra T 603. Das ungewöhnliche Design der voluminösen Limousine (im Bild ein Tatra T 603, Baujahr 1974) wurde auch international gerühmt – so gewann der Tatra T 603 u. a. den "Concours d’Elegance“ in Wiesbaden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Tatra T 613
Tatra T 603 (Hinteransicht) Tschechoslowaken konnten das Gefährt allerdings nicht kaufen – der Tatra war ausschließlich für Regierungsmitglieder und den Export ins sozialistische Ausland vorgesehen. So wurden zum Beispiel rund 3.000 Modelle in die DDR exportiert, wo der Tatra mit 33.000 Mark ein kleines Vermögen kostete. Auf Kuba ließ sich Fidel Castro in einem weißen Tatra mit Klimaanlage kutschieren. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Tatra T 613
Tatra T 613 1973 rollte erstmals der rundum modernisierte Tatra T 613 vom Band. Das Design der Luxuskarosse stammte vom seinerzeit berühmten italienischen Automobildesignunternehmen Vignale, das unter anderem auch für Porsche und Jaguar arbeitete. Der T 613, wie sein Vorgänger gedacht "für den Einsatz bei hohen Regierungsstellen", war mit 5 Metern Länge und einem Radstand von 2,98 Metern ein riesiges Fahrzeug, das dabei aber immerhin fast 200 km/h schaffte.
1989 kostete der alle paar Jahre leicht überarbeitete Tatra T 613 knapp 350.000 Kronen – das -Zehnfache eines jährlichen Durchschnittseinkommens in der ČSSR. Aber Privatleute durften ihn ohnehin nicht kaufen. Mit dem Ende des Kommunismus verlor die Luxuslimousine ihren Markt. Präsident Vaclav Havel etwa wollte sich keineswegs in einem Tatra kutschieren lassen, weil ihn die Geheimdienstleute stets mit Tatra abgeholt hatten. Und Privatleute kauften sich lieber Westautos als den Straßenkreuzer der einstigen Führungsriege. 1999 wurde die Tatra-Produktion schließlich eingestellt.
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Staus an der Tagesordnung auf der alten E55

Bis 2006 führte die Europastraße E55 Dresden-Prag über Zinnwald. Die Querung des Erzgebirges war bis zum Neubau der A17 eine Herausforderung für Anwohner, Reisende und Lkw-Fahrer gleichermaßen.

DDR-Zöllner am Grenzübergang Zinnwald, ca. erste Hälfte 1990
Der Grenzübergang Zinnwald, höchstgelegener Punkt der alten Europastraße E55, war das Nadelöhr zwischen DDR und ČSSR. Hier wurden Lkw-Transporte ebenso wie Reisende per Auto, Zweirad oder zu Fuß abgefertigt. Bildrechte: Egbert Kamprath
DDR-Zöllner am Grenzübergang Zinnwald, ca. erste Hälfte 1990
Der Grenzübergang Zinnwald, höchstgelegener Punkt der alten Europastraße E55, war das Nadelöhr zwischen DDR und ČSSR. Hier wurden Lkw-Transporte ebenso wie Reisende per Auto, Zweirad oder zu Fuß abgefertigt. Bildrechte: Egbert Kamprath
Urlauber im Stau vor dem Grenzübergang, Sommer 1990
Nicht erst im Sommer 1990 kam es regelmäßig in den Ferienzeiten zu kilometerlangen Staus, in denen Reisende aus DDR und BRD gen Ost ausharren mussten. Bildrechte: Egbert Kamprath
Rückstau vom Grenzübergang bis in die Ortslage Zinnwald, 1995
Alltag in Zinnwald: Autokolonnen vor dem Fenster. Die Fahrzeuge stehen bis zum Grenzübergang. Laufende Motoren verpesten die Luft. Der Winter verschärft die Verkehrssituation und die Belastung der Anwohner. Bildrechte: Egbert Kamprath
Kilometerlanger Stau auf der Lkw-Standspur vor dem Grenzübergang Zinnwald, 1990
Viel Geduld verlangte die E55 sehr oft auch den Lkw-Fahrern ab. Vor dem Grenzübergang Zinnwald stauten sich die Lkw manchmal mehrere Kilometer. Bildrechte: Egbert Kamprath
Sechs Kilometer Lkw-Stau zwischen Altenburg und Zinnwald, 2003
Ob die schöne Landschaft für die stunden- und kilometerlangen Staus entschädigte? Auch auf diesem erneuerten Straßenabschnitt zwischen Altenberg und Zinnwald ging es noch 2003 immer wieder nur im Schneckentempo vorwärts. Bildrechte: Egbert Kamprath
Trabis im Stau an der Tankstelle Altenberg vor Zinnwald, ca. Frühherbst 1989
Ein Stau der besonderen Art: Im Herbst 1989 bildet sich in Altenberg eine Doppelschlange mit Trabant-Autos an der letzten Tankstelle vor der Grenze. Bildrechte: Egbert Kamprath
Anwohner in Zinnwald protestieren gegen Lkw-Lawinen durch ihren Ort, 1996
Bereits in den 1990er-Jahren protestieren Anwohner der E55 wie hier 1996 in Zinnwald gegen die stetig wachsende Belastung vor allem durch den Güterverkehr. Eine Umgehungsstraße gab es erst ab dem Jahr 2000. Seit Weihnachten 2006 ist es auf der Budnestraße B170 in Zinnwald und den Orten davor bedeutend ruhiger geworden, da der Verkehr zum großen Teil über die neue Autobahn A17 fließt. Bildrechte: Egbert Kamprath
Prostituierte auf Parkplatz vor tschechischem Grenzort Dubi, 2006
Als sich nach 1989 das Verkehrsaufkommen auf der E55 sprunghaft erhöhte, entwickelte sich auf tschechischer Grenzort Europas längster Straßenstrich. Bildrechte: Egbert Kamprath
Deutscher Zöllner stellt Schmuggelware (Zigaretten) sicher, 2005
Und der deutsche Zoll bekommt alle Hände voll zu tun, denn auch der Schmuggel, allem voran mit Zigaretten, blüht. Bildrechte: Egbert Kamprath
Tschechischer Zöllner kontrolliert Pass bei der Einreise nach Deutschland, 1994
Kontrolliert wird am Grenzübergang Zinnwald auch auf tschechischer Seite weiter. Bis zur Osterweiterung 2005 verläuft hier die EU-Außengrenze. Bildrechte: Egbert Kamprath
Der alte Grenzübergang Zinnwald wird abgerissen, 2004
Mit dem Neubauprojekt A17 sind die Tage des Nadelöhrs Grenzübergang Zinnwald gezählt. Die Anlage wird 2004 abgerissen. Bildrechte: Egbert Kamprath
Eröffnung des neuen Grenzübergangs Breitenau – Krasny Les auf der neuen E55, 2006
Der Reise- und Güterverkehr nach Tschechien führt seit 21. Dezember 2006 auf der Autobahn A17 durch den Grenzübergang Breitenau - Krasny Les. Die A17 ist nun auch die E55. Bildrechte: Egbert Kamprath
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LKW auf einer Straße 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Krankenpfleger mit heruntergeklapptem Mundschutz. 5 min
Krankenpfleger aus Tschechien Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
transparent

Tschechien unterhielt einst die zweitgrößte Flotte Europas. Nach 1989 wurde diese zwar verkauft, aber die Faszination für die Seefahrt ist ungebrochen, wie Karoline Scheer weiß.

MDR FERNSEHEN Mo 07.10.2013 11:38Uhr 06:44 min

https://www.mdr.de/zeitreise/stoebern/damals/video152864.html

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