Osteuropa

Separatistenführer in der Ostukraine – ein gefährlicher Job

Trauerzug für Sachartschenko
Zehntausende Menschen haben am Sonntag vor der Oper von Donezk Abschied von Alexander Sachartschenko genommen. Der selbsternannte Präsident und Ministerpräsident der "Volksrepublik Donezk" (DNR) ist am Freitag einem Bombenanschlag zum Opfer gefallen. Es war nicht der erste Versuch, ihn umzubringen. Und Sachartschenko ist nicht der erste Separatistenführer in der Ostukraine, der seinen Job nicht überlebt hat. Bildrechte: IMAGO
Trauerzug für Sachartschenko
Zehntausende Menschen haben am Sonntag vor der Oper von Donezk Abschied von Alexander Sachartschenko genommen. Der selbsternannte Präsident und Ministerpräsident der "Volksrepublik Donezk" (DNR) ist am Freitag einem Bombenanschlag zum Opfer gefallen. Es war nicht der erste Versuch, ihn umzubringen. Und Sachartschenko ist nicht der erste Separatistenführer in der Ostukraine, der seinen Job nicht überlebt hat. Bildrechte: IMAGO
Beisetzung des Seperatistenführers Pavlov alias „Motorola“.
Er selbst hat im Herbst 2016 den Sarg seines Freundes und Verbündeten Arsen Pawlow, Spitzname "Motorola", getragen – ebenfalls im Opernhaus von Donezk. "Motorola" kam wie Sachartschenko bei einem Anschlag ums Leben. Bildrechte: dpa
Plakat von Pavlov alias „Motorola“ mit Aufschrift: Helden sterben nicht.
Im Fahrstuhl seines Wohnhauses in Donezk war eine Bombe platziert. Pawlow war Russe und wurde nach seinem Tod von den pro-russischen Medien zum Nationalhelden stilisiert. Auch in Donezk fanden sich Gedenkplakate wie hier mit der Aufschrift "Helden sterben nicht". Wer hinter dem Anschlag steckte, ist -genau wie bei Sachartschenko- unklar. Moskau und Kiew beschuldigen sich gegenseitig. Bildrechte: IMAGO
Trauerzug für Tolstych alias „Giwi“
Kurz nach dem Mord an "Motorola" ist auch der Kommandant des Batallions "Somalia" in der Region Donezk ums Leben gekommen. Mikhail Tolstych (Portrait li.) trug den Kampfnamen "Giwi". Sein Büro in Donezk wurde mit Flammenwerfern angegriffen. In Russland finden noch heute Gedenkmärsche für die getöteten Warlords statt. Unter ihnen auch Alexej Mosgowoj. Er ist schon 2015 ums Leben gekommen, als sein Autokonvoi bei Luhansk mit Maschinengewehr-Feuer angegriffen wurde. Bildrechte: IMAGO
Sprecher des „Obersten Rates“ in Donezk Wladimir Makowitsch
Sie alle starben gewaltsam. Bei einigen Seperatistenführern ist jedoch nicht ganz klar, ob es Krankheit oder doch Mord war. Wladimir Makowitsch, einer der "Gründungsväter" der DNR, verschwand kurz nach der Verlesung der selbstgewählten Unabhängigkeit von der Ukraine 2014 in der Versenkung. Sein Name tauchte erst im März 2017 wieder auf, als es hieß, er sei an einem Hirntumor verstorben. Bildrechte: dpa
Bolotov hält Rede in Luhansk
Auch Walerij Bolotow überlebte seinen Job als Chef der "Luhansker Volksrepublik" (LNR) nicht. Er ist im Januar 2017 in seiner Moskauer Wohnung tot umgefallen. Offizielle Ursache: Herzversagen. Bolotow war erst 46 Jahre alt. Zuvor hatte er in einem Interview angedeutet, dass sein Stellvertreter, Gennadij Zypkalow, umgebracht worden sei. Zypkalow hatte angeblich im Herbst 2016 in der Untersuchungshaft in Luhansk Selbstmord begangen. Bildrechte: dpa
Plotnizki während des 3. Jahrestags der Ausrufung der Unabhängigkeit der Volksrepubliken Luhansk und Donezk
Zypkalow war vor seinem Tod Berater von Igor Plotnizki (hier im Vordergrund zu sehen), bis November 2017 "Präsident" der LNR. Auf ihn hat es im August 2016 einen dubiosen Anschlag gegeben, den er leicht verletzt überlebte und noch vom Krankenbett aus Washington und Kiew der Tat beschuldigte. Zypkalow wurde als vermeintlicher Kollaborateur kurz darauf festgenommen und verstarb im Gefängnis. Bildrechte: IMAGO
Igor Plotnizki bei Militärparade in Lugansk
Plotnizki lebt noch, musste jedoch im November 2017 seinen Hut als Anführer der LNR nehmen. Sein Nachfolger ist Leonid Pasetschnik. Bildrechte: IMAGO
Alexander Sachartschenko bei einer PK in Luchansk, 2015.
Wer in der DNR auf Sachartschenko folgt, ist unklar und sorgt auch im Westen für Sorge. Sachartschenko war Verhandlungspartner, wenn es um die sogenannte Minsker Vereinbarung, also ein Friedensabkommen für die Ostukraine, ging. Russland hat angekündigt, diese nun erst einmal auf Eis zu legen, solange nicht geklärt ist, wer hinter dem Mord an seinem Verbündeten Sachartschenko steckt. (Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL auch am 04.05.2018, 17:45 Uhr.) Bildrechte: dpa
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Trauerzug für Tolstych alias „Giwi“
Kurz nach dem Mord an "Motorola" ist auch der Kommandant des Batallions "Somalia" in der Region Donezk ums Leben gekommen. Mikhail Tolstych (Portrait li.) trug den Kampfnamen "Giwi". Sein Büro in Donezk wurde mit Flammenwerfern beschossen. In Russland finden noch heute Gedenkmärsche für die getöteten Warlords statt. Unter ihnen auch Alexej Mosgowoj. Er ist schon 2015 ums Leben gekommen, als sein Autokonvoi bei Luhansk mit Maschinengewehr-Feuer angegriffen wurde. Bildrechte: IMAGO