Ukraine: Waffenruhe in Kraft getreten

In der Ostukraine ist in der Nacht eine erneute Waffenruhe in Kraft getreten. Zuvor hatte der US-Außenminister Mattis erklärt, sein Land prüfe Waffenlieferungen an die Ukraine.

Die Waffenruhe ist um Mitternacht offiziell in Kraft getreten. Diese war am Mittwoch von Vertretern der ukrainischen Regierung, Russlands und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vereinbart worden. Beide Seiten sollen auch zum Abzug schwerer Waffen von der Frontlinie bewegt werden, sagte der stellvertretende Leiter der OSZE-Beobachtermission, Alexander Hug: „Die Waffen stehen immer noch viel zu nahe beieinander“.

Mehrere Waffenruhen bereits gescheitert

Hintergrund der Waffenruhe ist der bevorstehende Schulbeginn in der Ukraine am 01. September. Allerdings sind solche Feuerpausen schon mehrfach zu Ostern, Weihnachten oder zum Schulbeginn vereinbart worden. Nach wenigen Tagen flammten die Kämpfe aber jeweils wieder auf.

Während seiner Rede zu den Feierlichkeiten anlässlich des 26. Unabhängigkeitstags der Ukraine am Donnerstag hatte sich auch Präsident Petro Poroschenko zum Stand des Konflikts geäußert. "Unsere Armee ist bereit, eine harte Antwort zu geben, doch wir setzen weiterhin auf den diplomatischen Weg", sagte Pororschenko in Kiew.

Diplomatie mit Rückendeckung aus Washington

Nach der feierlichen Militärparade im Zentrum der Stadt traf Poroschenko mit dem US-Verteidigungsminister James N. Mattis zusammen. Diese erklärte danach, die USA würden Kiew beim Kampf gegen die Separatisten in der Ostukraine weiter unterstützen. Die Bitte der Ukraine nach Waffenlieferungen würden die USA "aktiv prüfen", sagte Mattis, machte aber keine festen Zusagen.

Außerdem wolle Washington mit seinen Verbündeten weiter Druck auf Russland ausüben, das Mattis offen kritisierte: „Wir wissen, dass Russland – trotz aller Dementis – internationale Grenzen gewaltsam verändern sowie souveräne und freie Nationen Europas untergraben will." Außerdem, so Mattis weiter, werde Washington die russische Annexion der Schwarzmeerhalbinsel Krim nicht anerkennen.

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL auch im: Radio | 24.08.2017 | 22:07 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. August 2017, 14:04 Uhr