Jan Kulczyk Die erste Million kam von Papa

Millionär, und zwar Dollar-Millionär, war der 1950 in Bydgoszcz geborene Jan Kulczyk schon, als in Polen noch General Jaruzelski herrschte. Eine Million D-Mark hatte ihm sein Vater Henryk, ein Unternehmer, der in Westberlin lebte, 1981 überwiesen - Startkapital für die erste Firma des Sohnes. Und der eröffnete mit der Million aus Deutschland auch flugs eine Import-Export-Gesellschaft mit Namen "Interkulpol" im vergleichsweise liberalen Polen. Sieben Jahre später wurde er unter anderem exklusiver VW-Importeur und verdiente zum Beispiel viel Geld damit, dass er die polnische Polizei mit Autos aus Wolfsburg ausstattete.

1990, mit dem Ende des Kommunismus, erweiterte Kulczyk instinktsicher seinen Handlungsrahmen um die in diesen Jahren im Osten durchaus üblichen und höchst lukrativen Geschäftsfelder, die sich bei der Privatisierung ganzer Volkswirtschaften ergaben: er kaufte in den anarchischen Zeiten zu günstigen Konditionen mehr oder weniger marode Firmen vom Staat und verkaufte sie später, als der Aufschwung einsetzte, wieder. Die Gewinnspannen bei dieser Art Geschäft waren exorbitant. Kulczyk erfuhr massive öffentliche Kritik, Zeitungen nannten ihn gar einen "Privatisierungsgewinnler". Kulczyk entgegnete gelassen: Ich habe nicht günstig gekauft, sondern zu dem Wert, den die Firmen damals hatten.

Kulzczyks gab sich nicht zufrieden mit dem Erreichten. Sein Imperium wurde mit den Jahren immer noch größer. Mittlerweile gehören diverse Unternehmen aus höchst unterschiedlichen Branchen zur Kulczyk-Holding: Mobilfunk, Banken, Straßenbau, Auto-Import. Das private Vermögen Jan Kulczyks wird auf etwa drei Milliarden Dollar geschätzt.