Leben an der Wolga
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Wolga – ein Fluss der Superlative

Die Wolga ist der längste und wasserreichste Fluss Europas. Sie ist Lebensader, Stromlieferant und wichtigste Binnenschifffahrtsstraße Russlands. Im Einzugsbereich der Wolga leben etwa 60 Millionen Menschen.

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Die Wolga entspringt in einem kleinen Dorf in den Waldeihöhen im Verwaltungsbezirk Twer nordwestlich von Moskau im europäischen Teil Russlands und mündet in das Kaspische Meer, den größten Salzsee der Erde. Nachdem die Wolga Moskau von Norden her umflossen hat, biegt sie erst nach Nordosten, dann nach Südosten ab und bewässert die Städte Jaroslawl, Nischnij Nowgorod, Kazan, Samara, Saratow, Wolgograd und Astrachan.

Durch Tundra, Steppen und Wälder

Die Wolga passiert die Steppen der Tundra, die Wälder der Taiga und Wiesenlandschaften. Der Fluss  umfasst das russische Kernland und nimmt  mehr als ein Drittel des europäischen Teils Russlands ein (größer als Frankreich, Italien und Spanien zusammen). Im Einzugsbereich der Wolga leben etwa 60 Millionen Menschen.

Verlauf der Wolga
Die Wolga entspringt in einem kleinen Dorf in den Waldeihöhen im Verwaltungsbezirk Twer nordwestlich von Moskau im europäischen Teil Russlands und mündet in das Kaspische Meer. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der längste und wasserreichste Fluss Europas

Mit 3.530 km ist die Wolga der längste und nebenbei auch wasserreichste Fluss Europas. Mehr als  3.200 km des Stroms sind schiffbar. In ihrem Verlauf schließt die Wolga eine Fläche von 1,36 Mio. km² ein. Sie wird von 200 großen Nebenflüssen (hauptsächlich eisführenden) genährt, ihr gesamtes Flusssystem umfasst über 150.000 Zuflüsse.

Fünf Monate unter Eis

Ab November gefriert die Wolga für fünf Monate. Die Eisdecke wird bis zu einem Meter dick. Der Fluss während der Wintermonate zum Befahren mit Autos und Lastwagen freigegeben.

Das größte Delta Europas

Die Wolga ist über Kanäle mit der Ostsee, dem Weißen Meer und damit auch mit dem Nordpolarmeer, mit dem Schwarzen Meer und dem Mittelmeer verbunden. Ihr Delta beginnt bei der Stadt Wolschski und ist mit einer Fläche von 27.224 km² und über 800 Wasserarmen das größte Flussdelta Europas.

Stausee an Stausee

Nach dem 2. Weltkrieg wurden riesige Staudämme für Kraftwerke errichtet und unzählige Hektar fruchtbares Land überflutet, dadurch erscheint die Wolga oft wie eine Aneinanderreihung großer Seen und weniger wie ein Strom. Ihren Lauf bestimmen acht Staustufen und Staudämme am Rybinsker Stausee (wegen seiner enormen Größe von 4.580 km² auch Rybinsker Meer genannt), am Nishni-Nowgoroder Stausee, am Wolgograder Stausee und einigen mehr.

Osteuropa

Entdeckungen am Ufer der Wolga

Leben an der Wolga
Die Nutzung der Wolga ermöglichte den Aufstieg Moskaus und des russischen Reiches. Der mächtige Fluss wurde als Verkehrsader zum Transport von Pelzen und Rohstoffen genutzt, die anliegenden Gebiete wurden erobert, Siedlungen, Kirchen und Klöster entstanden.  Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Leben an der Wolga
Die Nutzung der Wolga ermöglichte den Aufstieg Moskaus und des russischen Reiches. Der mächtige Fluss wurde als Verkehrsader zum Transport von Pelzen und Rohstoffen genutzt, die anliegenden Gebiete wurden erobert, Siedlungen, Kirchen und Klöster entstanden.  Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Am Ufer liegen unzählige Städte, viele Sehenswürdigkeiten und  Weltkulturerbestätten der UNESCO. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Schon seit Jahren beliebt: Kreuzfahrten auf der Wolgau. Gefahren wird mit Flussschiffen, die in DDR Werften gebaut wurden, wie die 1961 gebaute  Panfjorow. Die in Wismar, Boizenburg oder Roßlau gefertigten unverwüstlichen Schiffe werden von den Russen liebevoll "Die Deutschen" genannt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Die meisten der Schiffe wurden nach russischen Prominenten, Schriftstellern oder Politikern benannt. Fjodor Ivanowitsch Panfjorow (gest. 1960 in Moskau)  war ein russischer Schriftsteller, der unter anderem Romane über die Kollektivierung der Landwirtschaft schrieb. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Wolgaschiff-Kapitän Dmitri Anatoljewitsch (Mitte) ist seit 15 Jahren auf den Schiffen der Wolga unterwegs. In der Saison wird durchgearbeitet ohne Pause. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Seit 2014 ist die "Panfyorov" auf den Strecken Kasan– Uljanowsk, Kasan– Kostroma und Kasan – Samara im Einsatz. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Die Wolga wird für den Binnenschiffverkehr und den Tourismus genutzt. Schon vor dem Fall des eisernen Vorhangs war eine Reise auf der Wolga ein Traumziel für viele DDR Bürger. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Die Wolgainsel Swijaschsk ist einer der geheimnisvollsten Orte am Strom. Die Klosterstadt wurde von Iwan dem Schrecklichen innerhalb von vier Wochen erbaut. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Die Kirche ist die drittälteste Russlands und nur aus Holz ohne einen einzigen Nagel gefertigt. Hier steht noch die Holzbank auf der schon Iwan der Schreckliche saß. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Die Touristenschiffe legen heute an den Weltkulturerbestätten wie Bolgar an.  Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Wer die Säule umschreitet, dessen Wünsche werden erfüllt - so ein Mythos, der sich unter Touristen hartnäckig hält. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Moschee in Bolgar. Bolgar, heute eine Kleinstadt, gehörte früher zum Reich der Wolgabulgaren, das zwischen dem 7. und 15. Jahrhundert existierte. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Das besondere Highlight: die weiße Moschee mit 88 Säulen und zwei Minaretten  beeindruckt die Touristen. Weliki Bolgar ist  anerkanntes Weltkulturerbe der UNESCO und so ist es selbstverständlich, dass die großen Wolgaschiffe hier anlegen.
Muslimische Baudenkmäler aus dem 13. und 14. Jahrhundert sind bis heute erhalten. Bolgar war früher islamisches Zentrum in Russland.
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Die Moschee wird gern von Touristen besucht. Darüber freuen sich Einheimische wie Dania Shapirowa, die hier ihre Backwaren verkauft. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Tetjuschi Anlegestelle am Wolgahafen. Der Ort entstand bereits Mitte des 16 Jh. Als Wachposten Tetjuschskaja Sastawa, vermutlich benannt nach einem tatarischen Feudalherren. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Der Kuibyschewer Stausee ist der flächenmäßig größte Europas und die Wolga hier an ihrer breitesten Stelle 43 km breit. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Am Ufer liegen unzählige Städte, viele Sehenswürdigkeiten und  Weltkulturerbestätten der UNESCO. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Über dieses Thema berichtet MDR auch im TV: MDR | 22.07.2017 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2017, 18:50 Uhr