Tipps und Infos Alles über Capoeira

"Capoeira ist Vergnügen, Capoeira ist ein Fest, Capoeira ist Freude…aber im richtigen Moment ist sie Verteidigung" - das hat der Capoeira-Meister Jao Pequeno mal gesagt und trifft es ziemlich genau. Denn Capoeira sieht im ersten Moment wie ein akrobatischer Tanz nach spezieller Trommelmusik aus, aber schnell erkennst du auch Elemente aus der Kampfkunst. Die Capoeirista sind sehr beweglich und haben eine extrem gute Körperbeherrschung.

Capoeirista = Musiker, Kampfkünstler, Tänzer und Artist

Es wirkt schon irgendwie beeindruckend, wenn ein Kreis ("Roda") von Leuten Musik macht, singt und klatscht und in der Mitte zwei Capoeirista eine Art rituellen Kampf - ohne sich zu berühren - austragen. Während es heute in Parks und auf den Straßen eher ein geselliges kleines Spektakel ist, gibt es aber einen traurigen Ursprung. Capoeira kommt aus Brasilien, wo sie im 18. Jahrhundert von afrikanischen Sklaven entwickelt wurde, um Kampfkünste zu trainieren. Sie tarnten ihr Training mit Trommelmusik, damit die Kolonialherren nichts davon bemerkten. Bald war es aber eine gefürchtete Verteidigungstechnik, galt sogar als Waffe und war bis 1937 verboten.

Das Ensemble Tangará führt den akrobatischen Kampftanz Capoeira vor
Bildrechte: MDR/Wolfgang Leyn

Heute ist Capoeira weit mehr als ein Kampfsport. Noch immer gibt der Takt der Musik alles vor - daher gehört eben auch das Erlernen der typischen Capoeira-Instrumente ebenso zum Training, wie die Bewegungen und das Spiel. Die Lieder sind auf portugiesisch und erzählen von der Geschichte Brasiliens, dem Leben der afrikanischen Sklaven auf brasilianischen Plantagen oder von großen Capoeirameistern.

Beim Bewegungstraining werden neben klassischen Tritten und Ausweichbewegungen auch artistische Elemente (Saltos etc.) unterrichtet. Wenn du also Capoeira lernen willst, wirst du nicht nur zum Musiker und Sänger, sondern wirst ganz vielfältige Bewegungen kennenlernen und neben Muskeln auch Ausdauer, eine tolle Körperbeherrschung, Gleichgewicht und Koordination trainieren. Das Ziel ist dabei nie, den Gegner zu besiegen, sondern mit ihm zu spielen, auf seine Bewegungen passend zu reagieren und einen Dialog aus Bewegungen zu entwickeln.

Zuletzt aktualisiert: 29. August 2018, 10:14 Uhr