Tipps und Infos Alles über Gardetanz

Was man gleich zu Beginn wissen muss: Der Gardetanz wird extrem unterschätzt! Da denkt man immer, die lustigen Tanzmariechen in der Karnevalszeit machen das nur zum Fasching und nur aus Spaß - doch dass dahinter teilweise ein echter Hochleistungssport steckt, wissen die Wenigsten!


Extremer Wandel vom Tanz zur Akrobatik

Gardetanzgruppen sind in Vereinen organisiert und trainieren das ganze Jahr. Denn im Turniersport geht es längst nicht mehr "nur" um Rhythmusgefühl, um im Takt der Musik zu tanzen. Hier geht es mittlerweile um hochklassige Akrobatik! Der Spagat in all seinen Varianten ist quasi Pflicht und es ist ganz selbstverständlich, dass man in den Spagat springen und einen Standspagat halten kann. In der Königsklasse kommen sogar ein Standspagat mit Drehung, Grätschsprung oder auch ein Rad mit sofortigem Sitz im Spagat in den Tanz.

Bei den Turnieren gibt es verschiedene Disziplinen: Tanzmariechen, Paartanz, Garde und Schautanz. Die Vorführungen werden von einer Jury ganz genau beobachtet und bewertet. Dabei geht es neben der Choreographie auch um Ausstrahlung, Uniform, Aufmarsch, Grundstellung und Schrittvielfalt. Um viele Punkte zu bekommen, werden immer mehr Pirouetten, Salti, Flickflack und Beinschwünge kombiniert mit Spagat, Rad und vielem mehr gezeigt. Ganz unter dem Motto: Tanzen kann ja jeder, aber einen Salto oder Flickflack eben nicht. Daher hat sich der Gardetanz mittlerweile extrem in Akrobatik gewandelt.

Strenge Kleiderregeln

Und all das im Übrigen in einer Kleidung, die teilweise noch immer der traditionellen Gardeuniform aus dem 18. Jahrhundert gleicht: Hut, Dreispitz, Perücke, Uniformjacke, Spitzenjabot, kurzes Röckchen, darunter Petticoat, Strumpfhose, weißes Spitzen- oder Rüschenunterhöschen oder Ballettbody und Tanzstiefel! Klar, es haben sich heutzutage modernere Schnitte und elastischere Stoffe durchgesetzt, um die akrobatischen Übungen überhaupt hinzubekommen. Doch es gibt nach wie vor Kleider-Richtlinien, die im Turniersport streng eingehalten werden müssen. Entsprechend besteht eine Uniform mindestens aus einem Body, einer Weste, einem Rock, einem Hut und Tanzstiefeln. Spitzenhose und Petticoat sind optional.

Wem der Turniersport zu anstrengend ist, der kann natürlich trotzdem Tanzmariechen werden - es gibt auch viele Karnevalsvereine, wo es tatsächlich nur um Tanzen, gute Laune verbreiten und die berühmten Karnevalsumzüge geht!

Zuletzt aktualisiert: 18. September 2018, 13:29 Uhr