Do 08.03. 2018 22:05Uhr 29:30 min

Gelbe Duden in einer Reihe
Gelbe Duden in einer Reihe Bildrechte: IMAGO
MDR FERNSEHEN Do, 08.03.2018 22:05 22:35

artour

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Das Kulturmagazin des MDR

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Die Themen:

* Das Ende der Rechtschreibung

Immer wieder hört man Klagen, Schüler oder Studierende könnten heute nicht mehr (recht)schreiben. Stellen können nicht besetzt werden, weil Bewerber am Deutschtest scheitern. Erhebungen weisen schlechte Rechtschreibleistungen nach. Stimmt das so? Wenn ja, was läuft falsch in unseren Schulen, in unserer Gesellschaft, wenn das richtige Schreiben nicht mehr als Schlüsselqualifikation angesehen wird? Und was sind die Gründe für die zunehmende Ignoranz deutscher Orthographie? Der DUDEN-Verlag hat jetzt ein Buch veröffentlicht, das für eine richtige Rechtschreibung plädiert. "Warum es nicht egal ist, wie wir schreiben" heißt die Streitschrift. Aber wie ist es wirklich um den Zustand der deutschen Rechtschreibung bestellt? "artour" spricht mit der Leiterin der DUDEN-Redaktion, Dr. Katrin Kunkel-Razum, und sammelt Gegenargumente bei dem Kommunikationswissenschaftler Prof. Stephan Porombka. (UdK Berlin.)
(Autor: Simone Unger)


* Die Versuchung der Macht - Film "Der Hauptmann"

1945, gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, irgendwo im deutschen Niemandsland: Der Gefreite Willi Herold (Max Hubacher) wird von dem gnadenlosen Hauptmann Junker (Alexander Fehling), der ihn für einen Deserteur hält, erbarmungslos gejagt. Dann entdeckt Willi in einem Auto am Straßenrand eine mit Orden versehene Hauptmannsuniform der Luftwaffe, die er kurzerhand überstreift. Mit der Uniform schlüpft er schnell auch in die dazugehörige Rolle und beginnt, verstreute Soldaten um sich zu scharen, darunter Freytag (Milan Peschel) und Kipinski (Frederick Lau). Willi testet seine neu gewonnene Verfügungsgewalt aus. Seine ehemaligen Kameraden sind froh, einen vermeintlichen Befehlshaber gefunden zu haben, der ihnen sagt, was sie tun sollen, doch Herold erliegt schon bald der Versuchung der Macht. Ein Film nach einer wahren Geschichte, in der ein falscher Hauptmann in den letzten Tagen des II. Weltkrieges mordend durchs Land zog. Das in schwarz-weiß gedrehte Kriegsdrama von Robert Schwentke kommt am 15. März in die deutschen Kinos.
(Autor: Tim Evers)


* Die Band "Blond" aus Chemnitz

"Blond, das ist der verbeulte Kaugummi-Automat, die misshandelte Barbie Puppe. Blond ist das Aufstoßen nach dem Genuss eines grellfarbenen Energydrinks." So beschreiben die jungen Musiker Johann Bonitz, Lotta Kummer und Nina Kummer aus Chemnitz ihre Band "Blond". Lotta und Nina Kummer sind die jüngeren Schwestern der Kraftklub-Boys Felix und Till Kummer. Wie sie in Interviews erzählen, muss das Elternhaus Kummer ein paradiesischer Ort gewesen sein, um eine Karriere als Rockmusiker anzuvisieren: Schon als Kinder sollen sie sich aus Pappmaché kleine Instrumente gebaut haben und im Kinderzimmer vor ihren Eltern und den großen Brüdern aufgetreten sein. Mit dabei der blinde Multiinstrumentalist Johann Bonitz, der live auf der Bühne zwischen Keyboard, Gitarre und Bass wechselt. Wir besuchen die Band auf auf den Proben, unterhalten uns über Feminismus und Frauen in der Popmusik (Frauentag!) und waren auf ihrem Konzert am 2.3. in Magdeburg.
(Autor: Marcus Fitsch)


* Retrospektive eines vergessenen Künstlers in Leipzig: Kurt Bartel

Geboren 1928 in Berlin gehörte Kurt Bartel in den 60er Jahren zu den hoffnungsvollsten Künstlern Deutschlands mit Aussicht auf eine hervorragende Künstlerkarriere. Ausstellungen führten ihn nach New York, Madrid, Barcelona, Basel und Wien. Einer großen Künstlerkarriere steht nichts mehr im Wege. Doch der sich sprunghaft entwickelnde Kunstmarkt im prosperierenden Deutschland, war dem eigenwilligen Künstler suspekt. Mit der Trennung von seinem Galeristen "verschwindet" allmählich der Name Kurt Bartel im Ausstellungsleben der Bundesrepublik. Die vom Arbeiter- und Bauernstaat umzingelte Insel Berlin (West) ist für Jahre Zentrum und mithin Eiland des künstlerischen Schaffens Kurt Bartels. Anfang der 70er Jahre zieht sich Bartel noch mehr, noch weiter zurück. Österreich wird für über 20 Jahre eine neue Heimat. Mit steigendem Abstand verringert sich der Bekanntheitsgrad. Aber für einen unprätentiösen Künstler, der weiterhin an treue Sammler verkauft, hat eine Vita ohne feste Galerie, ohne Museumsankauf und ohne Auktionsbeteiligung keine Bedeutung. Dass Kurt Bartel 1994 schließlich nach Leipzig seinen Lebensmittelpunkt verlegt, hat ausschließlich private Gründe und mit Leipziger Malerei eben so wenig zu tun wie die des in Leipzig geborenen großen Vertreters des Informel Hans Hartung. Mittlerweile erreicht Kurt Bartel sein 90. Lebensjahr und es ist an der Zeit, das umfassende Œuvre dieses außergewöhnlichen Künstlers wiederzuentdecken. Die Ausstellung "Kurt Bartel. Ans Licht", eine Retrospektive 1957-2017, ist ab 9. März 2018 im Untergeschoss der Halle 14 der Baumwollspinnerei Leipzig zu sehen.
(Autor: Meinhard Michael)


* Kulturkalender

- Filmtipp: "Kommen und Gehen" Der Mietvertrag des Maritims in Halle läuft aus. Das Haus wird zur Unterkunft für Flüchtlinge, der Hotelbetrieb eingestellt, die Belegschaft entlassen, die alten Gäste ziehen aus, neue ein. Eine Geschichte der Annäherung, die mit einer Trennung beginnt. Am 8. März hat der Dokumentarfilm von Uwe Mann in Halle Premiere.

- Uraufführung des Gewinnerstücks des 1. Dramatikerpreises "Lausitzen 2017" (künftig als Biennale): "Lausitzer Quartiere oder Der Russe im Keller" des Leipziger Autors Ralph Oehme im Theater Bautzen (Premiere: 9.3.)

- Ausstellung "Verkehrte Welt" mit skurrilen Fotos und Skulpturen von Frank Kunert - bis 24.6. im Literaturmuseum Romantikerhaus Jena

(Autorin: Stephany Mundt)

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