MDR im Ersten | In aller Freundschaft | Interview Dr. Anne Wieland sieht den Ärzten künftig auf die Finger

Am 2. August 2011 hat das "In aller Freundschaft"-Team Ärztezuwachs bekommen: Die 29-jährige Annika Ernst spielt die sympathische, aber strenge Hygieneärztin Dr. Anne Wieland, die Sarah Marquardt und Prof. Simoni mit ihren Kontrollen das Leben schwer macht. Im Interview mit mdr.de spricht Annika Ernst über ihre neue Rolle, die Schwierigkeiten einer Hygieneärztin und ihre ersten Drehtage.

Zur Person:

Annika Ernst wurde 1982 in Schleswig geboren und studierte an der Schauspielschule Charlottenburg in Berlin Schauspiel. 2009 nahm Ernst an Til Schweigers RTL-Castingshow "Mission Hollywood" teil, in der sie über Wochen hinweg ihr schauspielerisches Können unter Beweis stellen musste und am Ende den zweiten Platz belegte. Der Teilnahme folgten unter anderem Gastauftritte in "SOKO Leipzig", "Doctor´s Diary" oder "Zweiohrküken". Zuletzt war sie in der ZDF-Serie "Lena – Liebe meines Lebens" in der Rolle der Conny Küppers zu sehen. Annika Ernst lebt mit ihrer Tochter in Berlin und pendelt seit Beginn der Dreharbeiten für "In aller Freundschaft"  nach Leipzig.

Annika Ernst im Interview

Welche Rolle spielen Sie bei "In aller Freundschaft"?

Ich spiele Dr. Anne Wieland, eine Hygieneärztin, die beim Gesundheitsdezernat angestellt ist und die Sachsenklinik quasi in einer Routinekontrolle überprüft. Anne ist eine sehr lebensfrohe Frau, sehr fröhlich, sehr selbstbewusst.

Was macht eine Hygieneärztin genau?

Hygieneärzte kontrollieren an allen möglichen Stellen im Krankenhaus, oder auch in anderen hygienischen Einrichtungen, ob zu viele Keime vorhanden sind und bringen den Ärzten bei, wie man sich zum Beispiel hygienisch korrekt die Hände wäscht.

Werden Sie zur Stammbesetzung der Serie gehören?

Ich habe eine sogenannte längerfristige Gastrolle. Was ganz genau das ist ist, glaub ich, noch nicht klar, auch nicht wie lange. Aber ich bin erstmal dabei.

Haben Sie sich speziell auf die Rolle vorbereitet?

Ja, ein Freund von mir ist Chirurg und arbeitet in einem Krankenhaus in Bonn. Er hat mir erklärt, wie das Berufsbild der Hygieneärztin aussieht. Weil Hygieneärzte nicht mit Patienten zu tun haben, sind sie unter Ärzten eher schlecht angesehen. Aber es ist ein Facharzt, wie jeder andere. Und die Fachbegriffe, die ich sehr viel sagen muss, wie zum Beispiel Mentationsplatten, hab ich alle gegoogelt.

Wie sind Sie zu der Rolle gekommen?

Die "Saxonia Media" hat bei meiner Agentur angefragt und mich mit 50 bis 60 anderen zum Casting eingeladen. Ich habe in meiner Rolle der Dr. Anne Wieland mit Alexa Maria Surholt und Dieter Bellmann jeweils eine Szene gespielt. Das waren bestimmte Castingszenen, die dafür geschrieben wurden. Dort sind die Konflikte der Figur schon etwas zugespitzter. Sonst verteilen sich die Konflikte auf eine ganze Folge und beim Casting wird dann alles in eine Szene gepackt, damit man mit den Hochs und Tiefs verschiedene Brüche sehen kann.

Hatten Sie bei dem Casting ein gutes Gefühl?

Also ich hatte schon vorher mit meinem befreundeten Arzt gesprochen und deswegen hatte ich eigentlich nicht so ein gutes Gefühl, weil ich dachte, dass ich gar nicht passe. Eigentlich sind die Hygieneärzte etwas dröger, oft auch älter und ein bisschen verhärmter. Zumindest hat er mir das so erklärt. Aber Anne Wieland soll ja extra nicht in dieses Klischee passen. Sie ist sympathisch und lustig, dennoch nimmt sie ihre Aufgabe sehr ernst.

Was bedeutet es Ihnen, in so einer erfolgreichen Serie mitzuspielen?

Ich habe mich riesig gefreut, als man sich für mich entschieden hat. Ich kenne natürlich "In aller Freundschaft". Es ist toll mit so vielen, mit so erfahrenen Schauspielern zu drehen. Viele sind älter, haben soviel Berufserfahrung, sind super nett. Ich finde das großartig, es ist wie eine Familie hier.

Sehen Sie es als Herausforderung, vielleicht festes Ensemble-Mitglied einer wöchentlichen Serie zu werden?

Als Schauspieler ist es großartig, wenn man etwas hat, was etwas länger geht. Es ist anstrengend, wenn man nur mal einen Drehtag hier und einen Drehtag dort hat. Ich habe ja jetzt direkt vorher die Serie "Lena – Liebe meines Lebens" gedreht, da hatte ich zwar nicht die Hauptrolle, war aber auch Hauptcast. Und für einen Schauspieler ist es super entspannt, wenn man sich nicht immer Sorgen machen muss, wann das nächste Engagement kommt. Ich finde es auch unheimlich toll, wenn man eine Rolle lange begleitet, das gefällt mir vom Schauspielerischen sehr gut. Man macht ja mit der Rolle viel mehr durch, als wenn man nur einen Film dreht.

Wie verliefen die ersten Drehtage und wie verstehen Sie sich mit dem Team?

Ich hatte bisher ungefähr 15 Drehtage. Es lief gut, manchmal hatte ich ganz kurze Tage, manchmal hatte ich auch sehr lange Tage. Bei der Serie, die ich vorher gemacht habe, hatte ich ein sehr großes Zeitpensum pro Tag, das war schon sehr anstrengend. Hier ist alles viel entspannter. Das Team ist super eingespielt und die Regisseure wissen ganz genau, was sie wollen.

Wie sind Sie in die Rolle reingekommen?

Ich war am Anfang natürlich tierisch nervös. In der allerersten Szene hatte ich einen halbseitigen Monolog und musste eine Ansprache vor den Ärzten halten. Also stand ich dann da vor den Schauspielern und dachte mir ´So, die erste Szene, der erste Drehtag und dann ausgerechnet das´. Und dann kamen Bernhard Bettermann, Thomas Rühmann und Alexa Maria Surholt zu mir und sagten: "Das ist echt der Hammer, dass sie dir das als erste Szene geben." Dass die Kollegen es auch so gesehen haben, dass ich da gleich einen ganz schönen Klopper kriege, hat mich beruhigt. Danach bin ich etwas entspannter gewesen und es lief dann auch richtig gut.

Wie fühlen Sie sich im Team?

Ich fühle mich hier total wohl. Mit den Regisseuren und den Regieassistenten verstehe ich mich sehr gut. Und zu den Maskenmädels hat man ja als Schauspieler oft ein ganz spezielles Verhältnis und erzählt gleich sein ganzes Leben.