MDR Rundfunkrat Der Programmausschuss Leipzig zu einer Programmbeschwerde

Der Programmausschuss Leipzig des MDR Rundfunkrates hat sich am 28.09. 2021 intensiv mit einer Programmbeschwerde des Vereins „Ständige Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien e.V.” zu dem am 15.11. 2017 ausgestrahlten Film „Schuld ohne Sühne” befasst und ist dabei zu folgender Auffassung gelangt:

Ein Verstoß gegen die Programmgrundsätze des MDR konnte im Wesentlichen nicht festgestellt werden, außer in einem Punkt. Dort geht es um die Darstellung, wie dem Publikum die Übermittlung der Todesnachricht an die Mutter berichtet wird.

Zwar entspreche das dem Programmausschuss zur Verfügung gestellte verschriftlichte Interview mit der Mutter voll und ganz den Erwartungen an die journalistischen Grundsätze des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, insbesondere sei eine Verletzung der Würde der Mutter nicht festzustellen. Völlig im Gegensatz dazu steht nach Ansicht des Programmausschusses jedoch der Off-Text des Films, der dem Zuschauer eine festgelegte Meinung und eine harte Konfrontation der Mutter mit dieser Aussage vermittele. Der beim Publikum erweckte Eindruck entspreche somit nicht der Realität. Darin hat der Programmausschuss eine Verzerrung der Realität und somit einen Verstoß gegen die journalistische Sorgfaltspflicht gesehen.

Unabhängig davon hat der Programmausschuss den MDR ermutigt, am investigativen Journalismus festzuhalten, diesen weiterhin engagiert zu betreiben und weiterzuentwickeln.

Der Verein „Ständige Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien e. V.” wurde über das Ergebnis der Befassung im Programmausschuss Leipzig ausführlich unterrichtet.