exakt | 14.03.2018 Oliver Kirchner: Der neue Mann an der Spitze der AfD in Sachsen-Anhalt?

Oliver Kirchner wird als der neue Fraktionsvorsitzende der AfD im Landtag von Sachsen-Anhalt gehandelt. Seit 2014 ist der 51-Jährige Mitglied der AfD. Schon zwei Jahre später zieht er als Direktkandidat in den Landtag ein. Im Landtag gibt Kirchner sich gern als Sozialpolitiker. Davor hat er am Rande von Magdeburg mit Autos gehandelt, nicht immer erfolgreich, zweitweise musste Kirchner von Hartz IV leben.

Henriette Quade ist Landtagsabgeordnete von der Linkspartei, sie kennt Oliver Kirchner von diversen parlamentarischen Debatten. Sein sozialpolitisches Engagement bewertet sie kritisch. „Er versucht jeden Sozialpolitischen Punkt auf den Kernpunkt der AfD der Ausländerfeindlichkeit und Rassismus zu bringen. Jede sozialpolitische Frage soll mit dem Thema Abschiebung beantwortet werden“, charakterisiert Henriette Quade ihren Landtagskollegen. Oliver Kirchners Standpunkt dazu: Weil Flüchtlinge nicht in die Sozialsysteme eingezahlt haben, sollen sie auch keine Leistungen beziehen - das habe nichts mit Rassismus zu tun.

Kirchner polarisiert

In seiner politischen Karriere hat Oliver Kirchner schon kräftig ausgeteilt. Zum Beispiel im November 2015. Bei einer AfD-Kundgebung in Magdeburg machte er Politiker von den Grünen wie Sören Herbst und Sebastian Striegel für die Ausbreitung des Linksextremismus verantwortlich. Sebastian Striegel hat Kirchner auch mehrfach persönlich angegriffen. Der Abgeordnete sagt uns, dass Politik auch Auseinandersetzung braucht, doch wie die AfD es macht, das gehe zu weit. Die Arbeit der AfD-Fraktion im Landtag hat Oliver Kirchner nur im Hintergrund geprägt. Bisher fiel Kirchner nur durch provokante Aussagen in sozialen Medien auf.

Kein gemäßigter Kurs zu erwarten

Für den Abgeordneten Jens Diederichs bringt der mögliche Wechsel Poggenburg Kirchner keinen gemäßigteren Kurs in die Fraktion. Bis Juni 2017 war er in der AfD, dann wechselte er zur CDU-Fraktion. Für ihn ist Kirchner ein Zögling von André Poggenburg. Er wird vermutlich das neue Gesicht der Fraktion werden, aber die Fäden im Hintergrund ziehen andere, meint Diedrichs.

Kontakt zur Identitären Bewegung?

Oliver Kirchner ist Mitglied in der Patriotischen Plattform, einem Flügel ganz rechts außen in der AfD. Er wolle versöhnen und suche deshalb zu allen Flügeln der AfD Kontakt. - Auch zu den Mitgliedern der rechtsgerichteten Identitären Bewegung? Deren Mitglieder werden vom Verfassungsschutz beobachtet. Ein und vorliegendes Foto zeigt Kirchner mit einem Aktivisten der Bewegung. „Ich wüsste gar nicht was er gefragt hat, muss ich ihnen sagen, meint Kirchner, als wir ihm das Foto zeigen. Aber sonst habe er keinen Kontakt zu den Identitären, sagt er uns. Oliver Kirchner bezeichnet sich selbst als Versöhner. Politische Gegner halten ihn für einen Hardliner vom rechten Rand. In der AfD-Fraktion sagt man uns, für den Weg zur bürgerlichen Volkspartei sei er der richtige Mann. Ob er wirklich die Nachfolge von Poggenburg antritt, entscheidet sich Ende März.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | exakt | 14. März 2018 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. April 2018, 18:56 Uhr

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1 Kommentar

05.04.2018 17:01 Ichich 1

Ist das Journalismus, daß man andere Partei fragt, ob sie parteipolitische Entscheidung einer anderen gut findet ? Sind bspw. AfD- oder auch DKP-Politiker befragt worden, was sie von der Wahl von Habeck halten oder wer die neuen Parteivorsitzenden der Linkspartei werden sollen ?