FAKT aktuell | 27.03.2019 Gutachten bestätigt Tierquälerei im Schlachthof Oldenburg

Ein Gutachten beweist: Auf einem Schlachthof in Oldenburg wurden systematisch Tiere gequält. Tierschützer fordern nun Konsequenzen.

Berlin/Oldenburg. Ein vom Deutschen Tierschutzbüro in Auftrag gegebenes Gutachten kommt zu dem klaren Ergebnis, dass auf den im Schlachthof Oldenburg entstandenen Aufnahmen regelmäßige Verstöße gegen tierschutzrechtliche und strafrechtliche Normen zu sehen sind. Das Material zeige eindeutige und regelmäßige Zuwiderhandlungen, sowohl gegen das Tierschutzgesetz (TierSchG §17), die Tierschutz-Schlachtverordnung (TierSchlV § 3, 4, 5, 12), als auch Paragraf 13 des Strafgesetzbuches. Die Vergehen gehen sowohl auf die Mitarbeiter des Schlachthofes, als auch auf die anwesenden Mitarbeiter der Veterinärbehörde zurück.

Die Bildaufnahmen sind mit versteckten Kameras in dem Zeitraum September und Oktober 2018 entstanden und umfassen über 600 Stunden Videomaterial. FAKT-Reporter waren den Missständen nachgegangen. Doch trotz der eindeutigen Bilder sind bisher keine Verantwortlichen des Skandals zur Rechenschaft gezogen worden. Stattdessen verzögert sich die Auseinandersetzung durch die zuständigen Behörden immer weiter. Kurz nach Veröffentlichung der Aufnahmen hatte das Schlachthof- Unternehmen verkündet, den Betrieb ab sofort ruhen zu lassen. Stand heute (aber) soll der Schlachthof aberim Laufe des Jahres 2019 in modernisierter Form wieder in Betrieb genommen werden.

Am 22. März 2019 ist das Gutachten auch bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Oldenburg eingegangen. „Das Gutachten ist der finale und eindeutige Beweis, dass im Oldenburger Schlachthof systematisch Tierquälerei betrieben wurde und die Betreiber, Mitarbeiter und die Veterinärbehörde dringend zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Wir erwarten jetzt endlich durchgreifende Konsequenzen ohne Rücksicht auf wirtschaftliche Interessen“, so Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Tierschutzbüros.

FAKT

Zuletzt aktualisiert: 28. März 2019, 09:31 Uhr