exakt | 14.11.2018 Darum werden Barbershops in Halle zum Problem

Seit einigen Jahren boomen Barbershops in ganz Deutschland. Doch offenbar halten sich viele der Bartstylisten nicht an die Gesetze – und schneiden ohne Erlaubnis auch Haare.

Meister in seinem Laden 6 min
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Barthaare darf der Barbier natürlich schneiden, doch alles ab der Kotelette aufwärts gilt als Friseurleistung. Hier liegt die Grenze für Barbiere. So einfach ist damit geregelt, welche Leistungen Barbershops anbieten dürfen und welche nicht. Doch einige Barbiere scheinen sich an diese Regeln nicht zu halten und bieten zum Beispiel Herrenhaarschnitte an – zu Dumpingpreisen von unter 10 Euro.

In Halle an der Saale beschweren sich seit Längerem Friseure über Barbershops. Viele der Läden würden demnach auch Friseurleistungen anbieten. Das dürften sie aber nur, wenn mindestens ein Meister im Laden arbeitet. Bei einer Stichprobe von MDR- "exakt" war das in keinem von fünf getesteten Läden der Fall.

Barbershops sollen regelmäßig überprüft werden

Ein Mann im Interview
Der Geschäftsführer der Handwerkskammer Halle: Dirk Neumann. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Geschäftsführer der Handwerkskammer Halle, Dirk Neumann, sagt dazu: "Der eingetragene Friseurbetrieb zahlt jeden Monat erhebliche Beiträge in die Angestelltenrentenversicherung ein und hat den Mindestlohn in jedem Fall. Und er hat auch tarifliche Verpflichtungen und da sind wir eben gehalten, für Wettbewerbsgleichheit zu sorgen."

Die Handwerkskammer Halle setzt sich deshalb dafür ein, dass die Barbershops regelmäßig überprüft werden. Die illegalen Friseurleistungen gelten zwar als Ordnungswidrigkeit, die Läden müssen bei Kontrollen mit Strafzahlungen rechnen. Doch die Kontrollen fänden zu selten statt, sagen Friseure und die Handwerkskammer Halle.

"Wenn man dort nicht konsequent nachhakt, dann schleift sich ja auch wieder ein, dass es ja auch ohne die entsprechenden Qualifikationen geht", sagt der Geschäftsführer der Hallenser Handwerkskammer. "Es geht im Moment darum, das auch zu kontrollieren und dann auch durchzusetzen. Das ist im Moment der Mangel."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | exakt | 14. November 2018 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. November 2018, 19:09 Uhr

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5 Kommentare

16.11.2018 13:48 Mikro 5

@3Peter Was für ein sinnloser Beitrag,aber von Ihnen!Mit welchem Recht bezeichnen Sie arbeitende Frauen als Trulla?Haben Sie gar keinen Respekt?Sie sollten lieber schweigen.Dann müssten wir hier nicht Ihr sinnloses Gebabbel lesen.

16.11.2018 07:33 Peter 4

Das Argument mit dem Mindestlohn ist ein gewichtiges, allerdings wohl in einer anderen Diskussion.
Die Frage, ob ein Unternehmen seine Mitarbeiter dem Gesetz gemäß bezahlt, hat nichts mit dem anerkannten Berufsabschluss des Geschäftsführers oder der Mitarbeiter zu tun. Kontrolliert werden muss es aber auf jeden Fall.
Btw, es ist schon ziemlich lustig, wenn die IHK's auf den angeblich nicht eingehaltenen Mindestlohn verweisen, wo sie sich doch einst als Ganzes oder einzelne Zweige dagegen mit Händen und Füßen gewährt haben.

16.11.2018 07:05 Peter 3

Was für ein sinnloser Beitrag. Wenn ich eine gute Leistung zu einem fairen Preis bekomme (Was übrigens nicht zwangsläufig billig bedeutet, denn gutes Handwerk verdient bei mir einen guten Preis) und auch noch in netter Atmosphäre ziehe ich das immer der Alternative vor.
Das Argument mit der Ausbildung ist meines Erachtens nur Augenwischerei angesichts der größtenteils Nichtanerkennung vieler Berufsabschlüsse.
Sorry if I fuck the law, aber von irgendeiner Trulla rasiert und frisiert zu werden und mir dabei sinnloses Gebabbel anzuhören bzw. peinlich zu schweigen, ist bei mir nicht drin und auch kein Qualitätsmerkmal von Handwerk.

15.11.2018 22:19 Zeitzer 2

Warum lässt man denn mitten in der Innenstadt von Halle soviele Barbier-Shops zu? In der Kleinen Ulrichstraße befinden sich sogar Läden einander gegenüber! Rentiert sich das denn überhaupt? Stecken dahinter mafiöse Systeme, wie es in diesem Zusammenhang bereits in anderen Medien über Berlin und seinen Libanesen-Clans berichtet wurde? Oder gibt es hier einen Einfluss der armenischen Mafia? Ohne Grund hat doch nicht der armenische Botschafter einen Bericht der ARD dazu verbieten lassen! Und wieso gibt es in Halle auf engstem Raum soviele Sisha-Bars, Billig-Handy-Läden und Döner-Läden? Das ist doch schon nachdenkenswert!

15.11.2018 11:09 Max W. 1

In welchem das Land vorgeblich bereichernden Zusammenhang diese "Barbershops" zu sehen sind, woher diese Geschäftspraktiken kommen und wie es eventuell mit dem "Unrechtsbewußtsein" aussehen könnte, muss man wohl nicht weiter erläutern. Und dass das nicht nur das Haareschneiden betrifft, auch nicht.

Die Naivität der Leute, die diese Entwicklung erst forcieren und sich dann wundern oder, lach, gar empören ist nicht in Worte zu fassen. Die wäre schon mitleiderregend, wenn das nicht erst der Anfang und der Langfristschaden noch garnicht absehbar wäre.

Was etwa aus dem Steinweg binnen weniger Jahre geworden ist, lässt richtig "hoffen".