exakt | 13.03.2019 Immobilienkonzern Vonovia: Gewinn auf Kosten der Mieter?

Vonovia ist der größte deutsche Immobilienkonzern und vermietet 358.000 Wohnungen in ganz Deutschland. 38.000 sind es allein in Dresden. Knapp 1,1 Milliarden Euro Gewinn konnte der börsennotierte Großvermieter 2018 erzielen. 15,8 Prozent mehr als im Jahr davor. Ein Rekordergebnis. Wird dieser Gewinn auf dem Rücken der Mieter erzielt? Beispielsweise, in dem Leistungen abgerechnet werden, die es überhaupt nicht gibt, sogenannte Luftbuchungen?

Petra Rauschenbach lebt seit 13 Jahren in einem Plattenbau in Dresden, vermietet von der Vonovia. Seit Jahren steigen die Betriebskosten für die Wohnung. Mit der aktuellen Abrechnung muss sie 360 Euro mehr zahlen als im letzten Jahr. Allein die jährlichen Kosten für den Hausmeister sind um 41 Prozent gestiegen. Warum, das bleibt Petra Rauschenbach nicht erklärbar.

René Tannhäuser, ebenfalls Vonovia-Mieter in Dresden, hat im Dezember ein Netzwerk gegründet. Er sammelt die Beschwerden der betroffenen Mieter. René Tannhäuser vermutet, dass bei den Betriebskostenabrechnungen der Vonovia systematisch getrickst wird. Mieter bekämen Leistungen in Rechnung gestellt, die nicht stattgefunden haben.

Es ist ja das Ziel der Vonovia, so viel wie möglich Geld zu machen. Da sie es durch die Mietkosten nicht reinkriegen können, versuchen sie es jetzt durch die Nebenkosten. Und das Gesetz gibt denen die Handhabe dafür.

René Tannhäuser, Mieter-Netzwerk

In ganz Deutschland wehren sich inzwischen Mieter gegen den Wohnungsriesen Vonovia. In Stuttgart kämpft eine Initiative dagegen, dass Modernisierungskosten auf die Mieter abgewälzt werden. In Garmisch-Patenkirchen schließen sich Mieter wegen ungerechtfertigter Mieterhöhungen zusammen. Und in München klagt der Mieter Franz Obst vor dem Amtsgericht gegen den Immobilienriesen wegen einer Erhöhung der Betriebskosten um 300 Prozent. Beim Deutschen Mieterbund wird geprüft, ob man mit einer Musterfeststellungsklage gegen Vonovia vorgeht.

Der Großvermieter Vonovia weist die Vorwürfe wegen sogenannter Luftbuchungen weit von sich. Man räumt lediglich „menschliche Fehler“ und „Zuordnungsprobleme“ ein, die korrigiert würden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | exakt | 13. März 2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. März 2019, 22:17 Uhr

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2 Kommentare

15.03.2019 13:08 Brigitte Neu 2

Auch wir Mieter der Albert-Blau-Str. in Görlitz haben Ärger mit unserem Verwalter. 2016 wechselt der Verwalter. Die Kosten für den Hausmeister und die Grünflächepflege haben sich um 131% erhöht.
Vielleicht könnten sie sich mal mit der Grand City Property beschäftigen!

15.03.2019 10:01 dienel,frank 1

Nicht nur Großvermieter wie die Vonovia machen auf Kosten der Mieter Gewinn sondern auch Wohnungsgenossenschaften wie die WBG Kontakt jedoch auf einer anderen Basis. Sie täuscht eine angebliche Sanierung ihrer Objekte vor. Legt dies als Modernisierungsmaßnahme aus jedoch ohne Energieeffizienz. Durch Gutachten wurde nachgewiesen , dass die 2. u. 3. Wärmeschutzverordnung beim Einbau neuer Fenster ( Montagefugen ) nicht eingehalten wurden.
Angezeigte Baumängel werden nicht beseitigt , denn die Kosten würden sich auf 66.000 Tausend Euro belaufen bei 120 WE. Sie strebt lieber ein Zivilprozess an mit der Annahme , dass Sie diesen mit Unterstützung von Anwälten und Sachverständigen gewinnt. Ein Beitrag zum Klimaschutz wird nicht geleistet man sieht nur den Gewinn und geht jeden Mieter vor , der etwas aufzudecken hat bis hin zur Räumungsklage. Die zuständigen Behörden haben davon Kenntnis aber alle schauen weg.