Amtstierarzt
Thoralf Schaffer, bisheriger Leiter des Veterinäramts im Landkreis Stendal. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

exakt aktuell | 30.10.2018 Chef des Veterinäramtes Stendal gibt Posten ab

Das Veterinäramt im Landkreis Stendal steht in der Kritik, in jüngster Zeit hat es im Bereich der Behörde einige Tierschutz-Skandale gegeben. Nun tritt der Leiter zurück - aus persönlichen Gründen.

Amtstierarzt
Thoralf Schaffer, bisheriger Leiter des Veterinäramts im Landkreis Stendal. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Leiter des Veterinäramtes im Landkreis Stendal, Thoralf Schaffer, zieht sich von seinem Posten zurück. Diese Entscheidung habe nichts mit den Tierschutz-Skandalen im Milchviehbetrieb in Demker und jüngst im Schlachthof in  Hohengöhren-Damm zu tun, sondern erfolge aus rein persönlichen Motiven, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes dem Nachrichtenmagazin MDR-exakt.

Thoralf Schaffer habe diesen Wunsch Ende September dem Landrat bekannt gegeben, also vor der Kontrolle in dem Schlachthof. Der promovierte Tiermediziner werde ab Januar 2019 die Leitung des Veterinäramtes abgeben, aber weiter als Tierarzt in der Behörde tätig sein.

Auffällig bleibt, dass der Rückzug nach der Veröffentlichung von Video-Material der Organisation "Soko Tierschutz" im Fall Demker erfolgt, das MDR-exakt im Juli in einem Beitrag gezeigt hat. Die Tierschützer hatten nach eigenen Angaben insgesamt 17 Kadaver auf dem Gelände des Betriebes dokumentiert und die Zustände mehrfach beim Veterinäramt angezeigt. Bei einer Tierkontrolle fanden Mitarbeiter der Behörde jedoch kein einziges totes Tier. Kurz darauf zeigten neue Aufnahmen, dass in dem Betrieb einige dieser Tiere noch unter den Lebenden lagen. Bis heute ist nicht geklärt, woran die Kühe starben.

Die Prüfung der Unterlagen aus dem Schlachthof in Hohengöhren Damm dauert unterdessen, laut Sprecherin des Landratsamtes, immer noch an.  Da umfangreiche Materialien bei einer Kontrolle sichergestellt wurden, könne man auch nichts darüber sagen, wie lange noch. MDR-exakt stieß bei Recherchen auf  Ungereimtheiten bei den vorgeschriebenen Tierkontrollen vor dem Schlachten. Ehemalige Mitarbeiter aus dem Betrieb berichteten, dass die so genannte Lebendbeschau nur selten stattgefunden habe.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | FAKT | 09. Oktober 2018 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Oktober 2018, 15:43 Uhr