exakt | 25.07.2018 Der schwere Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner

Der gefährliche Schädling breitet sich in der Altmark immer weiter aus und die Kommunen versuchen die Ausbreitung einzudämmen. Es ist eine schwierige Aufgabe, wie unser Reporter im Praktikum festgestellt hat.

Schädlingsbekämpfer in Schutzanzügen: In der Altmark in Sachsen-Anhalt ist dieses Bild besonders häufig zu sehen. Hier treibt die Raupe eines Nachtfalters ihr Unwesen: Der Eichenprozessionsspinner. "In diesem Jahr ist es besonders schlimm", sagt Schädlingsbekämpfer André Geiger. Ganze Alleen sind von den Schädlingen befallen.

Die Brennhaare der Raupe übertragen ein Gift, dass für den Menschen extrem gefährlich ist. "Das ist ein toxisches Eiweiß, das Hautirritationen hervorrufen kann. Einen nässenden Juckreiz. Und beim Einatmen Asthma", sagt Geiger. Aber die Raupe ist nicht nur für den Menschen gefährlich. Denn wenn die Population außer Kontrolle gerät, kann sie Eichen so stark schädigen, dass dadurch ganze Wälder betroffen sind.

Kampf mit Speiseöl und Staubsauger

Raupen des Eichenprozessionsspinners auf einem Eichenstamm.
Raupen des Eichenprozessionsspinners Bildrechte: dpa

Wenn die Raupen zu nahe am Menschen siedeln oder die Bäume in Gefahr sind, rücken die Schädlingsbekämpfer an. Sie tragen dabei Schutzanzüge und unser Reporter muss sogar eine Atemschutzmaske anlegen. Dann geht es mit einer Hebebühne in die Baumwipfel. Hier werden die Raupen zuerst mit Speiseöl eingesprüht, damit die Haare nicht wegfliegen. Anschließend werden die Raupen mit einem Spezialstaubsauger entfernt. Nachhaltig scheint das aber nicht wirklich zu sein.

Es überleben ja immer welche. Man bekommt sie nie alle weg. So ein Falter legt bis zu 200 Eier. Was dann nächstes Jahr wieder losgeht, kann man sich ausrechnen.

André Geiger Schädlingsbekämpfer

Der heftige Befall hätte verhindert werden können. Doch dafür wäre eine rechtzeitige, massive Behandlung mit Chemikalien vonnöten gewesen. Das Ordnungsamt verweist darauf, dass man Prioritäten setzen müssen. Man habe sich zuerst auf Kernpunkte, wie Friedhöfe und Spielplätze konzentriert. Auf unseren Reporter machen diese Bemühungen eher einen unkoordinierten Eindruck. Währenddessen breitet sich der Eichenprozessionsspinner immer weiter aus.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | exakt | 25. Juli 2018 | 20:35 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. August 2018, 18:53 Uhr

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