Bilder zum Film "Lesen und Schreiben ungenügend - Millionen Analphabeten in Deutschland" Analphabetismus in Sachsen

Ein Mann mit grauem Haar und Brille schaut nach unten.
"Es macht schon Spaß, hierher zu kommen. Das gibt Auftrieb", sagt der 56-Jährige. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Eine Frau mit Brille und zusammen gebundenem Haar sitzt neben einem Tisch und schaut in die Kamera
Das Mehrgenerationenhaus Markranstädt gehört zu den geförderten Initiativen des Bundes. Es bietet Kurse für Analphabeten. Die Lehrer sind hochmotiviert. Doch es kommt niemand.

"Es ist deprimierend. Wir können [...] nicht sagen, was wir falsch gemacht haben. Die Frage ist aber auch noch, ob die Angebote so wie sie sind, gut sind oder richtig sind für die Zielgruppe. Erreichen wir Leute wirklich, wenn wir ihnen sagen, ihr seid funktionale Analphabeten [...] Wir können die Leute nicht direkt ansprechen, weil es ihnen nicht auf der Stirn geschrieben steht", weiß Cornelia Fiebiger, Pädagogin für Erwachsenenbildung.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Eine Frau mit rotem Haar vor einem grünen Hintergrund
Iris Nussbaum von der Koordinierungsstelle Alphabetisierung kennt viele der Betroffenen persönlich. Sie weiß, wie schwer es ist, sie zu finden.

"Die meisten sind sehr clever. Wir reden hier nicht von Menschen, die nichts können, sondern viele können sehr viel, viele können sich sehr viel merken. Viele haben sehr gute Strategien entwickelt, wie man auch ohne lesen und schreiben durchs Leben kommt [...]"
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Eine Frau mit Brille schaut in die Kamera, im Hintergrund ist ein Fenster zu sehen
Erfahrungen aus Diplompädagogin Kerstin Lemkes jahrelanger Praxis zeigen: "Alleingelassen werden in der Schule. Dass keiner hinschaut und sagt, der braucht Hilfe, dem muss ich einzeln helfen. [...] Wenn ich Analphabetismus bekämpfen will, dann muss ich in der Schule anfangen." Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ein Mann mit Brille schreibt einzelne Buchstaben auf kleine Karten.
Scham ist für jeden Betroffenen ein großes Thema. Analphabet Rudolf Gottwald meint:
"Weil mir das peinlich ist, selber innerlich peinlich ist, immer zu sagen, dass ich nicht schreiben und lesen kann. Ich wäre froh, wenn ich es selber könnte. Mit der Arbeit wird es auch immer schlechter. Darum bin ich froh, wenn ich ein-Euro-Jobs noch machen, paar Stunden arbeiten kann, damit ich ein bissel unter Leuten bin und nicht nur zu Hause sitze."
Bildrechte: MDR/Adina Rieckmann
Blick auf drei sitzende Menschen.
Jochen Hofmann (links) kann weder lesen noch schreiben und besucht einen Alphabetisierungskurs in Dresden. Hier in der Gruppe erlebt er zum ersten Mal im Leben Gemeinschaft. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ein Mann mit grauem Haar und Brille schaut nach unten.
"Es macht schon Spaß, hierher zu kommen. Das gibt Auftrieb", sagt der 56-Jährige. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Eine blonde Frau sitzt gegenüber von zwei Menschen
Marietta Schöps (Mitte) ist Dozentin für Alphabetisierung und eine von Jürgen Hofmanns Lehrerinnen. Ganz wichtig sei, "wenn ein Lob ausgesprochen wird. Die freuen sich so sehr, wenn sie gelobt werden. Was sie ja nie in der Kindheit erfahren haben, in der Schule auch nicht. So und hier erfahren sie das alle." Bildrechte: MDR/Adina Rieckmann
Blick auf eine Tür mit der Aufschrift  - Bitte nicht stören.
Was passiert in unserem Gehirn, wenn wir lesen und schreiben lernen? Welche Prozesse laufen dann ab?

Entwicklungspsychologin Gesa Schaadt vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig kann mit Hilfe einer EEG-Untersuchung in Ansätzen erkennen, ob es einem Kind später einmal leicht fallen wird, lesen und schreiben zu lernen.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Alle (8) Bilder anzeigen

Bilder zum Film "Lesen und Schreiben ungenügend - Millionen Analphabeten in Deutschland" Analphabetismus in Sachsen

Analphabetismus in Sachsen

Bildergalerie