Jobs mit Herz - Reporter im Selbstversuch

Reporterin zwischen Kleiderständern mit Verkäuferin in einem Sozialkaufhaus
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Eintauchen in verschiedenste Arbeitswelten, nah dran an den Menschen und dem, was sie bewegt – auf dem Land und in der Stadt. „exakt“-Reporter testen im Selbstversuch Jobs, die gesellschaftlich zwar hoch angesehen sind, aber nur mäßig bis schlecht bezahlt: zum Beispiel beim mobilen Pflegedienst und in der Kita.

Menschlichkeit bewahren

In diesen Bereichen darf neben aller praktischen Hilfe auch das Menschliche nicht zu kurz kommen. Doch Zeitdruck, strenge Vorgaben und Papierkram machen das fast unmöglich.  Die "exakt"-Reporter erleben bei ihren Praktika Pfleger und Erzieher, die ihre Arbeit lieben und mit der mäßigen Bezahlung leben können, aber unter dem permanenten Zeitdruck und Personalnot leiden. Als Kontrast dazu sind die Reporter in einem Chemnitzer Hospiz, wo Schwestern und Ärzte unter Bedingungen arbeiten, von denen Kollegen im normalen Klinikalltag nur träumen können. Bedingungen, die den letzten Weg der Patienten würdevoll gestalten.

Reporter in sozialen Berufen

Was bedeutet es in sozialen Berufen zu arbeiten und anderen Menschen zu Helfen oder sie zu betreuen. Unsere Reporter erleben viel Positives, erleben aber auch wie nahe einem diese Arbeit gehen kann.

Jana Merkel sitzt in einer Kita mit Kindern am Tisch
Wenn kleine Kinder so richtig aufdrehen, braucht man Nerven wie Drahtseile. Besonders angespannt ist die Situation, wenn Erzieher fehlen. Denn auch in vielen Kitas fehlt Personal. Jana Merkel hat zwei Tage Praktikum in einer Kita gemacht und sich am Ende mehr Kollegen und mehr Zeit für die Kinder gewünscht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Jana Merkel sitzt in einer Kita mit Kindern am Tisch
Wenn kleine Kinder so richtig aufdrehen, braucht man Nerven wie Drahtseile. Besonders angespannt ist die Situation, wenn Erzieher fehlen. Denn auch in vielen Kitas fehlt Personal. Jana Merkel hat zwei Tage Praktikum in einer Kita gemacht und sich am Ende mehr Kollegen und mehr Zeit für die Kinder gewünscht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Reporterin sitzt bei Familie am Küchentisch
Die Meiningers sind eine sogenannte Pflegefamilie. Mit zwei eigenen Kindern und sieben Pflegekindern lebt das Paar als Großfamilie zusammen. Sie bieten Kindern, die nicht bei ihren leiblichen Eltern leben können, ein stabiles Zuhause. Jana Merkel nimmt an ihrem Alltag teil und erlebt, welche Herausforderungen auf die Mitglieder einer XXL-Familie warten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Reporterin zwischen Obststiegen bei einer Tafel
Die Zahl der Menschen, die mit wenig Geld ihren Alltag bestreiten müssen, nimmt stetig zu. Und so steigt auch der Bedarf an preiswerten Lebensmitteln. Tafeln versuchen diesen zu decken, z.B. mit Brötchen vom Vortag und Milch kurz vor dem Verfallsdatum. Was anderswo übrig bleibt, kann dort an Bedürftige verteilt werden. Jana Merkel lernt bei ihrem Praktikum bei den Tafeln, wie die preiswerten Lebensmittel zu den Menschen kommen und wie viel Engagement die Mitarbeiter und Helfer dafür aufbringen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Reporterin zwischen Kleiderständern mit Verkäuferin in einem Sozialkaufhaus
Der Wohlstand ist ungleich verteilt in Deutschland. Doch in Stendal-Süd gibt es einen Ort, wo sich Menschen für wenig Geld etwas leisten können. Reporterin Jana Merkel hat ein Praktikum in einem Sozialkaufhaus gemacht und Mitarbeiter und Kunden kennengelernt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Reporter steht mit Hilfsbedürtigen in dessen Zimmer
52.000 Menschen leben in Deutschland ohne Unterkunft auf der Straße. Normalerweise gibt es für sie einfache Notunterkünfte. Kerstin Teuber betreibt in Zwickau das Regenbogenhaus, eine ganz besondere Einrichtung für gestrauchelte Menschen. Unser Reporter Albrecht Radon hilft Frau Teuber für einen Tag und erfährt, was die Betreuung von obdachlosen Menschen bedeutet. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Reporter kniet vor altem Mann und wäscht ihm die Füße
Der Bedarf an Pflegekräften ist groß, denn die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt stetig an. Viele Stellen von Pflegekräften bleiben unbesetzt. Reporter Albrecht Radon macht ein Praktikum bei einem ambulanten Pflegedienst und erfährt, wie hart die Arbeit der Pflegekräfte ist und wie emotional die Arbeit mit den Pflegebedürftigen sein kann. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Reporterin wäscht mit Palliativpflegerin einen schwerkranken Mann
Bei ihrem Praktikum in einem Chemnitzer Hospiz trifft Annett Glatz Menschen, die nur noch kurze Zeit zu leben haben. Trotz der Angst vor der Begegnung mit dem Tod, erlebt sie auch viele helle Momente mit den Patienten und den Palliativpflegekräften, die sich liebevoll um die Menschen im Hospiz kümmern und sie auf dem letzten Stück ihres Weges begleiten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Reporter trägt Urne aus der Kirche
Gestorben wird immer. Trotzdem möchte den krisensicheren Job eines Bestatters kaum einer machen, zu groß ist die Angst vor der Begegnung mit dem Tod. - Unser Reporter Albrecht Radon beginnt sein Praktikum zunächst in der Pathologie eines Klinikums und lernt dann die Arbeit eines Bestatters kennen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Ein Herz für sozial Schwache

"Jobs mit Herz", das sind auch die Tätigkeiten, bei denen es um die Versorgung der sozial Schwachen geht  und die die Gesellschaft zusammen halten: das Netz der Tafeln und Sozialkaufhäuser, das sich auf Ehrenamtliche und geringfügig Beschäftigte stützt. Auch hier arbeiten „exakt“-Reporter mit und treffen Mitarbeiter, die häufig selbst kaum mehr in der Tasche haben als ihre Kunden.

Was sind uns diese wichtigen Jobs eigentlich wert, und sind die politischen Forderungen nach einer größeren Anerkennung mehr als reine Lippenbekenntnisse? Und wie kann man dringend gebrauchte Arbeitskräfte hier im Osten halten?

Über dieses Thema berichtet der MDR in exakt-Extra: 27.06.2018 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Juni 2018, 18:31 Uhr