exakt | 06.03.2019 Schlagabtausch: Cannabis - Zeit für die Legalisierung?

Kanada und Uruguay haben Cannabis legalisiert. Auch in Deutschland gibt es viele Befürworter der Droge, viele sehen sie im Vergleich zu Alkohol als harmlos an. Doch wie schädlich ist Cannabis wirklich?

In Deutschland ist Anbau, Kauf, Verkauf und Besitz von Cannabis weiterhin illegal. Doch in anderen Ländern hat sich zuletzt viel bewegt: In Kanada ist Kiffen seit Oktober 2018 offiziell erlaubt - und das Land erfreut sich an einem boomenden, neuen Industriezweig. Kurz davor hatte schon das südamerikanische Uruguay Marihuana legalisiert.

Ist Marihuana harmlos?

Wie schädlich Cannabis tatsächlich ist, ist der größte Streitpunkt zwischen Kritikern und Befürwortern. Viele halten Marihuana zum Beispiel für deutlich harmloser als Alkohol. Aber stimmt das wirklich?

Zwei Meinungen, ein Ring. Die Regeln:

Beim Schlagabtausch von MDR exakt werden aktuelle Themen diskutiert. Die Gegner liefern sich einen verbalen Schlagabtausch. Im Boxring stehend, sollen sie schnell auf den Punkt kommen, dürfen und sollen auch ihren Kontrahenten unterbrechen. Das Wichtigste aber ist wie im Sport: Fairness.

Es diskutieren:

Georg Wurth, Deutscher Hanfverband
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Georg Wurth, Deutscher Hanfverband Georg Wurth ist Chef des Deutschen Hanfverbandes. Seine Forderungen: Begrenzter Eigenanbau von Cannabis und der Erwerb in Fachgeschäften für Erwachsene.

Christoph Buchholz, Suchttherapeut in der Fachklinik Rusteberg.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Christoph Buchholz, Suchttherapeut in der Fachklinik Rusteberg Christoph Buchholz therapiert Cannabis-Süchtige. Er hält eine Legalisierung für falsch. Seine Befürchtung ist, dass dadurch die Zahl jugendlicher Konsumenten steigen könnte.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | exakt | 06. März 2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. März 2019, 18:26 Uhr

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1 Kommentar

08.03.2019 16:05 woewe 1

Wie Georg Wurth dem (Petitionsauschuss des) Bundestags Rede und Antwort gestanden hat, ist in zwei Videos auf youtube zu sehen: vom Bundestag selbst und unter dem Ttiel "Cannabispetition 2017: Georg Wurth im Bundestag"
Und nein, es gibt keine Hinweise darauf, dass infolge einer Liberalisierung des Cannabis-Marktes der Anteil jugendlicher Konsumenten steigt, im Gegenteil.
Schon die über 8 jährigen Beobachtungen der EMCDDA im Bericht von 2011 auf S. 53, Text zur oberen Grafik dort, wiesen darauf hin, dass sich die Prävalenzen beim Cannabis-Konsum wenig nach den strafrechtlichen Vorgaben und deren Änderungen richten.
Aber das darf ja auch von Suchttherapeuten wie ihm und Herrn Uwe Wicha weiter ignoriert werden.