Dohna-Müglitztal in Sachsen CDU-Basis hofft auf mehr Mitsprache unter neuer Parteichefin

Nach der Wahl der neuen CDU-Bundesvorsitzenden Kramp-Karrenbauer regt sich an der Parteibasis Hoffnung auf mehr Dialog mit der Basis. Denn die CDU, zum Beispiel in Sachsen, hat unter Merkel viel Vertrauen verloren.

Nach der Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer zur neuen CDU-Vorsitzenden regt sich an der Parteibasis die Hoffnung auf mehr Mitsprache. Die Parteispitze müsse wieder "mehr nach unten horchen, was die Partei wirklich will", sagte der Bürgermeister der sächsischen Stadt Dohna, Ralf Müller (CDU), dem ARD-Magazin FAKT. Dann werde es in der CDU "auch wieder gut funktionieren".

Der Vorsitzende des CDU-Regionalverbandes Dohna-Müglitztal, Wilfried Müller.
Wilfried Müller Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auch der Vorsitzende des CDU-Regionalverbandes Dohna-Müglitztal, Wilfried Müller, hofft auf einen Neustart mit der neuen Vorsitzenden. Entscheidungen auf Bundesebene in den vergangenen Jahren, etwa beim Atomausstieg oder in der Flüchtlingspolitik, hätten die CDU Mitglieder gekostet, sagte Müller und verwies auf Erklärungen ehemaliger Mitglieder, die ihre Austritte aus der Partei mit der Politik der früheren Parteivorsitzenden Angela Merkel begründet hätten.

Einer der Ausgetretenen aus Dohna, Bernhard Schwarz, sagte FAKT, nach seiner Meinung sei die CDU unter Merkel zu sehr nach links gerückt, besonders in der Asylpolitik. Dabei habe er ab 2015 selbst mitgeholfen, Migranten unterzubringen und zu betreuen. "Ich habe bei Erstaufnahmeeinrichtungen gearbeitet. Und wir haben wirklich gute Arbeit geleistet. Eine schöne und gute Arbeit." Trotzdem trat er aus Unzufriedenheit über die Parteiführung im Jahr 2016 aus der CDU aus.

Grafik zu Parteiaustritten und -Eintritten in der CDU
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Der Leipziger Politologe Dr. Hendrik Träger meint, dass die CDU die innerparteiliche Demokratie in den vergangenen Jahren vernachlässigt hat. Die Austritte deuteten darauf hin, "dass es erhebliche Unterschiede geben muss zwischen dem, was die Parteibasis will und dem, was die Parteiführung gemacht hat". Bestimmte Entscheidungen der letzten Jahre seien gar nicht auf Parteitagen diskutiert, sondern auf Regierungsebene getroffen worden. "Und die Partei musste das wohl oder übel hinnehmen."

Dieses Thema im Programm: Das Erste | FAKT | 11. Dezember 2018 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Dezember 2018, 11:54 Uhr