Alternative Therapien Homöopathie bei Krebs unwirksam

Bei einer jungen Frau wird ein aggressiver Brustkrebs diagnostiziert. Doch ihre Heilungschancen sind nach Einschätzung der behandelnden Ärzte gut. Der Tumor wird vollständig bei einer Operation entfernt, die Ärzte empfehlen eine anschließende Strahlentherapie, um das Risiko eines Rückfalls zu minimieren. Doch die Frau lehnt diese Behandlung ab und entscheidet sich stattdessen für eine Behandlung nach einer homöopathischen Methode. Doch die erzielt nicht die erhoffte Wirkung. Im Alter von 33 Jahren stirbt die Frau.

Die Frau hatte sich in der Clinica Dr. Spinedi in der Schweiz behandeln lassen. Ihre Eltern berichten, dass sie nach einem Aufenthalt dort den Eindruck gemacht habe, als sei sie einer Gehirnwäsche unterzogen worden. "Sie hat alles, was klassische Medizin war, abgelehnt und hat sich nur noch in Richtung Homöopathie erkundigt und schlau gemacht. Und wollte nur noch homöopathisch sich behandeln lassen“, sagte der Vater dem ARD-Magazin FAKT. Als sie sich schließlich dann doch noch für eine herkömmliche Strahlentherapie entscheidet, ist es zu spät.

Die Klinik in der Schweiz ist für FAKT keine Unbekannte. Bereits im Juli 2017 berichtete FAKT über Behandlungsangebote der Einrichtung. Man könne Krebs rein homöopathisch behandeln, hieß es. Eine Behauptung, die von Vertretern der sogenannten Schulmedizin vehement kritisiert wird.

Im Fall der 33-jährigen Frau hatte der Mediziner Dr. Jens Wurster in der Clinica Dr. Spinedi behandelt - mit einer homöopathischen Therapie. Er habe nur den Willen der Patientin respektiert, erklärt er auf Anfrage von FAKT. Dass Homöopathie gegen Krebs helfen könne, bewiesen auch Studien, erklärt Wurster und verweist auf eine Studie der Universität Freiburg. Diese habe gezeigt, "dass in Bezug speziell auf die Lebensqualität gerade bei fortgeschrittenen Tumorleiden es einen großen Vorteil mit der Homöopathie gegeben hat", so Wurster.

Einer der Autoren der Studie, in der es um den Effekt von homöopathischen Begleitbehandlungen bei Krebs ging, Prof. Dr. Hans-Helge Bartsch, weist diese Aussage zurück. Man habe gemeinsam mit mehreren Wissenschaftlern, darunter auch mit der Klinik Santa Croce (so der frühere Name der Clinica Dr. Spinedi) und Dr. Wurster eine Studie durchgeführt, sagte er FAKT. "Die Behauptung, dass es hier signifikante Unterschiede bezüglich der Lebensqualität gibt, ist in der Form unredlich", macht er deutlich.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | FAKT | 13. März 2018 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. April 2018, 09:41 Uhr

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10 Kommentare

06.04.2018 14:15 Birgit L. 10

Der Bericht verbreitet die Lüge, dass die Ärzte der Clinica Santa Croce angeblich keine schulmedizinischen Maßnahmen zulassen. Fakt ist jedoch: Auf der Homepage der Clinica Santa Croce ist sogar 2 Male vermerkt, dass die Patienten klassisch homöopathisch in Begleitung einer schulmedizinischen Therapie behandelt werden. Auch in dem Video der Clinica Santa Croce „Brustkrebspatientin mit Homöopathie geholfen“ berichtet eine Ärztin, dass neben ihrer homöopathischen Behandlung in der Clinica Santa Croce parallel auch die schulmedizinische Therapie zum Einsatz kam. Es stellt sich also die Frage, warum sich Schulmediziner auf ein derart schäbiges und lügnerisches Niveau herablassen, um der Homöopathie zu schaden. Fehlt es ihnen etwa an Patientenzahlen? Oder ist es der Neid, weil mittels homöopathischer Behandlungen allein in der Clinica Santa Croce tausende Menschen von Krebs und chronischen Krankheiten befreit wurden?

15.03.2018 19:58 Udo Endruscheit 9

Ich möchte auf den Kommentar zurückkommen, der die "sehr beschränkte Sicht" im Einzelfall auf den Fall Dr. Wurster bemängelt. Dazu fällt mir nur eines ein: Umgekehrt wird ein Schuh draus.
Warum?
Weil der Hauptvorwurf gegen Dr. Wurster ja gerade darin besteht, dass er die weltweite wissenschaftliche Methodik der randomisierten, doppelverblindeten Anwendungsstudie nicht anerkennt, die die einzige Methode ist, zu gesicherten allgemeingültigen Schlüssen zu kommen. Statt dessen hält seit jeher -gegen jeden grundlegenden Begriff von Wissenschaftlichkeit !- seine persönliche Erfahrung in Einzelfällen hoch und leitet daraus seine Schlüsse zur Wirksamkeit seiner Therapien ab. Ja, sein Buch beruht gar im Wesentlichen auf einer einzigen Falldarstellung!
Insofern geht der Staffelstab in Sachen "beschränkte Sicht per Einzelfall" umgehend an Dr. Wurster selbst.

15.03.2018 16:33 Natalie Grams 8

Wie schade, dass der wirklich tragische Bericht von Homöopathen nicht zum Anlass genommen wird, über ihre Sicht auf die Homöopathie nachzudenken. Es sterben Menschen, weil sie auf das falsche Heilsversprechen der Homöopathie in fatalen Lebenssituationen vertrauen (glücklich die, die überlebt haben und der zum Kommentieren "vorgeschickt" werden). Der Satz "Homöopathen kennen ihre Grenzen" kriegt so eine groteske Bedeutung und Selbstkritik wäre das Mindeste, was an dieser Selle angebracht wäre. Noch besser: Eine Distanzierung von wirkungslosem Zucker und ein gemeinsames Eintreten für eine wirklich gute Medizin.

15.03.2018 12:56 S. Schiering 7

Die Information in diesem Video ist sehr beschränkt. Es handelt sich ausschliesslich um einen Ausschnitt des 15 Minuten dauernden Interviews mit Dr. Wurster, und man bespricht den Fall einer einzigen Patientin, ohne vollständigen Hintergrund.
Man versucht auf diese Weise eine Meinung zu erzeugen, welche nicht gut fundiert ist.

Persönlich kenne ich die Arbeit von Dr. Wurster gut und es gibt wenig Ärzte die so sachbezogen, involviert und professionell arbeiten wie er. Auch sind die Resultate die er erreicht bei seinen Patienten im allgemeinen sehr gut.

Falls man sich über die Homöopathie äussern will so soll man sie zuerst gut studieren. Wenn man anschliessend immer noch das Bedürfnis hat diese zu kritisieren, spielen andere Motive eine Rolle.
Ich kann jedem Menschen die klassische Homöopathie, und diesen Arzt besonders, sehr empfehlen.

S. Schiering
Klassische Homöopathin

15.03.2018 12:40 Claudia Schüeli 6

Es war das Beste für meinen Sohn (und mich!) , in die Clinica Santa Croce zu kommen!
Selbst die Onkologen staunten über den guten Verlauf und das Minimum an Komplikationen bis zum Tod…
Nicht jeder Fall ist heilbar …Die Lebensqualität ist um so vieles besser, die Gefahr eines Rezidivs stark reduziert und die rezidivfreie Zeit wird verlängert dank der Homöopathie und der liebevollen Betreuung besonders von den professionellen Ärzten der Clinica….Hier habe ich erfahren, was die Begleitung eines wirklich guten Arztes ist !! C. Schüeli

14.03.2018 11:45 Markus 5

Dieser Artikel ist Populismus pur.

Warum werden solche Extremfälle herausgesucht? Es ist doch klar, dass man sich bei Krebs nicht alleine auf Homöopathie verlässt.

Es gibt auch viele Fälle, wo in der Pharmaindustrie Dinge gefährlich falsch laufen. Sollte man diese Beispiel dann stellvertretend heranziehen, um die komplette Pharmaindustrie zu verteufeln? Nein, sicherlich nicht.

Um was geht es hier? Um Verteilungskämpfe - jeder Homöopath und jedes homöopathische Mittel kostet der Pharmaindustrie Geld, das sie nicht selbst verdient. Und auch wenn es gerne umgedreht wird - hier ist David die Homöopathie und die Pharmaindustrie der Goliath. Man vergleiche nur die Zahlen.

Und ganz nebenbei - ich persönlich möchte mir nicht vorschreiben lassen, was ich zu machen und was zu lassen habe.

14.03.2018 11:44 Uta 4

Ich finde es unglaublich traurig, wie einseitig und verfälscht hier die Arbeit von Dr. Wurster und der Clinica Santa Croce dargestellt wird. Mir sind mehrere Fälle persönlich bekannt, in denen Dr. Wurster und sein Team bei sog. "austherapierten Fällen" erstaunliche Besserung oder sogar Heilung bringen konnte. Und dies sind keine Einzelfälle. Es stimmt auch nicht, dass Dr. Wurster die Schulmedizin kategorisch ablehnt. Meine Meinung zu den Freiburger Ärzten: viele Schulmediziner, die die Heilkraft der Homöopathie mehrfach erlebt haben /Studien begleitet haben, trauen sich nicht, öffentlich dazu zu stehen, weil sie Angst um ihre Reputation haben.

14.03.2018 02:41 Immanuel 3

Mein einschneidendes Erlebnis mit Homöopathie war, als ich eine klassische bakterielle Blasenentzündung hatte. Mein Hausarzt war im Urlaub und ich wurde zu einer anderen Hausärztin geschickt.

Diese Ärztin sagte dann zu mir: "Ich verschreibe ja gern homöopathische Mitte. Aber Sie haben ja tatsächlich Schmerzen."

Diese Ärztin hat zumindest ihre Grenzen erkannt. Innerhalb der Placebo-Medizin kann man ja auch Homöopathika verwenden. Aber, wenn diese Ärztin versucht hätte, meine Bakterien mit wirkstofffreien Zuckerkügelchen zu beeindrucken, dann hätte ich protestiert oder diesen offenkundigen Behandlungsfehler der Ärztekammer und der Krankenkasse vorgelegt.

13.03.2018 22:45 Andreas Ollrich 2

HOMÖOPATHIE:

Ich bin seit über 12 Jahren in Santa Croce in Locarno/CH wegen div. schwerer Erkrankungen in Behandlung und habe durchweg nur positive Erfahrungen gemacht.

Es geht mir sehr gut damit. Mir wurde dort auch nie geraten mich von der Schulmedizin los zu sagen!!
Im Gegenteil: es wurde mir immer geraten div. Diagnosen abzuklären. Mit der Schulmedizin allein aber, wäre ich heute wohl nicht mehr am Leben.

! Ich kann nur jedem empfehlen, der Homoöpathie eine Chance zu geben.

LG aus Berlin, Andreas O.

13.03.2018 22:15 Thorsten 1

In die Überschrift hat sich ein Fehler eingeschlichen. Der Einschub „bei Krebs“ ist überflüssig.