Gefährliche Fremdkörper

Fehlerhafte Linsen oder Brustimplantate können großen Schaden im Körper anrichten. FAKT berichtet seit vielen Jahren darüber. Nun hat ein internationales Rechercheteam neue brisante Informationen veröffentlicht.

Implantate, Herzschrittmacher oder andere Prothesen können schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben und sogar zum Tod führen. In Deutschland war die Zahl der nachgewiesenen Probleme mit Medizinprodukten 2017 so hoch wie nie zuvor, die Zahl der Verdachtsmeldungen hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht, wird auf Tagesschau.de berichtet.

Allerdings würden wichtige Informationen unter Verschluss gehalten. Das beweist eine umfassende internationale Recherche unter dem Namen "The Implant Files", an der NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" beteiligt waren. Auch FAKT hat in den letzten Jahren immer wieder Fälle offengelegt, die belegen welche Gefahren solche Fremdkörper für die Gesundheit haben können und wie schwer es ist, die Verantwortlichen dafür zur Rechenschaft zu ziehen.

Defekte Materialien, risikoreiche Eingriffe

Immer wieder kommt es vor, das Implantate Materialfehler haben. Brustimplantate, Bandscheiben, künstliche Hüftgelenke. Das kann zu schrecklichen Schmerzen und Folgeschäden führen. Wer Ansprüche geltend machen will, braucht natürlich die ausgetauschten Implantate als Beweisstück. Doch oft wachen die Patienten nach der OP auf und das Implantat ist weg.  

2010 flog der Betrug mit Brustimplantaten der französischen Firma PIP auf. Statt mit medizinischem Spezialsilikon waren die Kissen mit billigem Bausilikon gefüllt. Damit macht man Fugen dicht. Doch der TÜV Rheinland hatte das Herstellungsverfahren zertifiziert und wurde in der Folge in Frankreich zu Schadenersatz verurteilt. Dieses Urteil aber wurde von einem französischen Berufungsgericht überraschend aufgehoben. Jetzt kommt es auf Elisabeth Schmitt an, ob Zehntausende Frauen entschädigt werden.

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Man kennt das Bild aus Krankenhausserien. Ein Patient auf der Intensivstation, Herzstillstand, der Arzt rast herbei, jetzt helfen nur noch Elektroschocks, die großen Elektroden auf den Brustkorb gedrückt und dann bäumt sich der Körper unter den Stromschlägen auf. So einen Defibrillator kann man sich auch implantieren lassen, er soll automatisch den rettenden Stromschlag geben, sobald ein Herz zu schlagen aufhört. Tolle Sache, aber kaum zu glauben: selbst die komplexesten Medizinprodukte werden mitunter in osteuropäischen Hinterhöfen zertifiziert.

FAKT 8 min
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Schon seit babylonischen Zeiten werden Menschen am Grauen Star operiert. Damals zogen sogenannte Starstecher übers Land - die hießen nicht ohne Grund so. Sie stachen mit einer Nadel direkt - aber wir sind ja Gott sein Dank weiter. Komplikationen gibt es allerdings auch heute noch - das liegt aber weniger an den Starstechern beziehungsweise Augenärzten, sondern an Implantaten - und haarsträubenden Sicherheitsregeln dafür.

FAKT 6 min
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Mehr als 30.000 Deutsche bekommen jedes Jahr eine neue Herzklappe. Vor wenigen Jahren wurde eine neue Methode entwickelt, die Klappen einzusetzen, per Katheter durch die Hauptschlagader - allerdings nur für Hochrisikopatienten, die eine OP am offenen Herzen nicht überstehen würden. Die neue Methode ist nicht für jeden gedacht und auch noch nicht lange erprobt. Aber weil sie verlockend einfach erscheint und auch noch lukrativ ist, breitet sie sich rasant aus.

FAKT 6 min
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Zuletzt aktualisiert: 27. November 2018, 12:17 Uhr