Teure Taxifahrt

Krankenfahrten werden trotz ärztlicher Verordnung oft nicht bezahlt. Denn wenn die Kasse nicht übernimmt, müssen sich die Taxifahrer selbst um ihr Geld kümmern.

Der Fahrer eines Auto schaut nach unten und liest etwas.
Frank Förster in seinem Taxi Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Frank Förster ist mit seinem Taxi in Leipzig unterwegs. Immer wieder kommt es vor, dass er sogenannte Krankenfahrten übernimmt. Dann kommen Menschen zu ihm, die selbst nicht fahren können, weil sie krank sind. Förster fährt sie zu ihrem zuständigen Arzt. Seine Kunden zahlen die Fahrt nicht direkt, sondern legen ihm einen Transportschein vom Arzt vor, den er dann zur zuständigen Krankenkasse schickt. In der Regel bekommt er dann vier Wochen später die Nachricht, ob das Geld überwiesen wird oder nicht. „Diese Scheine sind eigentlich ein Glücksfall, Lotteriespiel, es wird bezahlt oder es wird nicht bezahlt, das kann man nie wissen“, sagt Förster.

"Wir fühlen uns als Bittsteller"

Der kleine Fimger einer Hand deutet im Auto auf einen Fahrauftrag.
Trotz Transportschein wird die Fahrt zum Arzt nicht bezahlt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Problem: Immer wieder zahlen Krankenkassen trotz ärztlicher Verordnung und ausgestelltem Transportschein die Taxifahrt zum Arzt nicht.  Allein diese Taxigenossenschaft in Leipzig hat monatlich 3000 Euro Außenstände von nicht bezahlten Krankenfahrten. Denn wenn die Kasse nicht übernimmt, müssen die Taxifahrer sich selbst um ihr Geld kümmern. „Dann schreibe ich eine Rechnung an den Versicherten mit der Begründung, dass die Krankenkasse nicht bezahlt“, erzählt der Taxifahrer. Zudem legt er alle Nachrichten der Krankenkasse bei, inklusive Transportschein. Dennoch zahlen 80 Prozent der Versicherten nicht. Die Folge: Die Taxiunternehmen bleiben auf dem Geld sitzen. „Am Ende sind wir Bittsteller, Bettler, so werden wir dann hingestellt“, echauffiert sich Förster.

Taxifahrer fordern deshalb, dass die Kassen sich das Geld nicht genehmigter Fahrten von den Versicherten holen. Dafür bräuchte es eine Gesetzesänderung. Bestrebungen dafür gibt es bisher nicht.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | FAKT | 12. Februar 2019 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Februar 2019, 23:11 Uhr

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1 Kommentar

13.02.2019 11:49 T.B. 1

Das kennen wir. Tochter seit einem halben Jahr nierentransplantiert. Die ersten drei Monate nach der NTX wurden die Taxifahrten von der KK bezahlt. Seitdem können wir zusehen, wie wir alle 2 Wochen zur 200 km entfernten Klinik kommen. Mann macht Schichten, noch 2 kleinere Kinder, nur 1 Auto, sehr eingeschränkte Möglichkeiten, die Kinder unterzubringen. Interessiert keinen. Ob die Mutter nach jetzt insgesamt 4 Jahren (3,5 Dialyse und jetzt Nachuntersuchungen) vielleicht mal wieder arbeiten möchte, ist auch unwichtig. Nur wenn ich dann später Rente beantragen will... Je nachdem, wie es gerade passt.