Prozess gegen mutmaßlichen Waffenhändler "Migrantenschreck": Betreiber verkaufte Waffen mit tödlicher Wirkung

Wegen illegalen Waffenhandels steht der Thüringer Mario Rönsch seit zwei Wochen in Berlin vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, von Ungarn aus 193 Waffen an Kunden in Deutschland verkauft zu haben. Außerdem soll der 35-Jährige hinter der Website "Migrantenschreck" stehen, auf der gegen Flüchtlinge gehetzt wurde.

Nach Recherchen des ARD-Magazins FAKT handelt es sich bei den von Rönsch mutmaßlich verkauften Revolvern aus ungarischer Produktion um potenziell tödliche Waffen. Diese verschießen zwar Gummigeschosse, jedoch können sie nach Bestätigung von Rechtsmedizinern bei einem Schuss aus nächster Nähe tödliche Wirkung haben. So zeigen Versuche der Deutschen Versuchs- und Prüfanstalt für Jagd- und Sportwaffen, dass die Gummigeschosse in einen Körper eindringen können.

FAKT-Recherchen ergeben auch, dass die Revolver der Firma Keserü in Ungarn frei verkäuflich sind - und sogar noch billiger als bei "Migrantenschreck". In Deutschland dürfen diese Waffen jedoch nicht verkauft werden, betont Ingo Meinhard vom Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenhändler: "Wir haben hier eine illegale Schusswaffe vorliegen, die der deutsche Bürger so in dieser Art und Weise weder bestellen darf noch in die Hand nehmen darf."

Vor Gericht hat Rönsch mittlerweile ein Teilgeständnis abgelegt. Er habe mit dem Waffenhandel aber nicht gegen geltendes Recht verstoßen, da die Waffen in Ungarn erlaubt seien, behauptet er. Die Staatsanwaltschaft sieht das anders. Ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | FAKT | 11. Dezember 2018 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Dezember 2018, 15:23 Uhr

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