Freilager Teutschenthal
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exakt exklusiv | 13.03.2019 Umstrittenes Freilager für Abfallstoffe in Teutschenthal soll stillgelegt und beräumt werden

Freilager Teutschenthal
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Ein umstrittenes Lager für Abfallstoffe auf einem Bergwerksgelände in Teutschenthal in Sachsen-Anhalt soll stillgelegt und beräumt werden. Das teilte das Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt auf Nachfrage von MDR-exakt mit. Dies wurde gegenüber der Betreiber-Firma GTS mit Bescheid vom 7. März 2019 so angeordnet und ist innerhalb von sechs Wochen zu erfüllen.

Gabelstapler Freilager Teutschenthal
Eine geforderte Halle zur Lagerung der Abfallstoffe wurde nie errichtet Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Firma GTS Grube Teutschenthal Sicherungs GmbH & Co. KG lagert seit Jahren unter anderem Filterstäube aus Abfallverbrennungsanlagen unter freiem Himmel und verbringt sie dann untertage. Die Anlage war durch die regelmäßig auftretende extreme Geruchsbelästigung aufgefallen, die die Anwohner belastet.

Auflagen wurden nicht erfüllt

Die Betriebsgenehmigung, die das Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB) im Jahr 2004 erteilt hatte, war an die Auflage geknüpft, vor Ort eine Halle für die Zwischenlagerung der Abfallstoffe zu errichten. Das ist nicht geschehen. Die Abfälle werden unter freiem Himmel gelagert.

Der Landtagsabgeordnete Hendrik Lange (Die Linke) verfolgt als Mitglied im Wirtschaftsausschuss die Situation in Teutschenthal: "Ich begrüße es, dass das Landesamt nun die nötigen Konsequenzen gezogen hat. Die GTS hat den Bau der Halle immer wieder verzögert." Der Sachverhalt müsse trotzdem weiter untersucht werden.

Die Firma GTS reagierte heute schriftlich auf unsere erneute Anfrage. Der Grubenbetreiber hält den Bescheid für rechtswidrig.

Wir sind erschüttert, dass das LAGB anstelle von Emissionsminderungsmaßnahmen in Teutschenthal zu einer offenbar politisch motivierten, offensichtlich nicht erforderlichen Stilllegung greift und damit gegen das rechtsstaatliche Gebot der Verhältnismäßigkeit verstößt.

Grube Teuschenthal Sicherungs GmbH und Co. KG

Die Firma wolle nun Klage erheben und den Betrieb der Anlage möglichst aufrecht erhalten. Immerhin stünden 180 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Über dieses Thema berichtet der MDR auch im TV: exakt | 13.03.2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. März 2019, 21:34 Uhr