Flüchtlinge auf einem sinkenden Schlauchboot vor ihrer Rettung durch ein Schiff der Hilfsorganisation "SOS Mediterranee"
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Hintergrund Die aktuellen Flüchtlingszahlen

Flüchtlinge auf einem sinkenden Schlauchboot vor ihrer Rettung durch ein Schiff der Hilfsorganisation "SOS Mediterranee"
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Es gibt verschiedene Organisationen, die die Anzahl der Menschen erheben, die sich auf der Flucht aus ihrer Heimat befinden. Zu diesen Organisationen gehören das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR), sowie die Internationale Organisation für Migration (IOM). Die Europäische Agentur für die Grenz- und Küstenwache "Frontex" etwa zählt Geflüchtete an den europäischen Außengrenzen.

So viele Menschen auf der Flucht wie nie zuvor

Die Zahlen der Organisationen unterscheiden sich leicht voneinander. Klar ist jedoch, dass sich aktuell weltweit so viele Menschen auf der Flucht befinden, wie nie zuvor. Laut UNHCR-Jahresbericht waren Ende 2017 aufgrund von Kriegen und Konflikten rund 68,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Die Zahl stieg das fünfte Mal in Folge. Etwa 40 Millionen davon sind Vertriebene im eigenen Land, 25 Millionen mussten ihr Heimatland verlassen, etwa 3 Millionen warteten auf einen Asylentscheid in einem fremden Land.

Europa ist nicht Hauptziel der Geflüchteten

Europa ist dabei laut UNHCR nicht das Hauptziel der Geflüchteten. Demnach war die Türkei Ende 2017 das Land, das - mit rund 3,5 Millionen - die meisten Menschen aufnahm, gefolgt von Pakistan (1,4 Millionen) und Uganda (1,4 Millionen). Die Länder, aus denen bislang, dem Bericht zufolge, die meisten Menschen geflohen sind, waren Syrien, Afghanistan und der Südsudan. Der Libanon ist das Land, das pro Einwohner die bislang meisten in Not geratenen Menschen aufgenommen hat, nämlich 164 pro 1.000 Einwohner.

In zwei Jahren: 8.000 Menschen gestorben oder verschwunden

Die Anzahl der Menschen, die über das Mittelmeer Europa erreicht haben, sinkt seit dem Höhepunkt vor knapp drei Jahren wieder. Laut UNHCR waren es 2015 insgesamt etwas mehr als eine Million Flüchtlinge, 2016 rund 360.000 und im vergangenen Jahr etwas mehr als 170.000. Die Organisation IOM hat hingegen 2017 rund 187.000 Geflüchtete über das Mittelmeer gezählt und ein Jahr zuvor etwa 390.000. In den vergangenen beiden Jahren kamen insgesamt mehr als 8.000 Menschen bei ihrem Fluchtversuch über das Mittelmeer ums Leben oder gelten als vermisst.

Frontex sieht eine Verschiebung der Flüchtlingsrouten

Auch aktuell versuchen Menschen über das Mittelmeer Europa zu erreichen. Laut IOM waren es zum Stichtag 28. Juni in diesem Jahr bislang 43.035 Menschen, dabei kamen 972 Flüchtlinge ums Leben oder gelten als vermisst. Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR zählte im gleichen Zeitraum 44.629 Mittelmeerflüchtlinge, wobei 1.137 ums Leben kamen oder vermisst wurden. Frontex sieht aktuell eine Verschiebung der Flüchtlingsrouten. Demnach stieg seit 2017 die Zahl der Menschen, die die westliche (über Spanien) oder östliche Mittelmeerroute (über die Türkei oder Griechenland) nehmen, die zentrale Route über Italien verliere an Attraktivität.

Zuletzt aktualisiert: 29. Juni 2018, 17:08 Uhr