exakt | 23.05.2018 Neonazi soll illegale Müllhalde betrieben haben

Neben dem Grundstück von Riccardo S. ist eine Einfamilienhaus-Siedlung. Doch gegenüber MDR-exakt will kein Anwohner etwas vor der Kamera sagen. Einige haben resigniert, weil ihre Beschwerden über das vermüllte Grundstück ins Leere liefen. Andere haben schlicht Angst und wirken eingeschüchtert.

"S. ist ein überzeugter gewaltaffiner Neonazi, der bereits seit 1990, also von Anfang an, in Leipzig aktiv ist", sagt Rechtsanwalt und Grünen-Politiker Jürgen Kasek. Riccardo S. ist immer wieder durch Straftaten aufgefallen. "Von seiner Gewaltaffinität hat er auch in den letzten 20 Jahren nichts eingebüßt."

Riccardo S. schon mehrfach vor Gericht

Illegale Müllhalde in Leipzig
Illegale Müllentsorgung in Leipzig Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Riccardo S. war dabei, als im Oktober 2009 rund 50 Neonazis in Brandis bei Leipzig ein Auswärtsspiel von Roter Stern Leipzig gestürmt haben. Die Angreifer gehen mit Eisenstangen und Latten auf die Spieler und Fans des Gästevereins los. Es gibt mehrere Schwerverletzte. Riccardo S. ist einer der Gewalttäter, er wird zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Schon mehrfach musste er sich zuvor wegen Körperverletzung, Landfriedensbruch und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz vor Gericht verantworten.

Im Januar 2016 randalieren 200 Rechtsextreme im linksalternativen Leipziger Stadtteil Connewitz. Einer der mutmaßlichen Täter ist Riccardo S. "Nach dem Überfall auf Connewitz war sein Name auf der Liste", sagt Kasek. Nach exakt-Informationen wird Riccardo S. nun angeklagt.

Illegale Müllentsorgung

Dieser Mann stand nun vor dem Landgericht Leipzig wegen illegaler Müllentsorgung und anderer Umweltvergehen. Für die Ortsvorsteherin von Lützschena, Margitta Ziegler, sind Ablagerungen bereits seit 2002 ein Dauerthema. Doch getan hat sich seitdem wenig. Die Behörden ließen Riccardo S. offenbar über Jahre gewähren.

"Der Müll liegt wirklich im Grünen. Das heißt, wenn dort etwa Batterie, Schadstoffe, Altöl ausgewaschen wird, dann geht das halt direkt auch in den Boden über", sagt Rechtsanwalt Kasek. Aus seiner Sicht hätte das auffallen müssen.

Riccardo S. sitzt im Landgericht Leipzig neben seinem Anwalt
Sechs Monate auf Bewährung für den Angeklagten Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Behörden wussten zumindest, dass dort etwas im Argen liegt. Doch eine 2011 geplante Begehung des Geländes wurde abgesagt, weil Riccardo S. nicht erschien. Dann ruhte Fall. Erst als die Polizei Jahre darauf Luftbilder anfertigte, kam wieder Bewegung in das Verfahren. All das berichtet eine Mitarbeiterin des zuständigen Umweltamtes vor dem Landgericht Leipzig. Die Verhandlung endete mit einem Schuldspruch. Das Urteil: Riccardo S wurde zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Außerdem sollen innerhalb eines halben Jahres alle Abfälle verschwinden. Falls dies nicht geschieht, droht ein neues Verfahren.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | exakt | 23. Mai 2018 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Mai 2018, 18:51 Uhr

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29 Kommentare

25.05.2018 19:34 Mediator an Udo K(28) 29

Ach Udo,

klar wäre es ihnen lieber wenn man den Begriff Neonazi einfach mit 'netter Patriot' gleichsetzen würde, aber das ist halt nicht der Fall. Der Betreffende erfüllt so ziemlich jedes Klischee eines Neonazis:

- Vorbestraft
- Gewalttätig
- Gesetze scheren ihn einen Dreck
- Bedroht seine deutschen Mitbürger
- Müllt seine Deutsche Heimat zu
- Ist Dauerkunde bei der Justiz

Wenn jemand Menschen mit Eisenstangen verprügelt, dann kann man leicht nachvollziehen, dass Nachbarn sich mit Beschwerden zurückhalten. Ein Klima der Angst und der Bedrohung, wie es dieser Riccardo S. erzeugt, ist übrigens typisch für Bereiche in denen man Rechtsextremisten nicht konsequent entgegentritt.

Also warum noch einmal wollen sie nicht, dass man Riccardo S. hier als Neonazi bezeichnet?

25.05.2018 18:36 Udo K 28

@ Mediator 25
Eine Suche wäre auch zwecklos, denn Sie würden keine Beispiele finden!
Mühelos sollte es für Sie aber sein, bei dem aktuellen Artikel einen Beitrag von mir zu nennen, wo ich mich für diesen "Typen" einsetze.
Sie werden aber nichts finden, es sei denn, die Phantasie geht mit Ihnen durch. Falsch interpretieren ist ja durchaus bei Ihnen üblich.

24.05.2018 22:08 Lützschena 27

Der Titel "Soll betrieben haben" legt nahe, dass nichts mehr betrieben wird - das ist mitnichten der Fall!

24.05.2018 22:05 Lützschena 26

Seit 1997 ist mir die "Sammelleidenschaft" von S. bekannt. Jegliche Beschwerde darüber lief ins Leere. Er baut auch große Hallen. Genehmigung? Keine Ahnung. In den 1990ern wurde auch gern mal die Reichskriegsflagge gehisst.
Konsequenzen? Keine. Und da wundern sie sich, dass kein Anwohner reden will? Worüber auch - über die Person S. ist nichts bekannt, seine Aktivitäten werden ganz offensichtlich von den Behörden geduldet. Soviel zum Rechtsstaat.

24.05.2018 21:56 Mediator 25

@Udo K(24):
Bevor ich jetzt ihre Beiträge raussuche, auf tausend Zeichen kürze um dann von ihnen ignoriert zu werden mache ich einen Gegenvorschlag.

Erklären sie doch bitte einmal, warum man bei diesem Mann nicht die Tatsache benennen sollte, dass es sich um einen stadtbekannten vorbestraften und gewalttätigen Neonazi handelt.

Vielleicht fällt ihnen dann auch wieder ein, warum sie sich immer für solche Typen einsetzen, deren Taten relativieren usw. Vielleicht haben sie ja einen sehr ehrenhaften Grund dafür. Ich bin gespannt.

24.05.2018 20:09 Udo K 24

@ Mediator 21
Ich hoffe doch, Sie können anhand von Beispielen nachweisen, "dass man immer nur bei Neonazis und ähnlichen Typen so etwas von mir liest".
Schließlich sind Sie dafür bekannt, schnell Anschuldigungen auszusprechen, deren Beweise Sie nicht erbringen können.
Der Rest Ihrer Bemerkungen bedarf keiner Erwähnung, wie immer nur Luftblasen.

24.05.2018 16:15 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch" 23

@ 15:
Wenn Dich die Berichte über die Verfehlungen der Neonazis belasten, dann rede doch einfach mal mit den 'Jungs mit den feschen Frisuren'.
So zugänglich, wie Du sie beschreibst, sollten sie doch auf eine 'vernünftige Stimme' wie Deine hören...

... oder aber Dein Rückschluß hat evt. doch noch einen logischen Fehler.

24.05.2018 16:12 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch" 22

@ 11:
Zitat "Es ist peinlich, wie fast alle schlechten Nachrichten vorrangig mit Neonazis verknüpft werden müssen."

Oder aber: es ist peinlich, daß einige 'Neonazi'-Deppen nach 'Recht und Ordnung' schreien, obwohl sie ganz offensichtlich keine wirkliche Vorstellung davon haben, was sich die Haupt-Gesellschaft darunter vorstellt.
Getrieben von den ewig-wiederholten, ewig-gestrigen Aussagen der eigenen Parallelgesellschaft kann man schon mal den Bezug zur gesellschaftlichen Realität verlieren.

Allerdings kann man ja nur verlieren, was man zuvor besessen hat. Da ist der Bericht recht eindeutig.

24.05.2018 16:09 Mediator an Udo K 21

Süß wie sie Gerechtigkeit und Neutralität für alle Menschen einfordern. Blöd nur, dass man immer nur bei Neonazis und ähnlichen Typen so etwas von ihnen liest.

Der Mann hat Menschen eingeschüchtert und somit Anzeigen und Beschwerden wirksam unterdrück. Ich finde da ist es sinnvoll zu erklären warum die Menschen von ihm eingeschüchtert waren.

Also wenn ich mich mit vollem Namen und Anschrift über einen gewaltbereiten stadtbekannten Neonazi beschweren müsste, dann würde ich mir das auch drei mal überlegen. Von daher ist die Nennung seiner Gesinnung und Vorstrafen zum Verständnis des Artikels wichtig.

Irgendwie passt es zu Neonazis, dass sie immer so schön von Teutschland schwafeln und dann die deutsche Natur mit illegalen Müllkippen zerstören.
Solche Typen braucht das Land sicher nicht!

24.05.2018 15:17 Weißeritz 20

@ 19, Udo K: Warum? Ganz einfach:

Der Umweltverschmutzer ist ein mehrfach vorbestrafter Mann. Nachbarn des Extremisten in der Ortschaft waren soweit eingeschüchtert, dass sie sich nicht trauten, das Problem anzusprechen oder gar eine Verfolgung anzustoßen. Schlimme Zustände. Daher ist es schon sinnvoll, mal den Hintergrund des Täters zu beleuchten.