FAKT aktuell | 14.06.2018 Bayerischer Landtag: OEZ-Attentat muss neu bewertet werden

Kurz nach dem Attentat am Müncher OEZ gingen die Ermittler von einem Einzeltäter aus. Nun soll auch geprüft werden, ob der Amokläufer Teil eines virtuellen Netzwerkes potentieller rechtsextremistischer, rassistischer Massenmörder gewesen ist.

Das Attentat am Münchner Olympiaeinkaufszentrum (OEZ) vom Juli 2016 muss neu bewertet werden. Das hat der Innenausschuss des Bayerischen Landtages gestern einstimmig beschlossen. In der Antragsbegründung wird explizit auf die Recherchen des ARD-Magazins FAKT verwiesen. In einem Beitrag des ARD-Magazins Fakt wurden Verbindungen zwischen dem Münchner Attentäter David Sonboly und einem Attentäter in New Mexiko, USA aufgedeckt.

Zudem wurde enthüllt, dass sich beide Täter über die rechtsextreme Internetseite "Anti-Refugee Club" radikalisiert hatten. Die Bayerische Landesregierung wird am 01.07.2018 dem Landtag einen neuen Bericht zum OEZ-Attentat vorlegen. Dieser wird voraussichtlich nur ein Zwischenbericht sein. Laut mehreren Landtagsabgeordneten müssten die neuen Erkenntnisse der FAKT-Recherchen in einen späteren abschließenden Bericht einfließen. 

Kurz nach dem Attentat waren die Ermittler von einem Einzeltäter ausgegangen, der sich vor seinem Amoklauf allein radikalisiert hatte. Später stellte sich heraus, dass er Unterstützung durch den mutmaßlichen Waffenbeschaffer Philipp K. hatte. Nun steht offenbar eine neue Qualität im Raum. Im Antrag des Innenausschusses steht, dass die Staatsregierung sich damit auseinandersetzen müsse, dass der Münchner Täter David Sobolny und der rassistisch eingestellte US-Attentäter sich mit gleichgesinnten im "Anti-Refugee-Club" ausgetauscht haben. Nun soll untersucht werden, ob Sobolny "Teil eines virtuellen Netzwerkes potentieller rechtsextremistischer, rassistischer Massenmörder gewesen ist".

Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2018, 17:32 Uhr

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4 Kommentare

14.06.2018 20:33 Querdenker 4

David Sonboly (mit auch iranischer Staatsbürgerschaft) hat Türken und Araber gehasst? Schiiten leben im Iran und viele von denen hassen Türken und Araber, weil die in der Regel Sunniten sind (siehe „Zeit Sunniten und Schiiten Die Erben des Propheten“).

Er hat sich den Vornamen David gegeben? Oder hat er den Zweitnamen „Daoud“ schon vorher gehabt? Es ist auch nicht so wichtig. David spielt im Koran eine wichtige Rolle:

Sure 38, Vers 26: „O David, wir haben dich als Stellvertreter auf die Erde genannt, dann richte zwischen die Menschen gemäß der Wahrheit ...“

Er hat Hitler verehrt? Adolf Hitler ist für einen nicht geringen Teil der Muslime auf der Welt ein „Held“. siehe „welt Adolf Hitler war in Ordnung“ und „rp-online Mein Kampf stürmt türkische Bestseller-Listen“ und „welt Hitlers Mein Kampf empfehlenswert in Katar“

Das alles zusammengerührt mit der psychischen Erkrankung, Mobbing, rechtsextremen Seiten, etc.

Das Bild, was hier dargestellt wird, ist etwas zu einseitig.

14.06.2018 20:32 Querdenker 3

Ergänzung zum Beitrag davor:

siehe „n-tv Amokläufer aus München Die krude Gedankenwelt des David S.“

Zitate:

"Die Rache an diejenigen die mich auf dem Gewissen haben."

„Eine Zeugin aus dem Familienkreis berichtete unter anderem, er sei "sehr stolz" auf seine persischen Wurzeln gewesen, weil er davon ausgegangen sei, dass der Ursprung der Arier in Persien gewesen sei.“

"Ich werde jetzt jeden deutschen Türken auslöschen egal wer"

"Das Mobbing wird sich heute auszahlen. Das Leid was mir zugefügt wurde, wird zurückgegeben."

siehe auch Doku „Die wahren Arier“

14.06.2018 18:53 Mediator 2

Wie kurz der Weg von einem fremdenfeindlichem Geschwät hin zu einer terroristischen Straftat ist, das haben die Terroristen aus Freital eindrucksvoll bewiesen.

Manche glauben ziehen halt ihre höchst eigenen Schlüsse aus den 'Predigen' ihrer 'völkischen' Imane zum Thema Anstand, Wiederstand und Notwehr.

Radikalisierung verläuft in vielen kleinen Schritten und es sind weit mehr Leute beteiligt als der spätere Täter und derjenige der ihn indoktriniert und anstachelt. Letzendlcih ist jeder Bürger beteiligt, der stillschweigend oder deutlich zum Ausdruck bringt, dass eine Straftat OK sei, weil sie sich gegen eine bestimmte unbeliebte Gruppe richtet.

Wenn es nicht so traurig wäre, dann müsste man fast grinsen, dass jetzt sogar schon Rechtsextremisten in Deutschland einen Migrationshintergrund aufweisen können. Doch eigentlich hat das ja sogar Tradition, denn selbst in der Waffen-SS war ja am Ende ein buntes Völkergemisch vertreten.

14.06.2018 18:52 Querdenker 1

Der nachweislich psychisch erkrankte David Sonboly (nahm auch Antidepressiva) hat sich am Tag seines Anschlages zu seinen Motiven geäußert. An seinen Worten konnte jeder gute Psychiater die pathologischen Züge erkennen. Er wurde gefilmt, als er auf dem obersten Deck des Parkhauses gewesen ist. Es ging dabei vor allem um Mobbing durch Mitschüler mit Migrationshintergrund.

Zitat David Sonboly: „Wegen euch wurde ich gemobbt, sieben Jahre lang ...“

Das er im Internet „Echokammern“ gefunden hat im rechtsextremen Bereich verwundert nicht. In dem rechtsextremen Milieu im Internet hat er Bestätigung und Verständnis gefunden. Er unterscheidet sich jedoch deutlich von bekannten rechtsextremen Terroristen.

Die psychische Erkrankung (verstärkt durch Mobbing) ist wahrscheinlich der eigentliche Antrieb für seine Tat gewesen. Mit der Tat hat er sich vermutlich „gerächt“ in seiner krankhaften Gedankenwelt.