exakt aktuell | 28.03.2017 Unister-Prozess: Urteil für Rip-Deal-Betrüger

Im Prozess um den Betrug am verstorbenen Unister-Gründer Thomas Wagner ist am Dienstag ein Urteil gefallen. Das Landgericht Leipzig verurteilte den Angeklagten Wilfried Sch. zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten. Das Gericht sprach den 69 Jährigen aus Unna (Nordrhein-Westfalen) des vorsätzlichen Betrugs als Mittäter schuldig.

Wilfried Sch. stand wegen der betrügerischen Vermittlung eines sogenannten Rip-Deals vor Gericht. Er hatte das Geschäft zwischen Unister und einem angeblichen israelischen Diamantenhändler eingefädelt. Im Juli vergangenen Jahres wurden die beiden Unister-Geschäftsführer Thomas Wagner und Oliver Schilling vom Verurteilten für den in Aussicht gestellten 15 Millionen-Euro-Kredit nach Venedig gelockt. Das potentielle Darlehen kam letztlich nicht zustande, den Wagner und Schilling wurde statt des versprochenen Millionen-Kredits Falschgeld untergeschoben. Zusätzlich wurden sie um 1,5 Millionen Euro geprellt, die sie als Rückversicherung mitgebracht hatten – ein sogenannter Rip-Deal.

Der Unister-Gründer Wagner und sein Kollege Schilling stürzten nach der Geldübergabe in Italien auf der Rückreise nach Leipzig mit einem Kleinflugzeug ab. Das Internet-Unternehmen Unister meldete unmittelbar danach Insolvenz an.

Im Prozess wurde neben dem Unister-Rip-Deal noch ein weiteres gescheitertes Darlehen für eine Geschädigte aus Nordrhein-Westfalen verhandelt. Der verurteilte Finanzvermittler Sch. saß seit Ende Juli 2016 in Untersuchungshaft. Um wen es sich bei dem dubiosen israelischen Diamantenhändler gehandelt hat, ist noch immer ungeklärt.

Hier können Sie den exakt-Bericht über die Betrugsmasche "Rip-Deal" nochmal nachsehen:

Zuletzt aktualisiert: 05. April 2017, 21:51 Uhr

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